Wie krank ist unser Pferd wirklich? Die Zahlen von 3.515 Reiterinnen


Wenn Dein Pferd im letzten Jahr zwei- oder dreimal außerplanmäßig zum Tierarzt musste, bist Du im statistischen Durchschnitt — nicht im Pech. In unserer RidersDeal Reitsport-Studie 2026 haben wir 3.515 Pferdebesitzerinnen gefragt, wie oft ihr Pferd 2025 ungeplant beim Tierarzt war. Nur 27 Prozent kamen ohne einen einzigen ungeplanten Besuch durch das Jahr. Bei 73 Prozent stand mindestens einmal ein nicht eingeplanter Termin an — bei vielen sogar mehrfach. In diesem Artikel ordnen wir diese Zahlen ein, zeigen die häufigsten Diagnosen und beleuchten, was die Studie über Vorsorge, Versicherung und das Vertrauen ins Behandlungsverhältnis verrät.
Marketingleiter & Datenanalyst · Aktualisiert: April 2026
- Wie oft musste Dein Pferd zum Tierarzt — wirklich?
- Was sind die häufigsten Diagnosen 2026?
- Warum sind Atemwege Top-Thema?
- Was bedeutet die Tierarzt-Frequenz fürs Budget?
- Wo nehmen Halterinnen Vorsorge ernst — und wo nicht?
- Was wünschen sich Pferdehalterinnen vom Tierarzt?
- Wie kannst Du ungeplante Tierarztbesuche reduzieren?
- Häufige Fragen zur Tierarzt-Studie
Wie oft musste Dein Pferd zum Tierarzt — wirklich?
Die Frage in der Studie war konkret: "Wie oft war Dein Pferd im letzten Jahr ungeplant beim Tierarzt?" — also nicht der Standard-Impftermin oder die Routine-Zahnkontrolle, sondern alles, was außer der Reihe nötig wurde. Die Antworten zeigen ein klares Bild: Ein gesundheitlich völlig unauffälliges Jahr ist die Ausnahme, nicht die Regel.
| Anzahl der Besuche | Anteil |
|---|---|
| Kein Mal | 27,4% |
| Einmal | 28,8% |
| 2 bis 3 Mal | 30,8% |
| 4 bis 6 Mal | 9,0% |
| Mehr als 6 Mal | 3,9% |
Wenn Du in der Mitte liegst — also Dein Pferd 1 bis 3 ungeplante Besuche pro Jahr hatte — bist Du in derselben Gruppe wie 60 Prozent aller anderen Pferdebesitzerinnen. Das ist nicht "viel", das ist Normalität. Erst wenn die Frequenz auf 4 und mehr Besuche steigt, wird es ungewöhnlich. 12,9 Prozent der Pferde fallen in diese Gruppe — das sind oft chronische Patienten oder Pferde mit aktuellen größeren Problemen.
Was diese Zahlen wertvoll machen, ist die Einordnung: Wer das Gefühl hat, ständig zum Tierarzt zu fahren, kann sich anhand dieser Daten ehrlich überprüfen. Manchmal ist das Empfinden schlimmer als die Realität — und manchmal ist die Realität tatsächlich oberhalb des Durchschnitts. Beide Erkenntnisse helfen, klarer zu entscheiden.
Was sind die häufigsten Diagnosen 2026?
Wir haben in der Studie auch nach dem aktuell größten gesundheitlichen Thema gefragt — Mehrfachauswahl, also pro Pferd auch mehrere Diagnosen möglich. Das Ergebnis ist überraschend deutlich: Atemwege stehen klar oben, gefolgt von Rücken und Lahmheiten.
| Diagnose-Bereich | Anteil |
|---|---|
| Gerade nichts akutes | 32,8% |
| Sonstiges | 25,7% |
| Atemwege (Husten, RAO, Allergien) | 21,5% |
| Rücken und Verspannungen | 16,6% |
| Lahmheit | 14,9% |
| Magengeschwür | 9,1% |
| Kolik | 4,7% |
| Cushing | 2,8% |
| Hufrehe | 2,8% |
Eine Anmerkung zur Tabelle: Mehrfachauswahl bedeutet, dass Pferde mit mehreren Themen gleichzeitig in mehreren Zeilen mitgezählt werden. Eine Stute mit Stallhusten und Rückenverspannung steht sowohl in den 21,5 Prozent als auch in den 16,6 Prozent. Die Spalten summieren sich deshalb nicht zu 100 Prozent.
Was die Liste zeigt: Die häufigsten Themen sind systemische Probleme, keine Akut-Notfälle. Atemwege, Rücken und Lahmheit sind selten plötzliche Ereignisse — sie kündigen sich an. Sie haben Ursachen, die in Stallluft, Sattelpassform, Hufstellung, Fütterung und Bewegung liegen. Wer diese Ursachen kennt und steuert, hat einen direkten Hebel auf die Tierarzt-Frequenz.
Warum sind Atemwege Top-Thema?
21,5 Prozent — also rund jedes fünfte Pferd in der Studie — hat Atemwege als aktuelles Hauptthema. Das ist kein Zufallsergebnis, sondern ein strukturelles Problem der modernen Pferdehaltung. Die Hauptursachen sind dieselben, die Tierärztinnen und Stallbetreiberinnen seit Jahren benennen: schlechte Heuqualität, Staub im Stall, schlecht belüftete Boxen, Schimmelsporen im Einstreu, Allergien gegen Pollen und Milben.
Bemerkenswert: In der Studien-Frage "Was wünschst Du Dir an Informationen rund um die Pferdegesundheit?" nennen 2,8 Prozent der Befragten explizit das Thema Atemwege. Das klingt erstmal wenig, ist aber in dieser Frage Top-6 — Pferdebesitzerinnen wissen, dass Atemwege ein eigenes Wissensgebiet sind, mit dem sie sich auseinandersetzen müssen. Dem Thema gehen wir tief im Studien-Artikel Stallhusten, Allergien, RAO: Warum Atemwege jetzt Thema Nr. 1 sind nach.
Was kurz gesagt werden kann: Atemwege sind 2026 Thema Nummer eins, weil drei strukturelle Trends zusammenkommen — heißere und längere Sommer mit mehr Pollenbelastung, engere Stallbau-Konzepte mit weniger Luftaustausch, und die zunehmende Kritik an Heu, das aus monotonen Wiesen mit hohem Schimmelrisiko gewonnen wird. Wer Glück hat, wohnt in einem Stall mit Außenboxen oder Offenstallhaltung. Wer Pech hat, in einer dunklen Innenboxenanlage mit schlechter Lüftung. Und das Pferd zeigt es früher oder später.
Was bedeutet die Tierarzt-Frequenz fürs Budget?
Wer 2 bis 3 ungeplante Tierarztbesuche pro Jahr hat — also der statistisch häufigste Fall — landet finanziell schnell im niedrigen vierstelligen Bereich. Eine Notfall-Untersuchung kostet seit der GOT-Reform 2022 leicht 200 bis 400 Euro, größere Diagnostik mit Ultraschall oder Röntgen schnell 500 bis 1.000 Euro. Wer drei solche Termine im Jahr hat und dazu noch eine Behandlungsserie über mehrere Wochen, ist bei 2.000 bis 3.000 Euro nur für Akut-Versorgung.
Das wird besonders kritisch, wenn man sich anschaut, wie die GOT-Reform aktuell wirkt: 89,6 Prozent der Pferdebesitzerinnen spüren die Erhöhung deutlich, 67 Prozent sogar stark. Die Frequenz ist nicht weniger geworden, aber jeder einzelne Termin kostet mehr. Mehr zur GOT-Realität liest Du im Studien-Artikel Tierarzt-Schock 2026: Was die GOT die Pferdewelt wirklich kostet.
Eine OP-Versicherung deckt diese laufenden Behandlungskosten übrigens nicht — sie greift nur bei größeren Operationen. Für kontinuierliche Tierarztkosten brauchst Du entweder einen Notgroschen oder eine Krankenvollversicherung, die deutlich teurer ist (laut Studie haben 1 Prozent der Befragten eine Vollversicherung, 53 Prozent nur eine OP-Versicherung). Wer sich für die Spar-Hierarchie der Pferdewelt 2026 interessiert, findet die ehrliche Aufstellung im Studien-Artikel Bei Ausrüstung 41 Prozent, beim Tierarzt 9 Prozent: Die ehrliche Sparliste 2026.
Wo nehmen Halterinnen Vorsorge ernst — und wo nicht?
Ein bemerkenswerter Befund der Studie: 86 Prozent der Befragten nutzen Physiotherapie, Osteopathie oder Akupunktur für ihr Pferd — regelmäßig oder gelegentlich. Skepsis gegenüber diesen Therapien ist mit unter 3 Prozent verschwindend gering. Das ist eine Mainstream-Bewegung, die in den letzten Jahren stillschweigend gewachsen ist und 2026 völlig normalisiert ist.
Diese Vorsorge-Bereitschaft passt zum Bild der Tierarzt-Frequenz: Wer regelmäßig Physio einsetzt, fängt viele Rücken- und Verspannungs-Themen früh ab und braucht weniger Akut-Termine. Halterinnen wissen das — und investieren entsprechend. Mehr zum Therapie-Mainstream und zu den Cross-Tabs nach Disziplinen liest Du im Studien-Artikel Therapie ist Mainstream geworden: Was Pferdehalter wirklich glauben.
Wo Vorsorge dagegen unterentwickelt ist: Bei der Stallluft. Atemwege sind das Top-Diagnose-Thema, aber nur die wenigsten Pferdebesitzerinnen bauen aktiv Lüftung, Heuqualität oder Boxen-Position in ihre Vorsorge-Routine ein. Bei der Sattelpassform ist es ähnlich: 16,6 Prozent haben Rückenprobleme — aber ein jährlicher Sattelcheck (50 bis 100 Euro) ist nicht in jeder Routine drin. Wenn Du gerade einen Sattelcheck planst, lohnt sich unser Ratgeber Passender Sattel.
Auch der oft unterschätzte Klassiker: gute Abschwitzdecken bei Erkältungswetter. Pferde sind erstaunlich erkältungsanfällig, wenn sie nach dem Reiten verschwitzt in zugiger Halle stehen. Ein praktischer Überblick steht in unserem Ratgeber Abschwitzdecken Pferd.
Mehr aus dem Gesundheits-Cluster der Studie?
Auf der Hub-Seite zur RidersDeal Reitsport-Studie 2026 findest Du alle Auswertungen rund um Pferdegesundheit, Therapie-Akzeptanz, Versicherungs-Status und Wunsch-Themen für Aufklärung.
Was wünschen sich Pferdehalterinnen vom Tierarzt?
In der Studie haben wir gefragt, welche Informationen rund um die Pferdegesundheit fehlen. Die Antworten zeigen ein klares Bild der Wünsche.
| Themen-Cluster | Anteil |
|---|---|
| Habe alles, was ich brauche | 14,2% |
| Fütterung und Mineralisierung | 11,2% |
| Senior und altes Pferd | 7,5% |
| Versicherung und Kosten | 6,6% |
| Tierarzt-Vertrauen und Zweitmeinung | 5,2% |
| Atemwege | 2,8% |
| Hufe | 2,5% |
Bemerkenswert ist die 5,2-Prozent-Zahl bei Tierarzt-Vertrauen und Zweitmeinung. Über 180 Reiterinnen haben in dem Freitextfeld explizit den Wunsch nach mehr Klarheit, mehr unabhängiger Beratung oder einer zweiten Meinung formuliert. Eine Reiterin schreibt: "Mehr gut recherchierte Informationen und nicht nur Verkaufsbeiträge." Eine andere: "Ehrliche Berichterstattung ohne Übertreibung um Klicks zu erhalten."
Das deckt sich mit einer übergeordneten Beobachtung: Pferdebesitzerinnen sind 2026 in einer Phase, in der sie aktiver hinterfragen, was ihnen beim Tierarzt empfohlen wird. Das ist keine Misstrauensgeste — sondern verantwortungsvoller Umgang mit Geld und Tier. Eine Zweitmeinung bei größeren Diagnosen ist kein Affront, sie ist Standard geworden.
Wie kannst Du ungeplante Tierarztbesuche reduzieren?
Wer die Tierarzt-Frequenz strukturell senken will, zieht an den Hebeln, die hinter den Top-Diagnosen liegen. Die folgenden vier Punkte adressieren genau die Themen, die in der Studie am häufigsten genannt werden.
1. Stallluft und Heuqualität ernst nehmen. Wenn Du beim Heu sparst und fünf Euro pro Ballen weniger zahlst, sparst Du im Jahr vielleicht 200 Euro — riskierst aber Atemwegsprobleme, deren Behandlung mehrere Tausend kostet. Frag Deinen Stallbetreiber nach Heuanalysen, achte auf Schimmelfreiheit, sorge für gute Lüftung in der Box. Eine Außenbox mit Paddock ist atemwegstechnisch besser als jede Innenbox.
2. Sattel jährlich prüfen lassen. 16,6 Prozent der Pferde haben Rückenthemen. Ein jährlicher Sattelcheck (50 bis 100 Euro) verhindert oft genau das. Pferde verändern sich im Lauf des Jahres — durch Trainingsstand, Gewicht, Muskelaufbau. Was im Mai gepasst hat, passt im November oft nicht mehr.
3. Hufstellung im Blick behalten. Lahmheiten kommen oft aus zu langen Hufschmied-Intervallen oder schlecht beschlagenen Hufen. Wer sechs bis acht Wochen einhält und einen guten Hufbearbeiter hat, fängt viele Lahmheiten im Vorfeld ab.
4. Vorsorge-Therapie nutzen. 86 Prozent der Pferdebesitzerinnen sind hier längst — Physio, Osteo, Akupunktur. Wer noch nicht ist, sollte einsteigen: Ein bis zwei Termine pro Jahr (50 bis 100 Euro pro Termin) verhindern oft Akut-Probleme, die deutlich teurer wären.
Eine wichtige Schlussbemerkung: Wenn Du das Gefühl hast, trotz aller Vorsorge nicht genug für Dein Pferd zu tun, bist Du in guter Gesellschaft. 91 Prozent der Pferdebesitzerinnen kennen dieses Gefühl. Mehr dazu im Studien-Artikel Das stille Schuldgefühl: Warum Pferdebesitzerinnen nie genug tun.
Häufige Fragen zur Tierarzt-Studie
Wie oft musste das durchschnittliche Pferd 2025 zum Tierarzt?
Laut der RidersDeal Reitsport-Studie 2026 (n = 3.515) hatten 73 Prozent der Pferde mindestens einen ungeplanten Tierarztbesuch im Jahr 2025. Die häufigste Antwort war 2 bis 3 Mal (30,8 Prozent), gefolgt von einmal (28,8 Prozent). Nur 27,4 Prozent der Pferde kamen ohne ungeplanten Besuch durch das Jahr.
Was ist die häufigste Diagnose 2026?
Atemwege — bei 21,5 Prozent der befragten Pferdebesitzerinnen ist das aktuelle größte gesundheitliche Thema im Atemwegsbereich (Husten, RAO, Allergien). Es folgen Rücken und Verspannungen (16,6 Prozent), Lahmheit (14,9 Prozent) und Magengeschwür (9,1 Prozent). Mehrfachauswahl war möglich, also können Pferde mehrere Themen gleichzeitig haben.
Was kostet ein durchschnittlicher Tierarztbesuch beim Pferd 2026?
Eine Notfall-Untersuchung kostet seit der GOT-Reform 2022 leicht 200 bis 400 Euro. Größere Diagnostik mit Ultraschall oder Röntgen schnell 500 bis 1.000 Euro. Wer 2 bis 3 Tierarztbesuche pro Jahr hat (der häufigste Fall), landet finanziell schnell im niedrigen vierstelligen Bereich. 89,6 Prozent der Pferdebesitzerinnen spüren die GOT-Erhöhung, 67 Prozent davon stark.
Nutzen Pferdebesitzerinnen Physio und Osteopathie?
86 Prozent der Befragten nutzen Physiotherapie, Osteopathie oder Akupunktur — regelmäßig oder gelegentlich. Skepsis gegenüber diesen Therapien ist mit unter 3 Prozent verschwindend gering. Therapie-Akzeptanz ist 2026 in der Pferdewelt Mainstream.
Wie kann ich ungeplante Tierarztbesuche reduzieren?
Vier Hebel haben statistisch den größten Effekt: gute Stallluft und Heuqualität (gegen Atemwege), jährlicher Sattelcheck (gegen Rückenprobleme), regelmäßige Hufschmied-Termine alle 6 bis 8 Wochen (gegen Lahmheiten) und ein bis zwei Vorsorge-Termine pro Jahr beim Physiotherapeuten oder Osteopathen.
Wo finde ich die vollständige Studie?
Auf der Hub-Seite zur RidersDeal Reitsport-Studie 2026 findest Du alle Auswertungen — Methodik, Demografie, Geld, Gesundheit, Training, Turniersport, Senior-Pferd, Medien und Emotion.
Pferdedecken zur richtigen Jahreszeit verhindern viele Erkältungs- und Atemwegs-Themen — von der Regendecke beim Weidegang bis zur Winter-Outdoor-Decke.
Ausgezeichnet als Top Shop 2024 & 2026 von COMPUTER BILD & Statista in der Kategorie Freizeit, Spiel und Hobby. Zur Auszeichnung 2026