Ausreiten mit dem Pferd: Sicher in der Natur unterwegs
Das Pferd satteln, die Natur genießen und gemeinsam losziehen – für viele Reiter:innen ist Ausreiten die schönste Art, Zeit mit dem Pferd zu verbringen. Ob zur Abwechslung vom Hallentraining, als Konditionstraining oder einfach, um den Kopf frei zu bekommen: Ein Ausritt bringt Bewegung, frische Luft und stärkt die Bindung zwischen Pferd und Mensch.
Damit es unterwegs nicht zu gefährlichen Situationen kommt, solltest Du wissen, was Ausreiten bedeutet, wo und wann Du ausreiten darfst, welche Regeln gelten und wie Du Dich optimal vorbereitest. Hier findest Du alles, was Du wissen musst, damit Dein nächster Ausritt sicher und entspannt wird.
Was bedeutet Ausreiten?
Unter Ausreiten versteht man das Reiten im Gelände – also außerhalb von Halle und Reitplatz. Die Wege führen über Feldwege, Waldpfade, Wiesen oder Stoppelfelder. Für viele ist der Ausritt Balsam für die Seele: Natur genießen, abschalten und die Freiheit mit dem Pferd erleben.
Doch Ausreiten ist nicht nur Entspannung: Es trainiert Balance, Trittsicherheit, Kondition und macht Dein Pferd gelassener. Viele Pferde, die regelmäßig ins Gelände gehen, sind ausgeglichener im Training.
Auch ohne eigenes Pferd musst Du nicht darauf verzichten: Viele Reitschulen bieten geführte Ausritte mit Schulpferden an. Besonders für Anfänger ist das eine tolle Möglichkeit, erste Erfahrungen im Gelände zu sammeln.
Voraussetzungen für den ersten Ausritt
Bevor Du Dich in den Sattel schwingst und ins Gelände startest, solltest Du:
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sicher im Schritt, Trab und Galopp sitzen
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Tempo kontrollieren und Richtungswechsel zuverlässig reiten können
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Dein Pferd kennen und einschätzen können
Gerade mit jungen Pferden ist es sinnvoll, erste Runden im Gelände mit einem erfahrenen Pferd als Begleitung zu drehen. Auch ein:e Reiter:in zu Fuß kann für zusätzliche Sicherheit sorgen.
Wann darf man ausreiten?
Theoretisch kannst Du jederzeit ins Gelände. Praktisch solltest Du aber auf Sicherheit achten:
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Dämmerung & Nacht: Lieber vermeiden, da Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger Dich schlechter sehen. Außerdem störst Du Wildtiere.
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Dauer des Ausritts: Das hängt von Kondition und Erfahrung ab. Mit jungen oder nervösen Pferden besser kurz beginnen (20–30 Minuten) und langsam steigern.
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Wetter: Bei Sturm, Gewitter oder Glatteis bleib lieber zuhause – das Risiko ist zu hoch.
Gerade im Herbst und Winter solltest Du beachten, dass es schon ab 16 Uhr dunkel wird. Plane Ausritte also zeitig ein oder rüste Dich mit Reflektoren aus.
Wo darf man mit Pferden ausreiten?
Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland und teilweise sogar je nach Gemeinde. Grundsätzlich gilt:
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Reiten nur auf ausgewiesenen Reitwegen, wenn dies vorgeschrieben ist.
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Landwirtschaftlich genutzte Flächen, Wiesen, Parks oder Gärten sind tabu.
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Reiten querfeldein oder über Biotope ist verboten.
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Stoppelfelder dürfen oft nach Rücksprache mit dem Landwirt genutzt werden.
Ein Tipp: Informiere Dich bei Deiner Gemeinde über die genauen Regelungen. Manche Regionen erlauben Reiten auf allen Wegen, andere nur auf bestimmten.
Reiten auf der Straße – Regeln für Sicherheit
Manchmal führt der Weg ins Gelände zwangsläufig über eine öffentliche Straße. Damit das sicher bleibt, gibt es ein paar einfache Grundsätze. Reite immer am rechten Fahrbahnrand und halte Dich an die üblichen Vorfahrtsregeln – so wie es Autofahrer auch tun müssen. Geh- und Radwege sind für Pferde tabu, genau wie Schnellstraßen oder Autobahnen.
Möchtest Du abbiegen, solltest Du ein Handzeichen geben, indem Du Deinen Arm deutlich nach rechts oder links ausstreckst. Vergiss auch den Schulterblick nicht, da Fahrräder oder leise Autos leicht überhört werden. Beim Überqueren einer Straße stellst Du Dich zunächst gut sichtbar an den Rand und wartest eine passende Lücke ab. Überquere die Straße dann zügig und ohne Umwege. In einer Gruppe ist es sinnvoll, dass zwei Reiter:innen vorgehen, den Verkehr anhalten und die restliche Gruppe geschlossen folgen kann. Erst wenn alle drüben sind, wird die Straße wieder freigegeben. Mit etwas Rücksicht und Übersicht wird auch dieser Teil des Ausritts entspannt.
In der Gruppe oder alleine ausreiten?
Beides hat Vorteile – aber gerade für Anfänger ist ein Gruppenausritt sicherer.
Ausreiten in der Gruppe
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Mehr Spaß, Austausch mit Stallfreund:innen
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Unsichere Pferde fühlen sich sicherer, wenn erfahrene vorangehen
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Im Notfall kann schnell Hilfe gerufen werden
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Wichtig: Vorab Reihenfolge & Tempo klären, Abstand halten
Ausreiten alleine
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Freiheit: Tempo und Strecke bestimmst Du selbst
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Gut für routinierte Reiter:innen und verlässliche Pferde
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Immer jemandem Bescheid geben, wo Du reitest
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Handy mitnehmen, evtl. Unfall-Tracker nutzen
Jahreszeiten-Tipps fürs Ausreiten
Jede Jahreszeit bringt eigene Herausforderungen im Gelände mit sich:
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Frühling: Viele Pferde sind nach dem Winter temperamentvoll. Achtung bei Wildwechsel!
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Sommer: Fliegen, Bremsen und Hitze. Fliegendecke, Maske und Ausreitzeiten in die Morgen- oder Abendstunden legen.
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Herbst: Frühe Dämmerung, rutschiges Laub, Wildtiere in Brunftzeit – Reflektoren nutzen.
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Winter: Schnee & Eis → Rutschgefahr. Pferde brauchen evtl. Stollen. Zieh Dich warm an und vermeide vereiste Wege.
Checkliste: Das gehört zum sicheren Ausritt
Für Reiter:in:
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Reithelm (nach aktueller Norm)
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Wettergerechte Kleidung (Jacke, Handschuhe, ggf. Sicherheitsweste)
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Reitstiefel oder Stiefeletten mit Chaps
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Handy (voll geladen, GPS aktiviert)
Für das Pferd:
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Sattel & Trense (für Versicherungsschutz wichtig)
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Gamaschen oder Streichkappen zum Beinschutz
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Fliegenschutz (Decke, Maske, Spray)
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Reflektoren bei schlechter Sicht
Extras für längere Ritte:
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Hufkratzer
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Wasserflasche für Dich
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Karte oder Reit-App
Junge Pferde ans Ausreiten gewöhnen
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Zuerst kurze Strecken im Schritt, am besten mit erfahrenem Begleitpferd
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Ruhige Wege wählen, nicht gleich an Straßen oder vielbefahrene Radwege
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Pferd bei Angst beruhigen lassen, ggf. Begleitperson führt kurz
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Dauer langsam steigern: erst 20 Min., dann 40 Min., später 1 Stunde
So baust Du Vertrauen auf und Dein Pferd sammelt positive Erfahrungen.
Versicherung & Haftung
Auch beim Ausreiten gilt: Sicherheit zuerst. Achte darauf:
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Pferdehalter-Haftpflichtversicherung ist Pflicht → deckt Schäden ab, wenn Dein Pferd jemanden verletzt oder etwas beschädigt.
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Unfallversicherung für Dich selbst ist sinnvoll.
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Bei Reitbeteiligungen: Prüfen, ob diese in der Haftpflicht mitversichert sind.
Die 12 Gebote fürs Ausreiten
Beim Ausreiten gelten ein paar ungeschriebene Regeln, die sich über die Jahre etabliert haben – sozusagen die „12 Gebote des Geländereitens“. Sie helfen, Dich, Dein Pferd und die Natur zu schützen.
Das Wichtigste ist, dass Dein Pferd regelmäßig bewegt wird – sei es im Training, auf der Weide oder im Paddock. Ein ausgelastetes Pferd geht entspannter ins Gelände. Genauso wichtig ist es, Dein Pferd langsam an Straßenverkehr und Natur heranzuführen, statt es ins kalte Wasser zu werfen. Plane Deine Ausritte gerne mit Freund:innen, denn in der Gruppe ist es nicht nur sicherer, sondern macht auch mehr Spaß.
Verzichte nie auf Deinen Reithelm und kontrolliere regelmäßig den Zustand von Zaumzeug und Sattel. Informiere Dich außerdem über die geltenden Reitregelungen in Deiner Region, damit Du nicht versehentlich in gesperrte Bereiche reitest. Bleibe auf Wegen, reite nicht querfeldein und respektiere Biotope oder Uferböschungen. Nach starkem Regen solltest Du sensible Wege meiden, um Flurschäden zu verhindern, und Dein Tempo immer dem Gelände anpassen.
Begegne Fußgänger:innen, Radfahrer:innen oder Autofahrer:innen freundlich und halte dabei Dein Pferd im Schritt. Sollte doch einmal ein Schaden entstehen, melde ihn von selbst und regle den Ersatz. Sprich auch mit anderen Reiter:innen, wenn sie gegen diese Regeln verstoßen – denn am Ende gilt: Wir alle sind Gäste in der Natur, und unsere Pferde bereichern die Landschaft nur dann, wenn wir uns rücksichtsvoll verhalten.
FAQs
1. Was braucht man fürs Ausreiten mit dem Pferd?
Für einen sicheren Ausritt benötigst Du Sattel und Trense, Reithelm, passende Kleidung sowie Beinschutz fürs Pferd. Handy und Reflektoren erhöhen die Sicherheit.
2. Wo darf man in Deutschland mit dem Pferd ausreiten?
Das ist je nach Bundesland geregelt. Oft darfst Du nur auf ausgewiesenen Reitwegen reiten, manchmal auch auf allen Wegen. Felder, Wiesen oder Biotope sind tabu.
3. Ist es besser, alleine oder in der Gruppe auszureiten?
Ein Ausritt in der Gruppe ist sicherer, da Pferde sich gegenseitig Ruhe geben und im Notfall schnell Hilfe da ist. Erfahrene Reiter:innen können auch alleine ins Gelände.
