Fellwechsel beim Pferd – alles, was Du wissen solltest

Haare, Haare und noch mehr Haare. Auf den Klamotten, im Auto, in der Waschmaschine, in der Stallgasse, im Sattelschrank – und überall dort, wo man sie eigentlich nicht vermutet. Ein Pferd im Fellwechsel ist für Besitzer:innen und Vierbeiner gleichermaßen eine Herausforderung. Während Dein Pferd viel Energie in die Umstellung steckt, verbringst Du wahrscheinlich Stunden mit Striegeln, Putzen und der Frage: Wann beginnt der Fellwechsel beim Pferd eigentlich – und wie kannst Du Dein Pferd am besten unterstützen?

 

Warum Pferde überhaupt einen Fellwechsel haben

Der Fellwechsel ist ein lebenswichtiger Anpassungsprozess. Pferde brauchen ein saisonal wechselndes Haarkleid, um optimal geschützt zu sein.

  • Das Winterfell ist lang, dicht und isolierend. Es schützt Dein Pferd auch bei eisigen Temperaturen.

  • Das Sommerfell ist kurz, glänzend und atmungsaktiv. Es verhindert Hitzestau und unterstützt die Thermoregulation.

Nur durch diesen Wechsel bleibt das Pferd das ganze Jahr über gesund, leistungsfähig und wetterfest.

 

Der Fellwechsel beim Pferd: Wann findet er statt?

Viele Reiter:innen wundern sich, wenn die ersten Haare schon im Januar fallen, obwohl draußen noch Frost herrscht. Die Antwort liegt im Tageslicht.

Das Pferd nimmt Veränderungen der Tageslänge über die Zirbeldrüse im Gehirn wahr. Diese steuert die Ausschüttung des Hormons Melatonin, das dem Körper den Startschuss für den Fellwechsel gibt. Werden die Tage länger, sinkt der Melatoninspiegel – das Winterfell wird abgeworfen. Im Herbst, wenn die Tage kürzer werden, steigt der Spiegel wieder, und der Aufbau des Winterfells beginnt.

Die Temperatur spielt dagegen nur eine Nebenrolle. Ein plötzlicher Kälteeinbruch kann kurzfristig für einen Fellschub sorgen, während langanhaltende Wärme den Haarverlust beschleunigt. Entscheidend ist jedoch die Länge der Tage, nicht das Thermometer.

Zeitplan für den Fellwechsel:

  • Winter- auf Sommerfell: ab Mitte Januar, abgeschlossen meist bis März/April

  • Sommer- auf Winterfell: ab September, abgeschlossen bis November

Rasse und Haltung beeinflussen den Ablauf zusätzlich. Robustrassen wie Isländer oder Haflinger schieben besonders dichtes Fell, während Warmblüter weniger stark behaart sind. Pferde im Offenstall passen sich meist schneller an, da sie direkter dem natürlichen Licht ausgesetzt sind.

 

Welche Faktoren beeinflussen den Fellwechsel?

Nicht jedes Pferd haart gleich stark oder gleich lang. Neben Licht und Temperatur sind weitere Punkte entscheidend:

  • Alter: Junge Pferde wechseln problemlos, Senioren oft langsamer.

  • Gesundheit: Stoffwechselerkrankungen wie Cushing (PPID) können den Fellwechsel stark beeinträchtigen.

  • Rasse: Robustrassen schieben viel Fell, Warmblüter eher weniger.

  • Haltung: Offenstallpferde reagieren stärker auf Tageslicht als Boxenpferde.

  • Fütterung: Ein funktionierender Stoffwechsel braucht eine ausgewogene Versorgung.

 

Fellwechsel beim Pferd: Typische Probleme

Der Fellwechsel ist für Deinen Vierbeiner anstrengend. Viele Pferde leiden in dieser Zeit unter Beschwerden und brauchen zusätzliche Unterstützung.

Häufig zeigt sich Müdigkeit, manche Pferde nehmen sogar ab, weil der Stoffwechsel stark belastet ist. Da beim Haarwechsel viele Nährstoffe verbraucht werden, kommt es schnell zu einem Mangel an Spurenelementen. Besonders wichtig sind Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe, die über das Futter ergänzt werden sollten.

Nicht selten treten auch Hautprobleme auf. Schuppige Haut, trockene Stellen, Pilzbefall oder sogar Ekzeme können während des Fellwechsels entstehen. Hier ist eine gezielte Unterstützung durch Fütterung und Pflege besonders wichtig.

Ein weiteres Problem ist die Belastung des Immunsystems. Der Organismus steckt so viel Energie in den Fellwechsel, dass die Abwehrkräfte schwächer werden. Infektionen der Atemwege oder angelaufene Beine sind keine Seltenheit. Besonders ältere Pferde sind gefährdet und sollten in dieser Zeit engmaschig beobachtet werden. Bei Auffälligkeiten ist es ratsam, einen Tierarzt hinzuzuziehen.

 

Wie kannst Du Dein Pferd im Fellwechsel unterstützen?

Es gibt viele Möglichkeiten, den Fellwechsel für Dein Pferd angenehmer zu gestalten. Neben täglicher Fellpflege spielt vor allem die Fütterung eine große Rolle.

Fütterung und Nährstoffe

Mit Bierhefe, Leinsamen oder Kieselgur kannst Du den Fellwechsel gezielt unterstützen. Bierhefe liefert wertvolle Aminosäuren, Biotin, Zink, Eisen, Folsäure und B-Vitamine. Sie sorgt für glänzendes Fell, unterstützt die Haut und stärkt das Immunsystem. Leinsamen und Leinöl liefern Omega-3- und -6-Fettsäuren, wirken entzündungshemmend und geben schwerfuttrigen Pferden gesunde Energie.

Auch die Spurenelemente Zink und Selen sind im Fellwechsel besonders wichtig. Der Zinkbedarf liegt bei etwa 4,5 mg/kg Körpergewicht^0,75, der Selenbedarf bei 0,015 mg/kg Körpergewicht^0,75. Für ein 600 kg schweres Pferd ergibt das rund 545 mg Zink und 1,8 mg Selen pro Tag. Wichtig: Bitte nicht „nach Gefühl“ dosieren, sondern die Herstellerangaben der Mineralfutter beachten, um Überversorgungen zu vermeiden.

Kräuter und natürliche Unterstützung

Kräuter wie Brennnessel, Löwenzahn, Mariendistel oder Bockshornkleesamen wirken entgiftend, fördern den Lymphfluss und unterstützen Leber und Niere. So wird der Stoffwechsel entlastet, und gleichzeitig profitieren Haut und Fell.

Ölfütterung

Kaltgepresstes Leinöl hat sich besonders bewährt. Es versorgt den Körper mit wertvollen Fettsäuren, stärkt das Immunsystem und sorgt zusätzlich für glänzendes Fell.

Training anpassen

Viele Pferde sind während des Fellwechsels matter als sonst. Passe die Trainingsintensität an, damit Dein Pferd genügend Energie für den Haarwechsel übrig hat. Besonders ältere oder kranke Pferde profitieren von lockerer Arbeit und ausreichend Erholung.

 

Fellwechsel bei alten Pferden

Seniorpferde haben es besonders schwer. Oft bleibt das Fell lange stehen oder wird gar nicht vollständig gewechselt. Hier helfen besonders gründliches Putzen, eine angepasste Fütterung und bei Bedarf eine Schur.

Bleibt der Fellwechsel komplett aus, ist es ratsam, den Tierarzt einzuschalten. Häufig steckt Cushing (PPID) dahinter – eine Stoffwechselkrankheit, die bei älteren Pferden häufiger vorkommt.

 

Fellwechsel mit Geduld und den richtigen Helfern

Der Fellwechsel gehört zum Pferdealltag einfach dazu. Er wird durch die Länge der Tage gesteuert, während die Temperatur vor allem die Fellmenge beeinflusst. Mit Geduld, gezielter Fellpflege, Bewegung und einer bedarfsgerechten Fütterung kannst Du Dein Pferd optimal unterstützen.

Besonders ältere Pferde oder Tiere mit Stoffwechselproblemen brauchen in dieser Phase mehr Aufmerksamkeit. Auch wenn die Haare überall sind – im Auto, auf der Kleidung und im ganzen Stall – mit den richtigen Helfern und Routinen wird diese Zeit für Dich und Dein Pferd deutlich entspannter.

 

 

 

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Die Autorin: 

Kathi aus dem #teamridersdeal 

Ich bin Werkstudentin bei RidersDeal und lebe hier meinen Traum: Mein Hobby mit meinem Beruf zu verbinden. Seit über 15 Jahren bin ich leidenschaftliche Reiterin und teile in meinen Blogbeiträgen meine Erfahrungen aus dem Alltag mit meinen zwei eigenen Pferden, die ich seit fast 10 Jahren habe. So bringe ich spannende Einblicke aus verschiedenen Bereichen des Reitsports direkt zu Euch! 

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