Der Friese: Steckbrief, Charakter und Haltung der schwarzen Pferderasse

Auf dem Bild ist ein Friese zu sehen, der frontal in die Kamera schaut und man sieht nur die obere Köperhälfte.Auf dem Bild ist ein Friese zu sehen, der frontal in die Kamera schaut und man sieht nur die obere Köperhälfte.
Der Friese begeistert mit seinem tiefschwarzen Fell und der wallenden Mähne - laut RidersDeal Community Studie 2026 gibt das eigene Pferd 41% der Reiterinnen mehr innere Ruhe als alles andere.

Der Friese gehört zu den beeindruckendsten Pferderassen der Welt: schwarzes Fell, wallende Mähne, federnde Gangart - und ein Charakter, der Reiterinnen nicht mehr loslässt. Diese niederländische Rasse hat eine fast 2.000-jährige Geschichte und gilt heute als eine der reinsten Zuchtlinien Europas. Ob als Dressurpferd, Freizeitpartner oder Fahrzeugpferd - der Friese fasziniert mit einer Kombination aus Eleganz und Zugänglichkeit, die wenige andere Rassen so vereinen.

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Kathi Beißel

Reitsport-Autorin & Pferdebesitzerin · Aktualisiert: Mai 2026

Was ist der Friese für eine Pferderasse?

Der Friese ist eine Warmblut-Pferderasse aus der niederländischen Provinz Friesland. Er gilt als eine der ältesten nachweislich reinrassig gezüchteten Pferderassen Europas und ist seit dem 16. Jahrhundert in Reinzucht erhalten.

Die Zucht wird ausschließlich vom Koninklijk Friesch Paarden-Stamboek (KFPS) überwacht - dem königlichen Friesischen Pferdestammbuch, das strenge Anforderungen an Exterieur, Bewegung und Charakter stellt. Nur Hengste, die ein mehrstufiges Körungsverfahren bestehen, dürfen in der Reinzucht eingesetzt werden. Diese konsequente Selektion ist der Grund, warum der Friese heute ein so unverwechselbares Erscheinungsbild hat.

Steckbrief: Der Friese auf einen Blick
Merkmal Details
Herkunft Niederlande (Provinz Friesland)
Typ Schweres Warmblut / Barockes Warmblut
Stockmaß 157 bis 165 cm (Hengste oft größer)
Farbe Fast ausschließlich Rappe (schwarz)
Gewicht 600 bis 700 kg
Lebenserwartung ca. 14 bis 18 Jahre
Zuchtregister KFPS (Koninklijk Friesch Paarden-Stamboek)

Wie sieht ein Friese aus - was macht ihn so unverwechselbar?

Der Friese ist fast immer tiefschwarz - Schecken oder Füchse gibt es in der Reinzucht kaum. Das intensive, glänzende Fell kombiniert mit der dichten, langen Mähne und dem wallenden Schweif macht ihn zu einem der fotogensten Pferde der Welt.

Besonders typisch: Das starke Behang an den Fesseln - das sogenannte "Feathering" - gibt dem Friesen seinen barocken, majestätischen Look. Der Kopf ist fein und ausdrucksstark mit großen dunklen Augen, der Hals mittellang und aufgewölbt, der Rumpf kompakt und kräftig. Die Gänge des Friesen sind eindrucksvoll: Der Trab zeigt eine hohe Knieaktion und eine deutlich federnde Schwebephase, was ihn in der Barockreiterei und Dressur besonders attraktiv macht.

Im KFPS-Standard ist ein weißer Stern auf der Stirn erlaubt - andere Abzeichen sind nicht zugelassen. Braune oder dunkle Braune tauchen sehr selten auf und gelten innerhalb des Stammbuchs als Ausnahme.

Welchen Charakter hat der Friese?

Der Friese ist für seinen menschenorientierten, freundlichen Charakter bekannt - er gilt als eines der zugänglichsten Warmblüter überhaupt und begeistert Reiterinnen von Anfängerinnen bis zu erfahrenen Profis.

Typische Charaktereigenschaften des Friesenpferdes: kooperativ und lernwillig, sensibel gegenüber der Kommunikation der Reiterin, gutmütig im Umgang am Boden, geduldig und verlässlich - dabei aufgeweckt und nicht träge. Der Friese kann aber auch empfindlich auf Druck oder schroffe Hilfengebung reagieren. Er braucht eine konsequente, aber einfühlsame Hand.

In der RidersDeal Community beschreiben viele Reiterinnen die Bindung zu ihrem Pferd als das Wichtigste in ihrem Leben. Laut RidersDeal Community Studie 2026 (n=3.515) geben 41% der Befragten an, dass ihr Pferd ihnen mehr innere Ruhe schenkt als alles andere - eine Aussage, die Friesen-Besitzerinnen besonders kennen dürften.

Wie alt wird ein Friese im Vergleich zu anderen Pferderassen?

Ein Friese wird durchschnittlich 14 bis 18 Jahre alt - damit liegt er etwas unter der allgemeinen Pferdelebenserwartung von 25 bis 30 Jahren. Ursache ist die genetische Enge der Reinzucht, die bestimmte Erbkrankheiten begünstigt.

Friesische Pferde sind genetisch eng miteinander verwandt - fast alle lebenden Friesen lassen sich auf nur drei Hengst-Stammlinien zurückführen. Diese geringe genetische Vielfalt (Inzuchtkoeffizient deutlich über dem Durchschnitt anderer Rassen) macht Friesen anfälliger für bestimmte Gesundheitsprobleme, die ihre Lebenserwartung verkürzen können.

Einzelne gut gepflegte Friesen erreichen auch 20 Jahre und mehr. Entscheidend sind: artgerechte Haltung, regelmäßige Tierarztkontrollen, eine hochwertige Ernährung und frühzeitige Erkennung von Rasseprädispositionen. Bei guter Versorgung kann ein Friese viele aktive Reitjahre vor sich haben.

Friese nach Nutzung: Was passt zu Dir?

Freizeitreiterin

Der Friese ist für Freizeitreiterinnen ideal: gutmütig, verlässlich, leicht zu führen. Wichtig: genug Bewegung und abwechslungsreiches Training, damit er nicht langweilig wird. Schau Dir das passende Decken-Sortiment für schwere Warmblüter an.

Turniersportlerin (Dressur / Barock)

Der hohe Kniegang und das spektakuläre Traben machen Friesen zu auffälligen Partnern in der Barockdressur. Für Turniereinsätze lohnt sich ein früher Ausbildungsbeginn und regelmäßiges Training auf gut gewarteten Böden.

Wofür eignet sich der Friese als Reitpferd?

Der Friese ist vielseitig einsetzbar - seine Stärken liegen in der Dressur, dem Barockreiten, dem Fahrsport und der Freizeitreiterei, weniger jedoch im Springsport oder Galopprennen.

Die ausdrucksstarken Gangarten machen ihn zum Blickfang in der Dressur - besonders die hohe Knieaktion im Trab ist ein typisches Merkmal der Rasse. Im Fahrsport zieht der Friese traditionell Kutschen und Wagen und ist dort seit Jahrhunderten beliebt. Für Reiterinnen mit Interesse an historischen Reittechniken oder Barockreiterei ist der Friese erste Wahl.

Weniger geeignet ist der Friese für anspruchsvollen Springsport: Seine körperliche Statur - schweres Warmblut, kurze Beine im Verhältnis zum Körper - macht ihn weniger gelenk und weniger sprungelastisch als moderne Springpferde. Auch für anspruchsvolle Geländeritten sind schlanke, ausdauerstarke Rassen besser geeignet.

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Was kostet ein Friese - und womit musst Du rechnen?

Ein Friese kostet je nach Ausbildungsstand, Abstammung und KFPS-Bewertung zwischen 8.000 und über 50.000 Euro. Junge, noch nicht gerittene Friesen beginnen bei rund 8.000 bis 15.000 Euro, gut ausgebildete Reitpferde kosten typischerweise 20.000 bis 35.000 Euro.

Besonders hochgekörte Hengste mit KFPS-Stammbaum und Prämierungen oder Stuten mit exzellenter Abstammung können deutlich teurer sein. Beim Kauf eines Friesenpferdes solltest Du immer auf eine vollständige KFPS-Dokumentation und einen DNA-Test achten - Fälschungen und nicht eingetragene Tiere werden gelegentlich als reinrassige Friesen angeboten.

Neben dem Kaufpreis solltest Du die laufenden Kosten einplanen: Stallmiete, Futter, Hufpflege (alle 6-8 Wochen), Tierarzt und Impfungen sowie die spezifischen Pflegekosten für das lange Behang. Laut CAVALLO Trophy 2025-Daten belaufen sich die durchschnittlichen Jahreskosten eines Pferdes auf rund 9.897 Euro - beim Friesen können sie durch den Pflegeaufwand und mögliche Gesundheitsprobleme der Rasse etwas höher liegen.

Welche Gesundheitsprobleme haben Friesen?

Friesen haben aufgrund ihrer genetischen Enge einige rassetypische Anfälligkeiten: Hautprobleme am Behang, Mega-Ösophagus, Zwergwuchs-Mutationen und eine erhöhte Neigung zu Magengeschwüren werden bei der Rasse häufiger beobachtet als im Durchschnitt anderer Warmblüter.

Das dichte Behang an den Fesseln ist anfällig für Mauke (Fessel-Dermatitis) - besonders bei feuchten Stallbedingungen. Friesen neigen außerdem zu Sommerekzem und Insektenstich-Hypersensitivität. Der Mega-Ösophagus - eine Erweiterung der Speiseröhre, die Schluckstörungen verursacht - tritt bei Friesen häufiger auf als bei anderen Rassen und kann schlimmstenfalls zum Tod führen.

Laut RidersDeal Community Studie 2026 (n=3.515) hatten 72,6% aller Reiterinnen mindestens einen ungeplanten Tierarztbesuch im letzten Jahr. Bei Friesen empfiehlt sich eine regelmäßige Überwachung des Gebisses und der Atemwege sowie eine konsequente Behang-Pflege. Eine gute Pferdeversicherung kann bei dieser Rasse besonders sinnvoll sein.

Wie halte und pflege ich einen Friesen richtig?

Der Friese braucht ausreichend Auslauf, sozialen Kontakt zu Artgenossen und regelmäßiges Training - eine reine Boxenhaltung ohne tägliche Bewegung verträgt diese aktive Rasse schlecht.

Die Behangpflege ist ein zentrales Thema für Friesen-Besitzerinnen: Das Feathering muss nach jedem Ausritt gründlich getrocknet werden, um Mauke zu verhindern. Viele Halterinnen waschen die Beine nur bei echtem Bedarf und pflegen sie stattdessen täglich mit einem trockenen Tuch und gelegentlich Pflegeprodukten. Bei feuchtem Stall- oder Weidegang ist besondere Aufmerksamkeit gefragt.

Mähne und Schweif sollten nur mit sanften Bürsten und idealerweise mit Entwirrungsspray gepflegt werden - Friesen-Mähnen brechen leicht, wenn sie täglich aggressiv gebürstet werden. Das schwarze Fell zeigt weißes Haar stark - qualitativ hochwertiges Kraftfutter und die richtige Mineralstoffversorgung helfen, das Fell glänzend und gesund zu halten. Weiterführende Tipps zum richtigen Scheren eines Pferdes helfen besonders bei dichten Winterfellen.

Friesen sind mit 600 bis 700 kg schwere Pferde - das sollte bei der Wahl der Ausrüstung, der Einstreu und des Hufbeschlags berücksichtigt werden. Eine gut sitzende Pferdedecke ist besonders für Friesen wichtig, die durch ihr dunkles Fell bei Sonneneinstrahlung schneller überhitzen können.

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Häufige Fragen zum Friesen

Wie schwer darf eine Reiterin auf einem Friesen sein?

Als Faustregel gilt: Ein Pferd kann ca. 15-20% seines Körpergewichts tragen. Bei einem 650 kg schweren Friesen wären das rund 100-130 kg Gesamtgewicht (Reiter plus Sattel plus Ausrüstung). Da Friesen kräftige Tragtiere sind, gelten sie als komfortabler für schwerere Reiterinnen als schlanke Vollblüter - dennoch sollte die Belastungsgrenze nie dauerhaft überschritten werden.

Gibt es auch braune oder bunte Friesen?

Im KFPS-Stammbuch sind fast alle Friesen schwarz (Rappe). Ein kleiner weißer Stern auf der Stirn ist erlaubt, weitere Abzeichen nicht. Dunkelbraune Tiere kommen sehr selten vor. Pferde, die als "bunte Friesen" oder "Scheckfriesen" verkauft werden, sind in der Regel keine reinrassigen KFPS-Friesen, sondern Kreuzungen.

Sind Friesen gut für Anfänger geeignet?

Gut ausgebildete, erfahrene Friesen können durchaus für motivierte Einsteiger geeignet sein. Die Rasse ist gutmütig und menschenorientiert. Allerdings sind junge Friesen und Hengste eher für erfahrene Reiterinnen gedacht. Als erstes Pferd empfiehlt sich ein gut ausgebildeter, älterer Friesen - und immer begleitet von regelmäßigem Unterricht.

Welche anderen Pferderassen sind mit dem Friesen verwandt?

Der Friese hat die Entwicklung vieler europäischer Barockrassen beeinflusst - unter anderem den Trakehner und historisch auch den Andalusier. Verwandt im barocken Typ sind außerdem der Lusitano und der Lipizzaner. Alle diese Rassen zeigen ähnliche Gangmerkmale und eine ähnlich starke Menschenorientierung.

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