Pferd scheren – Wann, warum und mit welcher Schermaschine?


Wer sein Pferd scheren möchte, steht vor drei Fragen: Welches Schermuster passt zu meinem Pferd, wann ist der richtige Zeitpunkt und wie gehe ich Schritt für Schritt vor? Geschoren wird vor allem, damit ein Pferd mit dichtem Winterfell bei der Arbeit nicht stark schwitzt und danach schneller trocknet. Reitsport-Autorin Kathi Beißel, seit über 15 Jahren aktive Reiterin und Besitzerin von zwei eigenen Pferden, erklärt Dir hier die gängigen Schermuster, den passenden Zeitpunkt, die richtige Schermaschine und gibt Dir eine praxiserprobte Anleitung mit auf den Weg.
Reitsport-Autorin & Pferdebesitzerin · Aktualisiert: Juni 2026
Warum schert man ein Pferd?
Ein Pferd wird geschoren, damit es mit dichtem Winterfell bei der Arbeit nicht übermäßig schwitzt und nach dem Training deutlich schneller trocknet - das schützt vor Auskühlen.
Pferde, die im Winter regelmäßig gearbeitet werden, schwitzen unter ihrem langen Fell stark. Ein durchgeschwitztes, langhaariges Pferd braucht lange zum Trocknen und kann dabei auskühlen. Genau das verhindert das Scheren: Das kürzere Fell nimmt weniger Schweiß auf und trocknet schneller.
Dass dieser Trocknungs-Aspekt der Hauptgrund ist, bestätigt auch unsere Community. In unserer WhatsApp-Community-Umfrage gaben 43% der Reiterinnen an, ihr Pferd vor allem für die schnellere Trocknung nach der Arbeit zu scheren. 30% scheren ihr Pferd gar nicht - oft, weil es im Winter wenig oder gar nicht gearbeitet wird. Wer kaum reitet, braucht in der Regel auch nicht zu scheren.
Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Scheren?
Der beste Zeitpunkt ist, sobald das Winterfell voll durchgekommen ist - meist ab Mitte Oktober. Danach wird je nach Fellwachstum etwa alle vier bis acht Wochen nachgeschoren.
Die erste Schur erfolgt, wenn das dichte Winterfell vollständig ausgebildet ist. Wächst das Fell schnell nach, schert man im Lauf des Winters ein- bis zweimal nach. Die letzte Schur des Winters liegt sinnvollerweise nicht später als Ende Januar bis Mitte Februar, damit das Sommerfell ungestört nachwachsen kann.
Wer den natürlichen Fellwechsel verstehen und unterstützen möchte, findet die wichtigsten Tipps in unserem Ratgeber zum Fellwechsel beim Pferd. Plane fürs Scheren einen milden, trockenen Tag ein und schere nie ein nasses oder verschwitztes Pferd - das Fell muss sauber und trocken sein.
Welche Schermuster gibt es beim Pferd?
Die gängigsten Schermuster sind Rallyeschnitt, Deckenschnitt, Jagdschnitt und Vollschur. Sie unterscheiden sich darin, wie viel Fell entfernt wird und wo das Pferd bedeckt bleibt.
Welches Muster passt, hängt davon ab, wie stark Dein Pferd arbeitet und wie es gehalten wird. Je mehr Fell entfernt wird, desto konsequenter musst Du danach eindecken. Der Rallyeschnitt ist mit Abstand der beliebteste Kompromiss: In unserer WhatsApp-Community-Umfrage gaben 52% an, ihn zu nutzen, weil er Schweißzonen freilegt und gleichzeitig empfindliche Partien bedeckt lässt.
| Schermuster | Was wird geschoren | Geeignet für |
|---|---|---|
| Rallyeschnitt (Streifen) | Hals und Unterseite, Rücken bleibt stehen | Freizeit- und Offenstallpferde mit moderater Arbeit |
| Deckenschnitt | Hals und Bauch frei, Decke und Beine bleiben | Pferde mit regelmäßigem Training |
| Jagdschnitt | Großflächig, Sattellage und Beine bleiben | Sportpferde mit intensiver Arbeit |
| Vollschur | Komplettes Fell inklusive Beine und Kopf | Hochleistungssport, konsequentes Eindecken |
Tasthaare am Maul und die Haare in den Ohren bleiben aus Tierschutzgründen immer stehen - sie sind wichtige Sinnesorgane. Auch die Beine lässt man bei den meisten Mustern stehen, weil sie das Pferd vor Matsch und Verletzungen schützen.
Welche Schermaschine ist die richtige?
Für die meisten Pferdebesitzer ist eine leise Akkuschermaschine die beste Wahl: kabellos, handlich und ausreichend stark für das ganze Winterfell - ideal auch für schreckhafte Pferde.
Bei der Maschinenwahl zählen drei Dinge: Leistung, Lautstärke und Akkulaufzeit. Akkuschermaschinen sind heute leise und kraftvoll genug für die Vollschur und punkten ohne störendes Kabel. Eine Kundin schreibt in einer 5-Sterne-Bewertung zur Akkuschermaschine bei RidersDeal: "Super einfache Handhabung, ich habe mit dieser Maschine das erste Mal ein Pferd geschoren und ein super Ergebnis erzielt." Achte außerdem auf scharfe, saubere Klingen - stumpfe Klingen ziehen am Fell und machen das Scheren für das Pferd unangenehm.
Wer nur einmal im Jahr ein ruhiges Pferd schert, kommt mit einem soliden Einsteigergerät aus. Wer mehrere Pferde oder häufig schert, profitiert von einer leistungsstärkeren Maschine mit Wechselakku.
Welche Maschine zu Dir passt, hängt von Felldichte und Häufigkeit ab - bei uns findest Du Akku- und Netzschermaschinen samt Ersatzklingen nebeneinander zum Vergleichen.
Schermaschinen ansehen ->Wie schert man ein Pferd Schritt für Schritt?
Geschoren wird auf sauberem, trockenem Fell und immer gegen den Haarwuchs, in langen, ruhigen Zügen. So entsteht ein gleichmäßiges Bild ohne Streifen oder Absätze.
So gehst Du vor:
- Pferd gründlich putzen - Schmutz und Staub machen Klingen schnell stumpf.
- Schermuster mit Kreide oder Sattelseife anzeichnen, damit die Linien sauber werden.
- An einer unempfindlichen Stelle wie der Schulter beginnen, damit sich das Pferd an Geräusch und Vibration gewöhnt.
- Immer gegen den Haarwuchs scheren, in langen, überlappenden Zügen ohne Druck.
- Haut an Falten (Ellbogen, Flanke) glattziehen lassen, um Verletzungen zu vermeiden.
- Maschine zwischendurch reinigen, ölen und abkühlen lassen.
Nimm Dir Zeit und arbeite ruhig. Wird die Maschine zu heiß, leg eine Pause ein - eine überhitzte Klinge kann die Haut reizen. Bei sehr schreckhaften oder noch ungeübten Pferden hilft es, das Geräusch vorab über mehrere Tage am Stall vertraut zu machen.
Wie pflege ich Schermaschine und Klingen richtig?
Klingen müssen während des Scherens regelmäßig geölt und von Haaren befreit werden. Nach dem Einsatz reinigst Du sie trocken und lagerst sie geölt und rostfrei.
Gut gepflegte Klingen sind der wichtigste Faktor für ein sauberes Scherbild. Öle die Klinge alle paar Minuten mit dem mitgelieferten Schermaschinenöl und entferne zwischendurch Haare aus dem Scherkopf. Stumpfe Klingen lassen sich nachschleifen - das verlängert ihre Lebensdauer deutlich. Lagere die Maschine trocken und staubgeschützt.
Ersatzklingen, Öl und Reinigungsbürsten findest Du gebündelt im Schermaschinen-Zubehör. Es lohnt sich, eine zweite Klinge auf Vorrat zu haben, damit Du nicht mitten in der Schur stehen bleibst.
Was braucht ein geschorenes Pferd danach?
Ein geschorenes Pferd verliert seinen natürlichen Kälteschutz und muss eingedeckt werden - je nach Schermuster, Haltung und Temperatur mit unterschiedlich dicken Decken.
Sobald größere Flächen geschoren sind, kann das Pferd die Kälte nicht mehr allein über sein Fell ausgleichen. Eine passende Winterdecke gehört deshalb zur Pflichtausstattung. Nach der Arbeit kommt zunächst eine Abschwitzdecke auf das geschorene Pferd, damit der Restschweiß abtransportiert wird, bevor die wärmende Decke folgt. Welche Grammzahl wann passt, erklärt unser Ratgeber Pferdedecke für welche Temperatur.
Beobachte Dein Pferd in den ersten Tagen nach dem Scheren genau: Zittert es oder steht es mit aufgestelltem Resthaar, ist ihm zu kalt. Schwitzt es unter der Decke, ist sie zu warm.
Scheren nach Situation: Was passt zu Dir?
Freizeitreiterin
Für moderate Winterarbeit reicht meist ein Rallyeschnitt und eine mittlere Decke. Die passende Decke findest Du bei den Winter- und Outdoordecken.
Turniersportlerin
Bei intensivem Training lohnt sich ein Decken- oder Jagdschnitt, kombiniert mit gestaffeltem Deckenmanagement. Eine Abschwitzdecke gehört dann fest in die Stallroutine.
Offenstall-Besitzerin
Im Offenstall lieber sparsam scheren und konsequent mit wasserdichter Outdoordecke arbeiten, damit das Pferd bei Wind und Nässe nicht auskühlt.
Was kostet das Scheren und welches Zubehör brauche ich?
Eine solide Akkuschermaschine kostet je nach Leistung etwa 90 bis 250 Euro, Ersatzklingen liegen bei 20 bis 50 Euro. Wer scheren lässt, zahlt meist zwischen 40 und 80 Euro pro Schur.
Eine eigene Maschine rechnet sich schnell, wenn Du über mehrere Winter regelmäßig scherst. Zur Grundausstattung gehören neben der Maschine ein Satz Ersatzklingen, Schermaschinenöl und eine Reinigungsbürste. Bei RidersDeal achten wir darauf, durchdachtes Equipment zu fairen Preisen anzubieten - typisch für unsere Community aus echtem Stallalltag.
Beliebt bei unserer Community
Am häufigsten gekauft wird bei uns die leise Akkuschermaschine mit zwei Akkus für Pferde - kabellos, handlich und auch für das erste Scheren gut geeignet. Wer eine günstige Abschwitzdecke fürs Eindecken danach sucht, greift gern zur Abschwitzdecke mit Welltex aus unserem Decken-Sortiment.
Alle Akkuschermaschinen ansehen"Bei RidersDeal merkt man einfach, dass es eine Seite von Pferdemenschen für Pferdemenschen ist: immer nahbar, persönlich und mit den Produkten, die man wirklich braucht."
- Frederike Wolbers, @Justanotherhorseblog
Häufige Fragen zum Pferd scheren
Ab wann darf man ein Pferd scheren?
Sobald das Winterfell voll durchgekommen ist, meist ab Mitte Oktober. Die letzte Schur sollte spätestens Ende Januar bis Mitte Februar erfolgen, damit das Sommerfell ungestört nachwächst.
Schert man mit oder gegen den Strich?
Immer gegen den Haarwuchs, in langen, ruhigen Zügen und ohne Druck. Das Fell muss dabei sauber und trocken sein, sonst wird das Scherbild ungleichmäßig und die Klingen werden schnell stumpf.
Muss ein geschorenes Pferd eingedeckt werden?
Ja. Ein geschorenes Pferd verliert seinen natürlichen Kälteschutz und braucht je nach Schermuster, Haltung und Temperatur eine passende Decke - nach der Arbeit zunächst eine Abschwitzdecke.
Welches Schermuster ist für Freizeitpferde am besten?
Für Freizeitpferde mit moderater Arbeit ist der Rallyeschnitt am beliebtesten. Er legt die Schweißzonen frei, lässt empfindliche Partien aber bedeckt und reduziert den Bedarf an dicken Decken.
Von der leisen Akkuschermaschine bis zur passenden Winterdecke - finde das richtige Equipment fürs Scheren und Eindecken Deines Pferdes.
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