Winterdecke Pferd: Gramm, Füllung und Passform im Ratgeber


Eine Winterdecke fürs Pferd ist eine der meistdiskutierten Entscheidungen im Stallalltag - und eine der teuersten, wenn sie falsch ausfällt. Ob und wie viel Gramm Füllung Dein Pferd wirklich braucht, hängt von Fellzustand, Alter, Haltungsform und Deinem individuellen Pferd ab. Reitsport-Autorin Kathi Beißel - aktive Reiterin seit 15 Jahren und selbst Besitzerin von zwei Pferden - führt Dich hier durch die wichtigsten Fragen, Grammzahlen und Passform-Checks.
Reitsport-Autorin & Pferdebesitzerin · Aktualisiert: Oktober 2026
Wann braucht ein Pferd eine Winterdecke?
Eine Winterdecke braucht Dein Pferd, wenn es geschoren ist, älter als 18 Jahre, dünn im Fell oder bei Dauerregen sichtbar auskühlt. Ein gesundes, ungeschorenes Pferd mit vollem Winterfell kommt im Normalfall ohne Decke aus.
Pferde regulieren ihre Körpertemperatur über das Winterfell, das sich aufplustert und eine isolierende Luftschicht bildet. Legst Du eine Decke drauf, wird dieses Fell flachgedrückt - der natürliche Isolationseffekt lässt nach. Deshalb gilt: Decke nur dort einsetzen, wo das Pferd die eigene Thermoregulation nicht mehr schafft.
Konkrete Situationen, in denen eine Winterdecke sinnvoll sein kann: Dein Pferd ist komplett oder teilweise geschoren, es ist ein Senior mit dünnerem Fell, es wird dauerhaft im Offenstall gehalten und steht bei Dauerregen durchnässt, oder es ist nach Krankheit geschwächt und braucht Entlastung. Laut RidersDeal Reitsport-Studie 2026 (n=3.515) sind 23,5% der Pferde 18 Jahre oder älter - ein beachtlicher Anteil, bei dem das Thema Winterdecke jedes Jahr neu durchdacht gehört.
In unserer WhatsApp-Community-Umfrage halten 94% der Reiterinnen täglichen Paddock-Ausgang im Winter für wichtig. Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob Dein Pferd eine Outdoor-taugliche Winterdecke braucht oder eine reine Stalldecke genügt - mehr dazu weiter unten. Mehr zum generellen Thema Eindecken findest Du im großen Pferdedecke-Ratgeber.
Wie viel Gramm Füllung braucht die Winterdecke?
Die Grammzahl richtet sich nach Außentemperatur und Fellzustand: 0-100g für milde Tage, 150-250g ab Nachtfrost, 300-400g bei strengem Frost und geschorenem Pferd. Mehr ist selten besser - zu warm eingedeckt schwitzt Dein Pferd unter der Decke.
Die Gramm-Angabe steht für das Flächengewicht der Füllung in Gramm pro Quadratmeter. Je höher die Zahl, desto dicker die Isolationsschicht - und desto wärmer die Decke. Eine 0g-Decke ist eine reine Regendecke ohne Wärmefunktion, eine 400g-Decke die wärmste Standardstufe im Handel.
| Temperatur | Füllung in g/m² | Einsatz |
|---|---|---|
| +10 bis +5 Grad | 0 bis 100g | Regendecke, leichter Übergang |
| +5 bis 0 Grad | 150 bis 200g | Nachtfrost, dünnes Fell |
| 0 bis -10 Grad | 250 bis 300g | Dauerfrost, Senior, teilgeschoren |
| unter -10 Grad | 350 bis 400g | Strenger Frost, komplett geschoren |
Die Werte sind Orientierung, keine Vorschrift. Ein kräftiges Warmblut mit dichtem Winterfell bleibt bei -5 Grad in einer 150g-Decke komfortabel - ein geschorener Vollblüter friert in derselben Decke. Am Ende entscheidet immer der Wärme-Check am Pferd (siehe weiter unten), nicht nur das Thermometer.
Welche Füllung passt zu Deinem Pferd?
Die Füllung sollte zum Fellzustand und zur Haltungsform passen: ungeschoren und draußen 50-150g, geschoren im Stall 200g, geschoren im Offenstall mit Schnee 300g und mehr. Zwei Decken im Wechsel sind oft praktischer als eine zu warme.
Entscheidend ist nicht nur die Füllung, sondern auch das Material. Hohlfaser-Wattierung ist leicht, trocknet schnell und ist der Standard im Reitsportbereich. Fleece-Innenfutter wärmt zusätzlich und ist angenehm auf der Haut - oft als zweite Lage unter einer Outdoor-Decke eingesetzt. Daunenfüllung findest Du selten, sie wärmt stark, verliert aber in nasser Umgebung ihre Isolationsleistung.
Praxis-Tipp aus der Community: Viele Reiterinnen fahren im Herbst mit einer 100g-Decke, wechseln bei Dauerfrost auf 200-250g und ergänzen bei extrem kalten Nächten eine Fleece-Unterdecke. Das ist flexibler als eine einzelne 400g-Decke, die bei 0 Grad schon zu warm wird. Wer gar nicht eindecken möchte und das Fell natürlich lassen will, findet im Fellwechsel-Ratgeber praktische Hinweise zur Fütterung und Pflege.
Welche Winterdecke passt, hängt vom Pferd und von Deinem Alltag ab - bei RidersDeal findest Du Stalldecken, Outdoor-Decken und Highneck-Modelle direkt zum Vergleichen.
Zum Pferdedecken-Ratgeber ->Wie warm sollte ein Pferd unter der Winterdecke sein?
Fühle mit der Hand unter die Decke an Widerrist und Schulter: lauwarm und trocken ist richtig, kalt bedeutet zu wenig Füllung, warm-feucht heißt die Decke ist zu dick. Dieser Hand-Check ist zuverlässiger als jede Grammzahl auf dem Etikett.
So gehst Du vor: Lege die flache Hand mindestens 30 Sekunden unter die Decke, direkt auf die Haut im Bereich zwischen Schulterblatt und Widerrist. Diese Stelle ist am aussagekräftigsten, weil hier wenig Muskelbewegung zusätzliche Wärme produziert.
- Haut lauwarm, trocken: Decke sitzt perfekt, keine Änderung nötig.
- Haut kalt oder leicht feucht-kühl: Decke zu dünn, nächsthöhere Gramm-Stufe wählen.
- Haut warm bis heiß, feucht: Decke zu dick, Pferd schwitzt, dünnere Stufe oder Decke abnehmen.
- Fell klamm nach dem Abnehmen: Belüftung oder Materialwahl prüfen, ggf. Abschwitzdecke drunter.
Ein kurzer Test morgens und abends in den ersten Tagen zeigt Dir schnell, ob die Decke passt. Bei starken Temperaturschwankungen innerhalb eines Tages lohnt sich der Griff zur dünneren Decke mit Reserve - zu warm eingedeckt ist für Pferde unangenehmer als eine leichte Unterdeckung bei gesundem Fell.
Stalldecke oder Outdoor-Winterdecke - was passt wann?
Eine Stalldecke genügt für Boxenpferde ohne Paddock-Zugang. Sobald Dein Pferd bei Regen oder Schnee rausgeht, brauchst Du eine Outdoor-Winterdecke mit wasserdichtem Oberstoff (meist 1200-1680 Denier) und Füllung.
Der Denier-Wert beschreibt die Reißfestigkeit des Außengewebes. 600 Denier ist leicht und für die Box oder trockene Weide gedacht. 1200 Denier gilt als Allrounder im Offenstall und hält auch gegen Zweige und Pferdezähne. 1680 Denier ist die robuste Variante für Raufer und harte Haltungsbedingungen.
Wichtig für Outdoor-Decken sind drei Dinge: wasserdichter Oberstoff (ab 2000 mm Wassersäule), atmungsaktive Membran (damit Schweiß nach außen entweichen kann) und ein geschlossener Rückenbereich ohne Nähte an der Wirbelsäule. Wer das Pferd zusätzlich am Hals schützen möchte, greift zur Highneck-Variante - die schließt bis in den Mähnenkamm. Für die reine Nässe ohne Kälte reicht oft eine Regendecke ohne Füllung.
Wie findest Du die richtige Deckengröße?
Miss die Rückenlänge vom Widerrist bis zum Schweifansatz - das Maß in cm entspricht der deutschen Deckengröße. Ein Pferd mit 145 cm Rückenlänge trägt also eine Decke in Größe 145.
Lege dafür ein Maßband an den Widerristknochen (nicht dahinter) und führe es gerade entlang des Rückens bis zur Schweifwurzel. Zusätzlich hilft die Brustbreite: Von einer Schulter quer über die Brust zur anderen Schulter messen. Breite Pferderassen wie Haflinger oder Tinker brauchen oft eine Nummer größer und spezielle Full-Cut-Modelle.
Die Decke sitzt richtig, wenn Du zwei Finger flach unter den Brustverschluss schieben kannst, die Schulter beim Laufen frei bleibt und die Decke hinten knapp über dem Schweifansatz endet. Zu kurze Decken rutschen nach vorn und scheuern am Widerrist, zu lange rutschen seitlich weg und reiben an der Flanke. Bei breiten oder leicht gebauten Pferden lohnt sich oft eine Decke mit zusätzlichen Seitengurten.
Wie pflegst Du die Winterdecke richtig?
Winterdecken brauchen am Saisonende eine gründliche Wäsche und bei Outdoor-Modellen eine neue Imprägnierung - erst dann in luftdichter Lagerung bis zum nächsten Herbst. Grobe Verschmutzungen trocknen lassen und abbürsten, nicht nass abreiben.
Für die Hauptwäsche nutzt Du am besten eine spezialisierte Deckenwäscherei oder eine Großraumwaschmaschine mit mindestens 10 kg Fassungsvermögen. Haushaltsmaschinen mit 7-8 kg schaffen Outdoor-Decken selten ohne Beschädigung. Verwende ein mildes Wollwaschmittel ohne Weichspüler - Weichspüler zerstört die Imprägnierung.
Nach der Wäsche eine Imprägnierung mit einem reitsport-tauglichen Spray oder in der Maschine mit Imprägnierzusatz auffrischen. Die Decke dann komplett trocken, luftig und mäusesicher lagern - ein luftdurchlässiger Deckensack an einem trockenen Ort ist ideal. Enge Plastiktüten begünstigen Stockflecken.
Welche Winterdecken empfehlen wir bei RidersDeal?
Für den Outdoor-Einsatz ist die Highneckdecke 1200 Denier mit Fleeceinnenfutter unser Allrounder - robust, winddicht und mit integriertem Halsteil. Für Boxenpferde und Übergangstage reicht meist eine schlichtere Stalldecke mit 150-200g Füllung.
Die bei uns beliebte Highneckdecke mit 1200 Denier und Fleeceinnenfutter deckt den Hauptbedarf vieler Reiterinnen ab: wasserdichter und reißfester Oberstoff, warmes Fleece-Innenfutter, geschnittener Halsteil für Pferde, die bei Wind rausgehen. Für geschorene Pferde empfiehlt sich eine zusätzliche Füllung von 200-300g, abhängig von Haltung und Region.
Als Ergänzung lohnt sich fast immer eine Abschwitzdecke für die Zeit nach dem Training - sie zieht Feuchtigkeit vom Fell und beugt Auskühlung vor, bevor die Winterdecke wieder drauf kommt. Wer in der kalten Jahreszeit viel draußen reitet, sollte auch an die eigene Ausstattung denken: Winterreitstiefel und ein warmer Reitmantel machen den Unterschied zwischen Spaß und Frustration im Sattel.
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Häufige Fragen zur Winterdecke beim Pferd
Wie viel Gramm Winterdecke braucht ein Pferd?
Je nach Temperatur und Fellzustand zwischen 0 und 400g. Als Richtwert gelten 100g für milde Tage über 5 Grad, 200g bei Nachtfrost, 300g bei Dauerfrost und 400g für geschorene Pferde bei strengem Frost unter -10 Grad.
Welche Füllung sollte eine Winterdecke für ein Pferd haben?
Standard ist Hohlfaser-Wattierung - leicht, schnelltrocknend, pflegeleicht. Fleece-Innenfutter wärmt zusätzlich und ist angenehm auf der Haut. Für den Außeneinsatz zählt neben der Füllung vor allem der wasserdichte und atmungsaktive Oberstoff.
Wann braucht ein Pferd eine Winterdecke?
Immer dann, wenn das Pferd die eigene Thermoregulation nicht mehr schafft: bei Schur, hohem Alter, dünnem Fell, nach Krankheit oder bei dauerhaft nasskalter Haltung ohne Unterstand. Gesunde ungeschorene Pferde mit dichtem Winterfell kommen in der Regel ohne Decke aus.
Wie warm sollte ein Pferd unter der Winterdecke sein?
Die Haut unter der Decke sollte lauwarm und trocken sein. Fühlt sie sich kalt an, ist die Decke zu dünn. Ist sie warm-feucht, schwitzt das Pferd und die Decke ist zu dick. Prüfe am besten an Widerrist und Schulter mit der flachen Hand.
Woran erkennst Du die richtige Deckengröße?
Miss die Rückenlänge vom Widerristknochen bis zum Schweifansatz. Das Maß in Zentimetern entspricht der deutschen Deckengröße. Breite Rassen wie Haflinger oder Tinker brauchen oft Full-Cut-Modelle und eine Nummer größer.
Vom leichten Nässeschutz bis zur Highneck mit 300g Füllung - bei RidersDeal findest Du alle Pferdedecken übersichtlich zum Vergleichen.
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