Pferdedecke: Der große Ratgeber zu Arten, Temperatur und Passform

Es gibt viele verschiedene Deckenarten für verschiedene Einsatzbereiche.

Die richtige Pferdedecke begleitet Dich das ganze Jahr - vom Fliegenschutz auf der Sommerweide bis zur Winterdecke im Offenstall. In diesem Ratgeber klären wir, welche Deckenarten wann sinnvoll sind, bei welcher Temperatur welches Füllgewicht passt und wie Du bei Pferden mit viel Hals oder breitem Rumpf die richtige Passform findest. Laut RidersDeal Reitsport-Studie 2026 (n=3.515, ridersdeal.com/reitsportstudie-2026) besitzen 90,7% unserer Community ein eigenes Pferd - die Deckenfrage stellt sich also fast täglich. Reitsport-Autorin Kathi Beißel teilt hier ihre Erfahrung aus 15 Jahren Stallalltag mit zwei eigenen Pferden.

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Kathi Beißel

Reitsport-Autorin & Pferdebesitzerin · Aktualisiert: August 2026

Welche Aufgabe hat eine Pferdedecke?

Eine Pferdedecke schützt Dein Pferd vor Nässe, Wind, Kälte und Insekten - je nach Jahreszeit unterscheiden sich Material, Füllung und Schnitt deutlich. Sie ist damit weit mehr als ein Wärmeschutz.

Im Alltag übernimmt die Decke drei zentrale Aufgaben. Erstens hält sie das Fell trocken, was nach dem Reiten oder bei Dauerregen den Weg auf die Weide erst möglich macht. Zweitens gleicht sie fehlendes Winterfell aus - besonders wichtig, wenn Dein Pferd geschoren ist, älter wird oder von Natur aus dünnhäutig ist. Drittens schützt sie im Sommer vor Bremsen, Kriebelmücken und UV-Strahlung. Bei RidersDeal siehst Du diese drei Einsatzfelder direkt an unseren Bestsellern: Fliegendecken wie die RugBe SuperFly von Covalliero für die warme Jahreszeit, wasserdichte Regen- und Winterdecken für Herbst und Winter sowie Abschwitzdecken für die Zeit direkt nach dem Training.

Welche Arten von Pferdedecken gibt es?

Die wichtigsten Typen sind Regendecke, Winterdecke, Abschwitzdecke, Fliegendecke, Ekzemerdecke und Führmaschinendecke - jede erfüllt eine klar abgegrenzte Aufgabe im Reitsport-Alltag.

Wenn Du einen Stall mit ganzjährigem Paddock-Zugang hast, brauchst Du in der Regel mehrere Decken. Unsere WhatsApp-Community-Umfrage zeigt: 94% der Reiterinnen halten täglichen Paddock-Ausgang im Winter für unverzichtbar - eine wasserdichte Außendecke ist damit fast Pflicht. Für Pferde mit Sommerekzem lohnt sich zusätzlich eine Ekzemerdecke, für die Zeit auf der Führmaschine eine dünne Führmaschinendecke wie unsere Führmaschinendecke 0g 600 Denier.

Übersicht der wichtigsten Pferdedecken und ihrer Einsatzbereiche
Deckentyp Hauptnutzen Einsatz
Regendecke Wasserdicht, ungefüttert Herbst, milde Wintertage
Winterdecke Wasserdicht mit Füllung 100-400g Frost, kalte Nächte, Paddock
Abschwitzdecke Feuchtigkeitstransport Nach Training, Turnier
Fliegendecke Insekten- und UV-Schutz Weide im Sommer
Ekzemerdecke Engmaschiger Mückenschutz Sommerekzem-Pferde
Führmaschinendecke Robust, ungefüttert Führanlage, kurze Bewegung

Sollen Pferde unter der Decke warm sein?

Nein - unter der Decke sollte Dein Pferd trocken und angenehm temperiert sein, nicht warm. Schwitzt es, ist die Decke zu dick oder das Füllgewicht falsch gewählt.

Pferde haben ein hocheffizientes Thermoregulations-System und fühlen sich zwischen 5 und 15 Grad Celsius am wohlsten - deutlich kühler, als wir Menschen denken. Als Test greifst Du unter die Decke im Bereich der Schulter oder Kruppe. Fühlt sich das Fell dort feucht oder klamm an, staut sich Wärme. Ist es kühl und trocken, passt die Decke. Ein leichter, gleichmäßiger Wärmeeindruck ist gewünscht - alles darüber hinaus überfordert die Regulierung und führt langfristig zu Muskelverspannungen und Fellproblemen. Im Fellwechsel gilt das besonders: Zu warm eingedeckte Pferde verlieren den natürlichen Reiz, ein dichtes Winterfell zu bilden.

Bei welcher Temperatur brauchst Du welche Pferdedecke?

Faustregel für ungeschorene Pferde: ab 15 Grad meist ohne Decke, 10 bis 5 Grad Regendecke ohne Füllung, 5 bis -5 Grad 100 bis 200g Füllung, unter -5 Grad 300 bis 400g Winterdecke.

Diese Werte sind Orientierungspunkte, kein Dogma. Entscheidend sind Fell, Alter, Kondition und Haltungsform. Ein 22-jähriger Wallach im Offenstall braucht bei 0 Grad und Regen anderes Equipment als ein junges, unnormiertes Warmblut in der Box.

  • 15 bis 20 Grad: keine Decke, ggf. Fliegendecke bei Insektendruck
  • 10 bis 15 Grad, Regen: ungefütterte Regendecke
  • 5 bis 10 Grad: 50 bis 100g Füllung für sensible Pferde
  • 0 bis 5 Grad: 150 bis 200g Winterdecke
  • -5 bis 0 Grad: 250 bis 300g mit Halsteil
  • Unter -5 Grad: 300 bis 400g, für geschorene Pferde Fullneck

Laut RidersDeal Reitsport-Studie 2026 sind 23,5% der Pferde in unserer Community bereits 18 Jahre oder älter - für diese Senioren wählst Du bei Zweifel lieber eine Stufe wärmer als eine Stufe leichter.

Die richtige Pferdedecke hängt vom Füllgewicht, dem Schnitt und der Haltungsform ab - bei uns findest Du Regendecken, Winterdecken, Fliegendecken und Ekzemerdecken nebeneinander zum direkten Vergleichen.

Welche Decke ist die richtige für Pferde im Winter?

Für den Winter passt eine wasserdichte Außendecke mit 150 bis 300g Füllung - für dünnhäutige oder geschorene Pferde gerne 300 bis 400g mit Halsteil oder als Fullneck-Version.

Achte beim Winterdecken-Kauf auf drei technische Werte: die Denier-Zahl des Oberstoffs (600D für Box, 1200D bis 1680D für raue Offenstall-Bedingungen), die Wassersäule (mindestens 1.500 mm für echte Wetterfestigkeit) und die Atmungsaktivität in Gramm pro Quadratmeter. Unsere Highneckdecke 1200 Denier mit Fleeceinnenfutter deckt genau diesen Bereich für den harten Alltag im Offenstall ab. Wer bei Frost longiert oder das Pferd aus der Halle in die Kälte führt, greift zusätzlich zur Abschwitzdecke - denn schwitziges Fell unter der Winterdecke ist der Klassiker für Erkältungen.

Welche Decke passt zu Pferden mit viel Hals oder breitem Rumpf?

Für Pferde mit viel Hals eignen sich Highneck- oder Fullneck-Schnitte, für breite Warmblüter Marken wie Horseware Amigo oder Bucas mit großzügigem Schulterschnitt und tiefem Bauchansatz.

Horseware Amigo Bravo, Rambo Original und die Bucas Smartex-Reihe sind bei kräftigen Warmblütern und Barockpferden besonders beliebt, weil Schulter und Widerrist mehr Volumen zulassen. Wichtig ist die richtige Rückenlänge - eine zu kleine Decke rutscht nach hinten und drückt am Widerrist. Für Friesen, Tinker und stark bemuskelte Sportpferde sind Schnitte mit Kreuzgurten und elastischen Einsätzen im Brustbereich sinnvoll. Passt der Halsschnitt vorne nicht (zu eng vor der Brust), rubbelt die Decke Mähne und Schulter kahl. In diesem Fall lieber eine Nummer breiter und die Länge über die Brustverschlüsse feinjustieren.

Wie findest Du die passende Größe für die Pferdedecke?

Miss die Rückenlänge Deines Pferdes: vom Buggelenk (Brustmitte) am Körper entlang bis zum Schweifansatz. Das Maß in Zentimetern ist die Deckengröße - üblich sind 115 bis 165 cm.

Ein kleines Warmblut liegt meist bei 135 cm, ein großes Warmblut bei 145 bis 155 cm, Kaltblüter oft bei 155 bis 165 cm. Ponys reichen von 95 bis 125 cm. Zwischen zwei Größen greifst Du zur größeren Variante - eine leicht zu große Decke lässt sich über die Verschlüsse feinjustieren, eine zu kleine Decke ist nicht rettbar. Prüfe nach dem ersten Anziehen, ob der Widerrist frei liegt, die Decke am Buggelenk nicht scheuert und der Bauchansatz mindestens bis zur Bauchmitte reicht. Rutscht sie beim Kopfsenken nach vorne, sind die Beingurte zu locker.

Wie pflegst Du Deine Pferdedecke richtig?

Wasche die Decke bei 30 Grad mit speziellem Deckenwaschmittel, lasse sie vollständig trocknen und imprägniere sie nach dem Waschen neu - so hält eine gute Decke fünf bis acht Jahre.

Am Ende der Wintersaison bürstest Du groben Schmutz trocken ab und wäschst die Decke einmal gründlich - entweder in einer echten Deckenwaschmaschine im Reiterladen oder in der professionellen Deckenreinigung. Normales Waschmittel greift die Wasserdichtigkeit an, deshalb gehört immer ein Deckenwaschmittel oder Nikwax in die Trommel. Nach dem Trocknen imprägnierst Du frisch - dann ist die Decke wieder wasserdicht für die nächste Saison. Zur Lagerung faltest Du sie trocken in einen atmungsaktiven Deckenbeutel, nie in Plastikfolie: Stockflecken entstehen sonst über den Sommer garantiert.

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Häufige Fragen zur Pferdedecke

Sollten Pferde unter der Decke warm sein?

Nein. Unter der Decke sollte das Fell trocken und leicht kühl sein. Fühlt es sich klamm oder heiß an, ist die Decke zu dick gewählt.

Welche Horseware Decke ist für breite Pferde geeignet?

Horseware Amigo Bravo und die Rambo-Serie sind für breite Warmblüter und Barockpferde geschnitten. Sie bieten viel Schulterfreiheit und einen weiten Halsausschnitt.

Bei welcher Temperatur welche Decke für Dein Pferd?

Faustregel: bis 15 Grad ohne Decke, 10 bis 5 Grad Regendecke, 5 bis -5 Grad 100 bis 200g Füllung, unter -5 Grad 300 bis 400g Winterdecke.

Welche Decke für Pferde im Winter?

Eine wasserdichte Winterdecke mit 150 bis 300g Füllung und 1200 bis 1680 Denier Oberstoff. Geschorene Pferde brauchen 300 bis 400g mit Halsteil.

Welche Decke passt für Pferde mit viel Hals?

Highneck- oder Fullneck-Decken mit tiefem Halsansatz und elastischen Brustverschlüssen. Sie verhindern Scheuerstellen an Mähne und Widerrist.

Von der Fliegendecke bis zur 400g-Winterdecke: Bei RidersDeal findest Du die passende Pferdedecke für jede Jahreszeit und jeden Schnitt.

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