Wem vertraut die Pferdewelt 2026? Die Hierarchie der Informationsquellen


Wem vertraut die Pferdewelt 2026, wenn Reiterinnen eine Frage zu ihrem Pferd haben? In unserer RidersDeal Reitsport-Studie 2026 haben wir 3.515 Pferdebesitzerinnen ihre drei wichtigsten Informationsquellen ranken lassen — und das Ergebnis zeichnet ein klares Bild von Vertrauen, Reichweite und einem stillen Wandel der Reitsport-Medien. Trainerin und Tierarzt führen mit Abstand, dicht gefolgt von Stallkolleginnen und der digitalen Mitte aus Google und YouTube. Print-Fachbücher rutschen weiter ab, Instagram fällt überraschend zurück — und KI-Tools wie ChatGPT sind 2026 zum ersten Mal eine relevante Größe. In diesem Artikel ordnen wir die Hierarchie ein und zeigen, was sie für die Pferdewelt insgesamt bedeutet.
Marketingleiter & Datenanalyst · Aktualisiert: April 2026
- Wen fragen Pferdebesitzerinnen 2026 zuerst?
- Warum gewinnt die Trainerin den ersten Platz?
- Welche Rolle spielt der Tierarzt?
- Stallkollegen als unterschätzte Wissensquelle
- Google, YouTube und die Schnellrecherche
- Warum verliert Instagram — und gewinnt KI?
- Was bedeutet das für die Reitsport-Medien?
- Häufige Fragen zur Medienlandschaft
Wen fragen Pferdebesitzerinnen 2026 zuerst?
Die Studienfrage war: "Wenn Du eine Frage zu Deinem Pferd hast, was machst Du zuerst? Bitte die drei wichtigsten ranken." Acht Optionen standen zur Auswahl: Tierarzt, Trainerin, YouTube, Instagram, Stallkollegen, Google, ChatGPT/KI, Fachbuch. Die Reiterinnen sortierten diese nach Wichtigkeit. Wenn man die Top-1-Nennungen zusammenrechnet (also welche Quelle als erste angesprochen wird), zeichnet sich diese Hierarchie ab:
| Quelle | Top-1-Anteil |
|---|---|
| Trainerin | 32,4% |
| Tierarzt | 27,8% |
| Stallkollegen | 14,2% |
| 11,6% | |
| YouTube | 5,9% |
| ChatGPT oder KI | 3,7% |
| 2,8% | |
| Fachbuch | 1,6% |
Drei Befunde springen sofort heraus. Erstens: Persönliche Vertrauenspersonen führen. Trainerin und Tierarzt zusammen machen über 60 Prozent der Top-1-Nennungen aus. Wer eine Frage hat, ruft zuerst einen Menschen an, dem sie vertraut — nicht die digitale Welt. Zweitens: Stallkollegen sind stärker als Google. Das soziale Pferdewissen am Stall hat nicht an Bedeutung verloren, im Gegenteil. Drittens: Print ist fast verschwunden. Nur 1,6 Prozent fragen das Fachbuch zuerst.
Wenn man die Top-3-Nennungen zusammen betrachtet — also welche Quellen die Reiterinnen überhaupt unter ihren ersten drei haben —, verschiebt sich das Bild leicht: Google klettert deutlich nach oben, weil viele Reiterinnen es als zweite oder dritte Quelle nutzen. Stallkollegen bleiben sehr stark. ChatGPT springt auf rund 11 Prozent in den Top 3. Die Hierarchie der Erst-Anlaufstellen bleibt aber klar: Trainerin, Tierarzt, Stallkollegen — dann digital.
Warum gewinnt die Trainerin den ersten Platz?
32,4 Prozent rufen ihre Trainerin als erstes an, wenn eine Frage rund ums Pferd auftaucht. Das ist der höchste Einzelwert — und er hat einen klaren Grund: Die Trainerin kennt das Pferd persönlich. Eine Tierärztin kennt es als Patient, eine Stallkollegin als Boxennachbar — die Trainerin kennt es als Sport- und Bewegungspartnerin im Detail.
Eine Reiterin schreibt in den Freitext-Antworten: "Meine Trainerin hat mein Pferd schon mit drei Jahren ausgebildet, sie sieht uns wöchentlich. Wenn etwas nicht stimmt, ist sie die Erste, die es merkt — manchmal vor mir." Das ist der Kern dieses Vertrauens. Eine gute Trainerin ist nicht nur Lehrerin, sondern auch Diagnostikerin, Beraterin, manchmal Krisenmanagerin.
Was die Trainerin als Vertrauensquelle besonders macht: Sie ist erreichbar, persönlich und versteht die spezifische Reiterin-Pferd-Konstellation. Eine Whatsapp-Nachricht "Mein Pferd ist heute komisch — soll ich anders trainieren?" wird oft binnen Minuten beantwortet. Diese unbürokratische Nähe schlägt fast jede andere Informationsquelle.
Was die Daten aber auch zeigen: Diese Vertrauensbeziehung steht unter Druck. Wenn Reiterinnen 25,8 Prozent beim Reitunterricht sparen müssen — wie unsere Studie zeigt — werden weniger Stunden mit der Trainerin verbracht. Damit nimmt nicht nur das Training ab, sondern auch der Gesprächsraum für all die anderen Pferdefragen. Mehr zur finanziellen Realität des Trainerinnen-Zugangs im Studien-Artikel Wenn der gute Trainer zur Luxusfrage wird.
Welche Rolle spielt der Tierarzt?
27,8 Prozent rufen direkt den Tierarzt an, wenn eine Frage auftaucht. Das ist insofern bemerkenswert, als die Studie auch zeigt: 73,3 Prozent der Pferdebesitzerinnen hatten 2025 mindestens einen ungeplanten Tierarzt-Termin. Wer regelmäßig in dieser Beziehung steht, hat einen direkten Draht — und nutzt ihn auch außerhalb akuter Notfälle.
Was den Tierarzt von anderen Quellen unterscheidet: Fachliche Tiefe und Schadensbegrenzung. Wenn das Pferd auffällig läuft oder nicht frisst, ist Google eine schlechte Idee — die Trefferpalette reicht von "kleine Verspannung" bis "schwere Erkrankung", und Eigendiagnose im Internet ist riskant. Die Tierärztin sieht das Tier, kennt Vorgeschichte und Befund, kann handfest einordnen. Mehr zur Tierarzt-Realität 2026 im Studien-Artikel Wie krank ist unser Pferd wirklich?.
Was sich dabei aber verändert hat: Die Form des Kontakts. Wo früher die Tierarztpraxis nur über die Telefonzentrale erreichbar war, läuft heute viel über Whatsapp, E-Mail oder direkten Praxiskontakt mit der jeweiligen Tierärztin. Wer mit einer guten Praxis vernetzt ist, bekommt häufig schnelle Einschätzungen ohne Termin — was die Hürde, den Tierarzt zu fragen, deutlich gesenkt hat.
Allerdings: Mit der GOT-Erhöhung 2026 ist auch die kurze Beratungs-Konsultation oft kostenpflichtig geworden. Das verändert das Frage-Verhalten — wer für jede Whatsapp-Diagnose zahlt, fragt anders. Mehr zur GOT-Realität im Studien-Artikel Tierarzt-Schock 2026.
Stallkollegen als unterschätzte Wissensquelle
14,2 Prozent fragen zuerst Stallkollegen. Das ist mehr als Google (11,6 Prozent), mehr als YouTube und KI zusammen. Diese Zahl überrascht oft — und sie sagt viel über den Stall als sozialen Wissensraum aus.
Was Stallkolleginnen anderen Quellen voraushaben: Erfahrungswissen aus erster Hand. Wer 20 Jahre lang Pferde hält, hat fast jedes Standard-Problem schon einmal selbst erlebt — Sehnenschaden, Husten, Sattel-Druckstelle, Wurmkur-Reaktion, Gelassenheits-Probleme im Gelände. Eine Stallkollegin, die schon mit ihrem letzten Pferd das gleiche Thema hatte, ist oft praktischer als jeder allgemeine Ratgeberartikel.
Hinzu kommt: Stallkolleginnen haben oft die Stallspezifika im Blick. Welcher Tierarzt ist gut für Atemwege, welcher für Sehnen? Welche Hufschmiedin ist verlässlich? Welcher Therapeut hilft bei welchem Problem? Solche lokalen Empfehlungs-Netzwerke sind im digitalen Zeitalter wertvoller, nicht weniger.
Was die Daten aber auch zeigen: Stallkolleginnen-Wissen funktioniert nur, wenn der Stallclub funktioniert. Wer in einem Stall ohne soziale Bindungen steht — Privatbox, anonymer Pensionsbetrieb — hat diesen Vorteil nicht. Das ist ein Argument für die Wahl eines guten Pensionsstalles, das in der Stallmiete-Diskussion oft untergeht. Wie die soziale Stalldynamik 2026 wirklich aussieht, vertieft unser Studien-Artikel Was Reiterinnen 2026 wirklich nervt.
Google, YouTube und die Schnellrecherche
11,6 Prozent fragen zuerst Google. In den Top-3-Auswertungen klettert Google deutlich nach oben — viele Reiterinnen nutzen es als zweite oder dritte Quelle nach den persönlichen Anlaufstellen. YouTube liegt mit 5,9 Prozent als Erst-Anlaufstelle deutlich hinter Google, ist aber als visuelle Vertiefungsquelle wichtiger als die Zahl vermuten lässt.
Was Google und YouTube als Quellen prägt: Schnelligkeit und Vielfalt. Wer 23 Uhr im Bett liegt und eine Frage zur Wurmkur-Häufigkeit hat, fragt nicht die Trainerin — sie ruft Google. Wer wissen will, wie eine bestimmte Bandage angelegt wird, schaut ein YouTube-Video. Diese Quellen sind ergänzend, nicht ersetzend.
Wo sie schwächeln: Bei spezifischen Diagnosen und individuellen Pferd-Mensch-Konstellationen. Google kann nicht wissen, ob die plötzliche Lahmheit an der Schulter, der Hufrolle oder am Beschlag liegt. YouTube kann nicht beurteilen, ob das junge Pferd nun unter dem Reiter trägt oder nur durchhält. Genau diese Beurteilung braucht persönliche Anwesenheit — Trainerin, Tierarzt, manchmal Stallkollegin.
Was sich dabei verändert hat: YouTube ist zur wichtigsten Reitsport-Bibliothek geworden. Was früher in Fachbüchern nachgeschlagen wurde, gibt es heute als Video-Tutorial. Stangenarbeit, Equikinetic, Gelassenheits-Übungen, Spring-Linienführung — fast alles ist mit Suchanfragen sofort auffindbar. Die Trainings-Vielseitigkeit der Pferdewelt 2026 hat hier einen wichtigen Treiber. Mehr dazu im Studien-Artikel Reiten reicht nicht mehr.
KI ist 2026 zum ersten Mal eine relevante Größe
ChatGPT und ähnliche Tools haben es 2026 in die Top-3-Anlaufstellen vieler Reiterinnen geschafft. Was sie können, was sie nicht können — und wie Pferdebesitzerinnen sie sinnvoll nutzen, vertieft unser Studien-Artikel ChatGPT im Stall.
Warum verliert Instagram — und gewinnt KI?
Eine der überraschendsten Befunde der Studie: Instagram landet bei nur 2,8 Prozent als erste Anlaufstelle. Bei einer Plattform, auf der Pferdesport-Content massenhaft konsumiert wird, ist das eine bemerkenswert geringe Vertrauenswerte für die Frage "wo finde ich die Antwort?". Was sagt das?
Instagram funktioniert in der Pferdewelt als Inspirations- und Unterhaltungsplattform, nicht als Wissensplattform. Reiterinnen schauen sich Reels an, lassen sich von Outfits oder Trainings-Ideen inspirieren — aber wenn sie wirklich eine Frage haben, gehen sie woanders hin. Das ist eine wichtige Differenzierung, die Reitsport-Influencerinnen oft nicht ganz wahrhaben wollen. Reichweite ist nicht gleich Vertrauen.
Im Gegensatz dazu: ChatGPT und KI-Tools sind 2026 zum ersten Mal eine messbare Größe. 3,7 Prozent als Erst-Anlaufstelle, in den Top 3 deutlich höher (rund 11 Prozent). Das ist relativ neu — die Studienergebnisse spiegeln den Beginn einer Bewegung wider, die in den nächsten Jahren wahrscheinlich weiter wachsen wird.
Was KI-Tools für Pferdebesitzerinnen attraktiv macht: Sie kombinieren die Schnelligkeit von Google mit der Personalisierung eines Gesprächs. Wer ChatGPT erklären lässt, was eine bestimmte Diagnose bedeutet oder wie eine Trainings-Einheit aufgebaut sein könnte, bekommt eine maßgeschneiderte Antwort — schneller als Forenrecherche, persönlicher als Suchergebnisse. Wo die Grenzen liegen und was Pferdebesitzerinnen damit konkret machen, vertiefen wir im Studien-Artikel ChatGPT im Stall: Was KI 2026 wirklich bedeutet.
Was bedeutet das für die Reitsport-Medien?
Wenn man die Hierarchie der Vertrauensquellen ernst nimmt, lassen sich drei Schlüsse für die Reitsport-Branche ziehen — und sie haben Folgen weit über 2026 hinaus.
1. Print muss sich neu erfinden — oder verschwinden. 1,6 Prozent als Top-1-Quelle ist eine harte Zahl für klassische Reitsport-Magazine und Fachbücher. Was nicht heißt, dass Print tot ist — aber es verändert seine Rolle: vom Erst-Recherche-Medium zum Hintergrund-Vertiefer, zur visuellen Inspiration, zur Sammler-Ausgabe. Wer Print 2026 noch macht, muss eine andere Frage beantworten als 1995.
2. Influencerinnen müssen Glaubwürdigkeit über Reichweite stellen. Instagrams 2,8-Prozent-Position zeigt: Wer als Influencerin nur Reichweite generiert, schafft Aufmerksamkeit, aber nicht Vertrauen. Wer dagegen Substanz liefert — fundierte Trainings-Inhalte, ehrliche Auseinandersetzung mit Pferdethemen, Transparenz über Sponsoring — kann das ändern. Es gibt heute schon einige Pferdesport-Influencerinnen, die genau das machen.
3. Trainerinnen und Tierärzte sind die Schlüsselfiguren der Reitsport-Information. Wer als Marke, Verband oder Medium die Pferdewelt erreichen will, kommt an diesen beiden Gruppen nicht vorbei. Sie sind die Multiplikatoren, denen die Reiterinnen wirklich glauben — und entsprechend wertvoll als Partnerinnen in der Kommunikation. Auch das ist eine Verschiebung gegenüber älteren Marketing-Logiken.
Was die Daten am Ende klar zeigen: Die Pferdewelt 2026 vertraut Menschen, die ihr Pferd persönlich kennen — und nutzt digitale Werkzeuge ergänzend. Das ist eine sehr menschliche Hierarchie. Und sie wird auch 2030 wahrscheinlich noch stehen, wenn auch mit anderen Anteilen.
Häufige Fragen zur Medienlandschaft
Wem vertrauen Pferdebesitzerinnen 2026 am meisten?
Der Trainerin (32,4 Prozent als Erst-Anlaufstelle) und dem Tierarzt (27,8 Prozent). Zusammen über 60 Prozent. Stallkollegen folgen mit 14,2 Prozent, Google mit 11,6 Prozent. Persönliche Vertrauenspersonen schlagen digitale Quellen klar.
Warum ist Instagram so weit hinten?
Mit 2,8 Prozent als Erst-Anlaufstelle ist Instagram die Inspirations- und Unterhaltungsplattform — nicht die Wissensplattform der Pferdewelt. Reiterinnen lassen sich dort inspirieren, aber suchen Antworten auf konkrete Fragen woanders. Reichweite ist nicht gleich Vertrauen.
Wie wichtig sind Stallkollegen als Wissensquelle?
Stärker als Google. 14,2 Prozent fragen Stallkollegen zuerst, gegenüber 11,6 Prozent für Google. Stallkolleginnen bringen Erfahrungswissen aus erster Hand und lokale Empfehlungs-Netzwerke (welcher Tierarzt, welche Hufschmiedin) ein. Voraussetzung ist ein funktionierender Stallclub.
Spielt KI bereits eine Rolle?
Ja, zum ersten Mal messbar. 3,7 Prozent als Erst-Anlaufstelle, in den Top 3 rund 11 Prozent. KI-Tools wie ChatGPT kombinieren die Schnelligkeit von Google mit der Personalisierung eines Gesprächs — und sind 2026 eine wachsende Größe in der Pferdewelt.
Sind Reitsport-Fachbücher tot?
Als Erst-Anlaufstelle weitgehend ja — nur 1,6 Prozent fragen das Fachbuch zuerst. Als Hintergrund-Vertiefung und Sammler-Medium haben sie weiterhin ihren Platz, aber für die Schnellrecherche sind digitale Quellen längst dominant. Print muss seine Rolle neu definieren.
Wo finde ich die vollständige Studie?
Auf der Hub-Seite zur RidersDeal Reitsport-Studie 2026 findest Du alle Auswertungen — Methodik, Demografie, Geld, Gesundheit, Training, Turniersport, Senior-Pferd, Medien und Emotion.
Wer wem vertraut, ist verstanden. Spannender ist die Frage, was 2026 wirklich neu ist: KI-Tools wie ChatGPT als Pferd-Frage-Quelle. Der Folge-Artikel zeigt, was die Studie über die KI-Nutzung verrät.
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