Shivering beim Pferd: Symptome, Ursachen und was wirklich hilft

Shivering beim Pferd ist eine progressive neurologische Erkrankung - erkennbar an unwillkürlichen Muskelzuckungen in der Hinterhand, die viele Pferdebesitzerinnen zunächst ratlos zurücklassen. Bei RidersDeal erreichen uns immer wieder Fragen von Reiterinnen, deren Pferde beim Hufgeben zittern oder beim Rückwärtsgehen stocken. Was genau hinter Shivering steckt, wie Du es sicher erkennst und was Deinem Pferd wirklich helfen kann, erfährst Du in diesem Ratgeber.

RD

RidersDeal Redaktion

Reiterinnen aus dem RidersDeal-Team · Aktualisiert: April 2026

Was ist Shivering beim Pferd?

Shivering - im Deutschen auch "Zittern" oder "Schüttellähmung" genannt - ist eine progressive neurologische Erkrankung, die vor allem größere Warmblutpferde betrifft. Sie äußert sich durch unwillkürliche Muskelzuckungen und Tremor in der Hinterhand. Die Erkrankung schreitet in der Regel langsam fort und ist nicht auf Kälte oder Aufregung zurückzuführen.

Typischerweise tritt Shivering bei Pferden ab einem Gewicht von 500 kg auf - leichtere Rassen wie Haflinger oder Isländer sind deutlich seltener betroffen. In der RidersDeal-Community haben 37 % der Reiterinnen ein Seniorenpferd (16+ Jahre): Bei diesen älteren Pferden zeigt sich Shivering häufiger als bei Jungpferden.

Wie erkennst Du Shivering - die typischen Symptome

Das auffälligste Symptom zeigt sich beim Hufgeben: Das Pferd zieht das Hinterbein ruckartig nach oben, oft begleitet von einem Tremor der gesamten Hinterhandmuskulatur. Weitere typische Anzeichen sind Steifigkeit oder Blockieren beim Rückwärtsgehen sowie das unwillkürliche Hochziehen des Schwanzes.

Shivering-Symptome nach Schweregrad
Stadium Typische Anzeichen Auswirkung
Frühstadium Leichtes Zucken beim Hufgeben, gelegentliches Stocken Reitbarkeit meist vollständig erhalten
Mittelstadium Deutlicher Tremor, Schwierigkeiten beim Rückwärtsgehen Leichte bis mittlere Einschränkung
Schwerstadium Muskelschwund, Taumeln, Fallen Erhebliche Einschränkung bis Unlösbarkeit

Was sind die Ursachen von Shivering - und wie wird es diagnostiziert?

Die genaue Ursache von Shivering ist bislang nicht vollständig geklärt. Wissenschaftliche Untersuchungen deuten auf eine Fehlfunktion des Kleinhirns und der damit verbundenen Nervenbahnen hin, die die Motorsteuerung der Hinterhand koordinieren. Eine genetische Komponente wird diskutiert, ist aber nicht abschließend bewiesen.

Die Diagnose stellt Dein Tierarzt klinisch: Die charakteristischen Symptome beim Hufgeben und Rückwärtsgehen sind für einen erfahrenen Veterinär in der Regel eindeutig. Ergänzend können neurologische Tests und eine Blutuntersuchung sinnvoll sein, um andere Erkrankungen auszuschließen. Eine spezifische Labordiagnostik für Shivering gibt es bisher nicht.

Dein Pferd zeigt Symptome? Lass es zeitnah tierärztlich untersuchen.

Je früher Shivering erkannt wird, desto besser lässt sich das Management anpassen - und desto länger bleibt die Lebensqualität Deines Pferdes erhalten.

Ist Shivering beim Pferd schlimm?

Shivering ist ernst zu nehmen - aber kein automatisches Todesurteil für ein erfülltes Pferdeleben. Die Erkrankung schreitet bei vielen Pferden sehr langsam fort und bleibt über Jahre auf einem stabilen Niveau. Andere Pferde zeigen eine rasche Verschlechterung. Eine verlässliche Prognose für das einzelne Pferd ist schwierig zu stellen.

Ausschlaggebend für die Lebensqualität sind: der Schweregrad beim Zeitpunkt der Diagnose, das Körpergewicht und die Rasse des Pferdes, ein gutes Huf- und Gesundheitsmanagement sowie eine angepasste Futterversorgung. Pferde im Frühstadium leben oft viele Jahre ohne nennenswerte Einschränkungen.

Shivering im Alltag: Was passt zu Deiner Situation?

Freizeitreiterin (61 % der Community)

Im moderaten Freizeitbereich bleibt ein Pferd im Frühstadium oft lange reitbar. Wichtig: Hufpflege nie vernachlässigen und regelmäßige Tierarztkontrolle einplanen. Alle Pflegeartikel für den Stallalltag findest Du im Putzzeug & Pflegebedarf-Sortiment bei RidersDeal.

Seniorenpferd-Besitzerin (37 % haben Pferd 16+ Jahre)

Bei älteren Pferden kann Shivering häufiger und früher auftreten. Hier sollte der Fokus auf Bewegungserhalt durch Schritt und leichtes Longieren liegen. Hilfreiche Infos gibt es im Ratgeber Seniorenpferd fit halten.

Turniersportlerin (26 %)

Im fortgeschrittenen Leistungssport ist Shivering eine ernste Einschränkung - vor allem bei Disziplinen mit hohen Anforderungen an die Hinterhand. Eine ehrliche Einschätzung durch Tierarzt und Trainer ist hier unverzichtbar.

Kann man ein Pferd mit Shivering reiten - und wie alt wird es?

Ob und wie lange ein Pferd mit Shivering geritten werden kann, hängt stark vom individuellen Verlauf ab. Im Frühstadium ist leichtes Reiten in der Regel gut möglich und kann sogar zum Muskelerhalt beitragen. Belastende Disziplinen wie Springen oder intensive Dressurarbeit sollten mit dem Tierarzt besprochen werden.

Zur Lebenserwartung: Viele Pferde mit Shivering können bei gutem Management 10 Jahre und länger mit der Diagnose leben. Die Erkrankung allein ist kein Grund für eine frühzeitige Einschläferung - diese Entscheidung trifft man erst dann, wenn die Lebensqualität des Tieres dauerhaft nicht mehr gewährleistet werden kann. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind essenziell.

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Was sollte man einem Pferd mit Shivering füttern?

Die Ernährung spielt eine wichtige unterstützende Rolle beim Management von Shivering. Besondere Bedeutung könnten Vitamin E und Selen haben - beide Nährstoffe werden für gesunde Nervenfunktionen und Muskelaktivität benötigt und könnten bei neurologischen Erkrankungen des Pferdes eine ergänzende Rolle spielen. Bitte besprich die genaue Supplementierung unbedingt mit Deinem Tierarzt.

Wichtige Grundregeln für die Fütterung bei Shivering: Gib lieber mehrere kleine Mahlzeiten statt wenige große, sorge für eine gute Grundversorgung mit Raufutter (Heu), meide energie- und stärkereiche Kraftfuttermittel und stelle sicher, dass ausreichend frisches Wasser zur Verfügung steht. Eine Mineralfutteranalyse kann helfen, eventuelle Mängel frühzeitig zu erkennen - mehr dazu im Ratgeber Mineralfutter fürs Pferd.

Ist Shivering beim Pferd heilbar - was hilft wirklich?

Eine vollständige Heilung von Shivering ist nach aktuellem Wissensstand nicht möglich. Die Erkrankung ist progressiv - das heißt, sie lässt sich verlangsamen, aber nicht rückgängig machen. Das Ziel des Managements ist daher: die Progression so weit wie möglich hinauszuzögern und die Lebensqualität des Pferdes auf einem guten Niveau zu halten.

Was wirklich helfen kann - immer in Absprache mit dem Tierarzt: regelmäßige moderate Bewegung (Schritt, leichtes Longieren), angepasste Fütterung mit ausreichend Vitamin E und Selen, gutes Hufmanagement mit kurzen Beschlagintervallen sowie Stressreduktion im Stallalltag. Physiotherapeutische Maßnahmen könnten den Muskelerhalt unterstützen.

"Bei RidersDeal merkt man einfach, dass es eine Seite von Pferdemenschen für Pferdemenschen ist - immer nahbar, persönlich und mit den Produkten, die man wirklich braucht."

- Frederike Wolbers, @Justanotherhorseblog

Häufige Fragen zu Shivering beim Pferd

Ist Shivering beim Pferd schlimm?

Shivering ist eine ernsthafte progressive Erkrankung, aber kein sofortiges Todesurteil. Viele Pferde leben jahrelang gut mit der Diagnose - besonders wenn sie im Frühstadium erkannt und konsequent betreut werden.

Kann man ein Pferd mit Shivering reiten?

Im Frühstadium ist leichtes Reiten in der Regel möglich und sogar förderlich. Ob und in welchem Umfang Dein Pferd geritten werden kann, entscheidet Dein Tierarzt gemeinsam mit Dir auf Basis des aktuellen Gesundheitszustands.

Wie alt kann ein Pferd mit Shivering werden?

Mit gutem Management können Pferde mit Shivering 10 Jahre und länger nach der Diagnose leben. Die Lebenserwartung hängt stark vom individuellen Verlauf, der Rasse und dem Schweregrad der Erkrankung ab.

Was sollte ich meinem Pferd bei Shivering füttern?

Eine gute Grundversorgung mit Heu, ausreichend Vitamin E und Selen sowie die Vermeidung von stärkereichen Kraftfuttermitteln werden häufig empfohlen. Besprich die genaue Supplementierung immer mit Deinem Tierarzt.

Ist Shivering beim Pferd heilbar?

Nein - eine vollständige Heilung ist nach aktuellem Wissensstand nicht möglich. Das Ziel ist, die Progression zu verlangsamen und die Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten.

Hat ein Pferd mit Shivering Schmerzen?

Shivering wird in der Regel nicht als primär schmerzhafte Erkrankung eingestuft. Im fortgeschrittenen Stadium können jedoch sekundäre Muskelprobleme auftreten. Ein regelmäßiger Tierarztcheck hilft, das Wohlbefinden des Pferdes sicherzustellen.

Für den Stallalltag mit Deinem Pferd - alles Wichtige rund um Pflege, Fütterung und Gesundheit findest Du bei RidersDeal.



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