Seniorenpferd fit halten - Training, Gesundheit und Pflege ab 18

Ein Pferd mit 20 Jahren zu reiten - das ist für viele Reiterinnen ganz normaler Stallalltag. 37 Prozent der Reiterinnen in der RidersDeal-Community haben ein Pferd im Alter von 16 Jahren oder älter. Und die meisten von ihnen wissen: Senioren sind keine halben Pferde. Sie sind erfahren, verlässlich - und brauchen einfach etwas mehr Aufmerksamkeit als in jungen Jahren. Dieser Ratgeber zeigt Dir, wie Du Dein Seniorenpferd fit hältst, welche Veränderungen Du im Auge behalten solltest und was beim Futter, Training und der Gesundheitsvorsorge ab 18 Jahren wirklich wichtig ist.

Ab wann gilt ein Pferd als Senior?

Eine klare Altersgrenze gibt es nicht - der Übergang vom erwachsenen Pferd zum Senior ist fließend und individuell sehr verschieden. Als Faustregel gilt in der Pferdemedizin: Ab etwa 15 bis 18 Jahren beginnen viele Pferde, altersbedingte Veränderungen zu zeigen. Ponys altern oft langsamer als Warmblüter, Vollblüter und Araberpferde liegen irgendwo dazwischen.

Entscheidend ist nicht das Geburtsjahr, sondern der Zustand des Pferdes. Ein gut gepflegtes, regelmäßig bewegtes 22-jähriges Pferd kann fitter sein als ein vernachlässigtes Pferd mit 16. Gleichzeitig gibt es biologische Prozesse - Zahnabbau, Muskelabbau, Gelenkverschleiß, Hormonschwankungen - die ab einem bestimmten Alter bei nahezu jedem Pferd auftreten. Diese frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren, macht den Unterschied zwischen einem Pferd, das bis ins hohe Alter aktiv bleibt, und einem, das vorzeitig in Rente muss.

Was sich im Körper verändert

Wer die typischen Altersveränderungen kennt, kann frühzeitig handeln - statt erst zu reagieren, wenn das Pferd bereits leidet. Das sind die wichtigsten Bereiche, die Du im Blick behalten solltest:

Zähne und Verdauung: Die Zähne von Pferden wachsen ein Leben lang nach - aber irgendwann sind die Reserven aufgebraucht. Ab etwa 20 Jahren können Zähne locker werden, ausfallen oder sich ungleichmäßig abnutzen. Schlechtes Kauen führt zu verminderter Nährstoffaufnahme, Gewichtsverlust und Kolikanfälligkeit. Jährliche Zahnkontrollen beim Tierarzt sind für Seniorenpferde Pflicht.

Muskulatur und Gewicht: Ältere Pferde verlieren tendenziell Muskelmasse - besonders am Rücken und an der Hinterhand. Gleichzeitig können manche Pferde im Alter Übergewicht entwickeln, vor allem wenn die Bewegung abnimmt. Regelmäßiges, angepasstes Training und eine ausgewogene Fütterung sind die wichtigsten Gegenmittel.

Gelenke und Bewegungsapparat: Arthrotische Veränderungen sind bei Pferden ab 15 Jahren häufig - oft betreffen sie Sprunggelenke, Hufgelenke und Kniegelenke. Steifigkeit nach dem Stehen, Kurzattrittigkeit, veränderte Gangbilder: Das sind typische erste Zeichen.

Immunsystem und Hormonsystem: Das Immunsystem wird mit dem Alter weniger effizient. Gleichzeitig steigt ab etwa 15 Jahren das Risiko für das Equine Cushing-Syndrom (PPID) - eine hormonelle Erkrankung, die häufig jahrelang unentdeckt bleibt.

Thermoregulation: Ältere Pferde haben oft Schwierigkeiten, ihre Körpertemperatur zu halten - sie frieren schneller, und der Fellwechsel kann sich verändern. Cushing-Pferde zeigen häufig verzögerten oder unvollständigen Fellwechsel.

Kann man ein altes Pferd noch reiten?

Ja - in den meisten Fällen. Bewegung ist für Seniorenpferde keine Belastung, sondern Medizin. Regelmäßiges Training hält Muskeln aktiv, fördert die Gelenkflüssigkeit, unterstützt die Verdauung und erhält die geistige Fitness. Ein Pferd, das von einem Tag auf den anderen in Rente geschickt wird, baut oft schneller ab als eines, das behutsam weiterarbeitet.

Die entscheidende Frage ist nicht "ob", sondern "wie viel und wie". Ein gesundes 22-jähriges Pferd kann problemlos noch geritten werden - aber mit angepasstem Anspruch. Wettkampfbelastung, intensives Springstaining oder stundenlanges Galoppieren sind in diesem Alter nicht mehr angemessen. Entspanntes Ausreiten, leichte Dressurarbeit, Bodenarbeit und Longieren hingegen sind in den meisten Fällen bis ins hohe Alter möglich.

Wann nicht mehr reiten? Wenn das Pferd offensichtliche Schmerzen zeigt, lahmheitsverdächtig geht oder tierärztlich nicht mehr für das Reiten freigegeben wurde. Ein regelmäßiger Check beim Tierarzt gibt Dir Sicherheit - und schützt das Pferd vor Überforderung, die es selbst nicht kommunizieren kann.

Ergänzungsfutter und Gelenkschutz für Dein Seniorenpferd

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Training anpassen: So bleibt ein Seniorenpferd beweglich

Das Grundprinzip beim Training älterer Pferde lautet: Kontinuität schlägt Intensität. Lieber vier- bis fünfmal pro Woche 30 Minuten als einmal 2 Stunden mit langen Pausen dazwischen. Kurze Einheiten mit ausreichend Aufwärmzeit sind gelenkschonender und halten die Muskulatur gleichmäßiger in Form.

Aufwärmen ernst nehmen: Was bei jungen Pferden schon wichtig ist, wird beim Senior zur Pflicht. Mindestens 10 bis 15 Minuten Schritt, bevor Trab oder Galopp gefordert wird. Morgens, wenn das Pferd nach der Stallnacht steif ist, kann die Aufwärmphase noch länger dauern.

Bodenarbeit als Ergänzung: Handarbeit, Longieren und leichte Stangenarbeit sind für viele Seniorenpferde ideal - sie fordern ohne zu überfordern, stärken die Hinterhand und halten die mentale Verbindung zwischen Pferd und Mensch lebendig.

Abkühlen und Beobachten: Nach dem Training gut abkühlen lassen, Beine abtasten - Wärme oder Schwellungen in den Gelenken sollten immer ernst genommen werden. Sprunggelenkschoner können während des Trainings Stabilität geben und nach der Belastung den Venentransport unterstützen.

Training nach Situation: Was passt zu Deinem Seniorenpferd?

Freizeitreiterin (61% der Community)

Entspanntes Ausreiten, kurze Dressureinheiten und Bodenarbeit passen ideal zum Senior. Fokus auf Aufwärmen und Regelmäßigkeit. Stangenarbeit ist eine schonende Möglichkeit, Koordination und Hinterhand zu fordern.

Turniersportlerin (26% der Community)

Wenn das Seniorenpferd aus dem aktiven Turniersport raus ist, braucht es eine sinnvolle Übergangsphase - nicht abrupter Stopp, sondern schrittweise Reduktion. Gelassenheitstraining kann dabei helfen, den Übergang positiv zu gestalten.

Seniorenpferd-Besitzerin (37% der Community)

Regelmäßige kurze Einheiten, täglich Bewegung auch an Nicht-Reittagen (Handarbeit, Führen), und ein wachsames Auge auf Gelenkwärme und Gangbild. Therapiedecken und Rückenwärmer könnten die Muskulatur nach dem Training unterstützen.

Fütterung im Alter: Was das Seniorenpferd braucht

Die Fütterung ist einer der wirksamsten Hebel, wenn es darum geht, ein älteres Pferd fit zu halten. Dabei geht es nicht nur darum, was das Pferd bekommt - sondern wie gut es das Futter verwerten kann. Ein Senior mit schlechten Zähnen oder eingeschränkter Darmfunktion braucht andere Futtermittel als ein junges Pferd.

Grundversorgung Raufutter: Heu bleibt die Basis - und sollte es auch im Alter bleiben, solange die Zähne mitmachen. Bei nachlassender Kauqualität können eingeweichtes Heu, Heucrobs oder Heucobs als Ersatz oder Ergänzung sinnvoll sein. Sie liefern ähnliche Ballaststoffe und sind leichter zu kauen.

Proteinversorgung: Muskelabbau im Alter hängt häufig mit einer unzureichenden Proteinversorgung zusammen. Hochwertige Proteinquellen wie Luzerne, Leinkuchen oder spezielle Senior-Kraftfutter könnten helfen, Muskelmasse zu erhalten - immer in Absprache mit dem Tierarzt oder Fütterungsberater.

Mineralfutter und Spurenelemente: Ältere Pferde haben einen veränderten Bedarf an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Ein spezielles Senior-Mineralfutter kann helfen, Versorgungslücken zu schließen. Das meistgekaufte Produkt in dieser Kategorie bei RidersDeal ist das Mineral Secure+ Senior in der 4-kg-Packung - ein Zeichen dafür, wie relevant das Thema in unserer Community ist.

Gelenkunterstützung: MSM (Methylsulfonylmethan) ist eine der am häufigsten eingesetzten Ergänzungen bei älteren Pferden - es könnte die Gelenkfunktion und Knorpelgesundheit unterstützen. Das MSM-Präparat "Für Fell, Gelenke, Haut und Horn" ist bei RidersDeal das am häufigsten bestellte Ergänzungsfutter im Gelenksegment. Ob und in welchem Umfang ein Ergänzungsfutter dem eigenen Pferd hilft, sollte grundsätzlich mit dem Tierarzt besprochen werden.

Wie bekomme ich ein altes Pferd dicker? Wenn ein Seniorenpferd trotz ausreichender Fütterung abbaut, sind oft Zähne, Parasiten oder Cushing die Ursache. Erst diese Grundursachen abklären, bevor man einfach mehr füttert. Danach können energiereiche, leicht verdauliche Futtermittel wie Leinkuchen, Rübenschnitzel (eingeweicht) oder spezielles Senior-Kraftfutter helfen.

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Cushing und Arthrose erkennen und managen

Zwei Erkrankungen begegnen Seniorenpferd-Besitzerinnen besonders häufig: das Equine Cushing-Syndrom (PPID) und Arthrose. Beide verlaufen schleichend, beide sind gut managebar - wenn man sie früh erkennt.

Cushing beim Pferd erkennen: Die häufigsten Anzeichen sind ein verzögerter oder unvollständiger Fellwechsel, ein langes, lockiges oder welliges Fell im Sommer, vermehrtes Schwitzen, erhöhte Wasseraufnahme und häufiges Wasserlassen sowie Muskelabbau trotz ausreichender Fütterung. Auch Hufrehe ohne offensichtliche Fütterungsursache kann ein Hinweis sein. Die Diagnose erfolgt über einen Bluttest beim Tierarzt - der ACTH-Wert gibt Aufschluss. Ein Cushing-Test für ein Pferd kostet laut aktuellem GOT-Rahmen etwa 50 bis 100 EUR.

Ein häufig gestelltes Thema in der Community: Welche Schermaschine eignet sich für ein Cushing-Pferd? Da das dichte, oft lockige Fell solcher Pferde besonders anspruchsvoll ist, lohnt sich eine kräftige Maschine mit starkem Motor. Viele Reiterinnen scheren ihr Cushing-Pferd auch außerhalb der normalen Scherzeit, wenn das Fell im Sommer zu belastend wird.

Arthrose beim Pferd managen: Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die nicht heilbar, aber gut managebar ist. Die häufigste Frage lautet: "Was hilft wirklich bei Arthrose beim Pferd?" Die ehrliche Antwort ist: Eine Kombination aus regelmäßiger, angepasster Bewegung, gezielter Fütterung und - wo nötig - tierärztlicher Behandlung. Bewegungsmangel verschlimmert Arthrose, weil die Gelenkflüssigkeit nur durch Bewegung erneuert wird.

Gelenkschützende Maßnahmen können sein: angepasste Bewegung, Ergänzungsfutter mit MSM oder Teufelskralle, gut sitzende Sprunggelenkschoner für Stabilität im Training, und bei stärkerem Befund medikamentöse Therapie durch den Tierarzt. Wichtig: Schmerzmittel ohne tierärztliche Diagnose zu geben, ist nicht empfehlenswert - sie können die Schmerzwahrnehmung überdecken und das Pferd dazu bringen, sich mehr zu belasten als gut für die Gelenke ist.

"Man fühlt sich als Teil einer Community, die den Stallalltag versteht."

- Miriam Fischer, @herzenspferd_felino

Pflege und Ausrüstung für ältere Pferde

Mit dem Alter verändern sich auch die Anforderungen an Pflege und Ausrüstung. Was für ein junges Sportpferd funktioniert, passt nicht zwingend für einen Senior.

Decken: Ältere Pferde frieren schneller, besonders wenn sie Muskelmasse verloren haben. Eine gut sitzende Outdoordecke mit ausreichend Gramm ist im Winter wichtig - gerade für Seniorenpferde im Offenstall. Leonie Kandsperger, Stallbotschafterin bei RidersDeal, betont, dass Produkte aus dem Stallalltag heraus entstehen müssen: "Ich schätze vor allem, dass die Produkte im echten Stallalltag funktionieren." Bei Decken gilt das besonders - Schulterfreiheit, Passform und robuste Verarbeitung machen den Unterschied. Das Decken-Sortiment bei RidersDeal findest Du unter Pferdedecken, inklusive Therapiedecken und Rückenwärmer.

Gelenkschutz im Training: Sprunggelenkschoner sind für Seniorenpferde mit Arthrose oder Gelenkproblemen besonders sinnvoll. Sie stabilisieren das Gelenk während der Belastung und schützen vor mechanischen Einwirkungen. Die meistgekauften Modelle in unserer Community sind die Sprunggelenkschoner Royal Deluxe - erhältlich im Therapiebereich bei RidersDeal.

Sattel und Rücken: Der Rücken eines Seniorenpferdes verändert sich - Muskelabbau und veränderte Körperhaltung können dazu führen, dass ein alter Sattel plötzlich nicht mehr passt. Regelmäßige Sattelanpassungen beim Sattler sind für Seniorenpferde besonders wichtig, mindestens einmal jährlich.

Hufe: Regelmäßiger Hufschmied-Besuch bleibt im Alter wichtig - mit zunehmendem Alter können sich Hufqualität und Wachstum verändern. Bei Pferden mit Arthrose oder veränderten Gliedmaßenstellungen ist eine enge Abstimmung zwischen Tierarzt und Hufschmied sinnvoll.

Häufige Fragen zum Seniorenpferd

Kann man ein 30 Jahre altes Pferd noch reiten?

Theoretisch ja - wenn das Pferd gesund ist, keine Schmerzen hat und der Tierarzt grünes Licht gibt. In der Praxis beschränken sich Reiteinheiten bei 30-jährigen Pferden oft auf kurze, entspannte Ausritte im Schritt oder leichten Trab. Das Wohlbefinden des Pferdes hat absoluten Vorrang vor dem Reitwunsch der Besitzerin.

Wann sollte man ein altes Pferd nicht mehr reiten?

Wenn das Pferd beim Reiten sichtbare Schmerzsignale zeigt, lahmheitsverdächtig geht, starke arthrotische Veränderungen hat oder der Tierarzt vom Reiten abrät. Auch bei unkontrolliertem Cushing mit Hufrehe-Schüben sollte pausiert werden, bis das Pferd medikamentös eingestellt ist.

Wie fängt Cushing beim Pferd an?

Frühe Zeichen sind ein verzögerter Fellwechsel, ein längeres oder welliges Sommerfell, leichter Muskelabbau am Rücken und an der Hinterhand sowie leicht erhöhte Wasseraufnahme. Viele Besitzerinnen bemerken die Veränderungen zunächst beim Fellwechsel im Frühling - das Fell geht später oder gar nicht vollständig. Ein Bluttest beim Tierarzt bringt Gewissheit.

Was hilft wirklich bei Arthrose beim Pferd?

Die wirksamste Maßnahme ist regelmäßige, angepasste Bewegung - sie erhält die Gelenkflüssigkeit und verhindert Versteifung. Ergänzend könnten Gelenkergänzungsmittel wie MSM die Gelenkgesundheit unterstützen. In fortgeschrittenen Fällen kann der Tierarzt medikamentöse Behandlungen oder Gelenkinjektionen empfehlen. Bewegungsarmut verschlimmert Arthrose grundsätzlich.

Welches Mineralfutter bei Arthrose beim Pferd?

Ein ausgewogenes Mineralfutter, das Mangan, Kupfer und Zink enthält, kann die Knorpelgesundheit unterstützen. Für Seniorenpferde mit Arthrose eignen sich speziell formulierte Senior-Mineralfutter, die auf die veränderten Bedarfe älterer Pferde abgestimmt sind. Welches Produkt passt, hängt immer von der Gesamtration ab - eine Futteranalyse oder Beratung beim Tierarzt hilft, Doppelversorgungen zu vermeiden.

Wie bekomme ich ein altes Pferd dicker?

Zunächst die Ursache klären: schlechte Zähne, Parasitenbefall oder Cushing führen oft zu Gewichtsverlust trotz ausreichender Fütterung. Sind diese ausgeschlossen, helfen energiereiche, leicht verdauliche Futtermittel wie eingeweichte Heucrobs, Rübenschnitzel, Leinkuchen oder spezielles Senior-Kraftfutter. Kleinere, häufigere Mahlzeiten sind besser verdaulich als große Portionen.

Wie viel Bewegung braucht ein Arthrose-Pferd?

Regelmäßige, moderate Bewegung täglich ist besser als intensive Einheiten mit langen Pausen. Mindestens 30 bis 45 Minuten täglich, davon ausreichend Schritt als Aufwärm- und Abkühlphase. Weiden oder Paddockgang fördern die Gelenke durch natürliche Bewegungsreize - Stall ohne Auslauf ist für Arthrose-Pferde besonders belastend.

Dein Senior verdient das Beste

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