Reitgerte: Länge, Einsatz und wie Du die richtige Gerte findest


Eine Reitgerte ist mehr als ein Trainingswerkzeug - sie verlängert Deine Hilfen und macht feinste Kommandos für Dein Pferd verständlicher. Als aktive Reiterin seit über 15 Jahren weiß ich, wie viel Unterschied die passende Gertenlänge im Sattel und in der Bodenarbeit macht. Ob Dressurgerte, Springgerte oder lange Bodenarbeitsgerte - für jeden Einsatz gibt es die richtige Reitgerte, und bei RidersDeal findest Du die passende Auswahl inklusive Beratung aus unserer Community.
Reitsport-Autorin & Pferdebesitzerin · Aktualisiert: Juli 2026
Was ist eine Reitgerte?
Eine Reitgerte ist ein dünner, flexibler Stab mit Griff und Schlagende, den Reiterinnen als verlängerten Schenkel oder unterstützende Hilfe beim Reiten und in der Bodenarbeit einsetzen. Sie ersetzt keinen Schenkel, sondern präzisiert ihn.
Im Reitsport ist die Gerte ein anerkanntes Ausbildungswerkzeug - kein Strafmittel. Sie unterstreicht eine treibende oder seitwärts weisende Hilfe, wenn Dein Pferd die feineren Schenkelsignale übersieht oder unsicher reagiert. Der Kern der Gertenwirkung liegt in der Impulsgabe, nicht im Schmerz: Ein kurzes Tippen an der richtigen Stelle genügt, um Dein Pferd wach zu machen und die eigentliche Hilfe klarzumachen.
"Gerte beim Pferd" ist umgangssprachlich für exakt dasselbe Gerät. In der Praxis unterscheiden Reiterinnen zwischen Reitgerte (klassisch, für den Sattelbereich), Dressurgerte (länger, für den Einsatz hinter dem Schenkel) und Springgerte (kürzer, robuster). Alle drei zählen bei RidersDeal zur Kategorie Reitgerten.
Welche Arten von Reitgerten gibt es?
Es gibt drei Haupttypen: die klassische Reit- oder Springgerte (60-75 cm), die Dressurgerte (100-120 cm) und die Bodenarbeitsgerte oder Longiergerte (140-180 cm). Jeder Typ hat einen klar definierten Einsatzbereich.
Der wichtigste Unterschied liegt in Länge und Flexibilität. Kurze Gerten werden im Sattel in der Hand geführt und mit einer knappen Handbewegung eingesetzt. Lange Dressurgerten reichen bis hinter das Bein der Reiterin und wirken ohne Umgreifen. Bodenarbeitsgerten haben zusätzlich einen längeren Schlag oder eine Schnürung, damit Du auf Distanz präzise Signale gibst.
| Gertentyp | Länge | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Springgerte / Reitgerte | 60-75 cm | Springtraining, Freizeitreiten, Ausritte |
| Dressurgerte | 100-120 cm | Dressurarbeit, Seitengänge, Feinabstimmung |
| Bodenarbeits- / Longiergerte | 140-180 cm | Longieren, Handarbeit, Freiarbeit |
Wie lang sollte eine Reitgerte sein?
Eine klassische Reit- oder Springgerte misst 60 bis 75 cm - kurz genug, um sie im Sattel bequem in der Hand zu führen, und lang genug, um mit einer knappen Bewegung hinter Deinen Schenkel zu wirken.
Die richtige Länge hängt von Deiner Armlänge, Deiner Reitweise und Deinem Pferd ab. Als Faustregel gilt: Die Gerte darf im Sattel nicht mit den Zügeln kollidieren, aber weit genug reichen, um Dein Bein an der Gurtlage optisch zu verlängern. Wer eher kleine Pferde reitet oder springt, kommt mit 60 cm gut aus. Größere Warmblüter und Reiterinnen mit langem Arm greifen häufiger zu 70 oder 75 cm.
Laut RidersDeal Reitsport-Studie 2026 (n=3.515) reiten 36,5% der Reiterinnen schwerpunktmäßig Dressur, 29,4% konzentrieren sich auf Gelassenheit und Freizeit, 11,2% springen. Das erklärt, warum die klassische kurze Reitgerte im Sortiment einer der beliebtesten Ausrüstungsgegenstände ist - sie funktioniert für Freizeit- und Springreiterinnen gleichermaßen.
Wie lang darf eine Gerte in der Dressur sein?
In deutschen Dressurprüfungen ist eine Gerte bis 120 cm inklusive Schlagende erlaubt. Im Training gibt es keine Begrenzung, auf dem Turnier ist die 120-cm-Grenze bindend.
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) regelt in ihrer Leistungsprüfungsordnung die zulässige Gertenlänge für Turniere. Für alle nationalen Dressurprüfungen im Bereich der FN gilt: maximal 120 cm inklusive Schlag. In manchen Championatsprüfungen und im internationalen Bereich (FEI) ist die Gerte ganz verboten - hier lohnt sich immer ein Blick in die aktuelle Ausschreibung.
Für das tägliche Training gibt es keine Längenvorschrift. Viele Reiterinnen greifen jedoch bewusst zur turnierkonformen 110 bis 120 cm langen Dressurgerte, damit die Gewohnheit im Sattel stimmt. Wer im Verein oder auf einem Turnier startet, bereitet sich so realistisch vor. Passend zum Dressurtraining findest Du bei uns auch den Ratgeber zur Hilfengebung in Seitengängen.
Die passende Gertenlänge hängt von Deiner Disziplin ab - bei uns findest Du Reitgerten, Dressurgerten und Bodenarbeitsgerten nebeneinander zum Vergleichen.
Was ist der Unterschied zwischen Reitgerte und Dressurgerte?
Der Hauptunterschied liegt in der Länge und im Einsatz: Die Reitgerte ist mit 60-75 cm kurz und wird in der Hand geführt, die Dressurgerte ist mit 100-120 cm lang genug, um ohne Umgreifen hinter dem Schenkel zu wirken.
Eine klassische Reitgerte wird meist zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten und muss zum Einsatz kurz mit dem Handgelenk gedreht werden. Das reicht beim Springen oder auf Ausritten aus - dort brauchst Du selten präzise Impulse hinter dem Bein.
In der Dressur ist das anders. Beim Reiten von Seitengängen oder Versammlungslektionen möchtest Du das Pferd unmittelbar hinter dem Schenkel touchieren, ohne den Zügelkontakt zu verlieren. Genau dafür ist die Dressurgerte gebaut: Sie liegt in der Reiterhand und ihre Spitze ruht knapp hinter der Sattellage - eine kaum sichtbare Handbewegung genügt, um das Pferd zu unterstützen. Wer regelmäßig Dressur reitet, kommt an einer eigenen Dressurgerte kaum vorbei.
Welche Länge sollte eine Gerte für die Bodenarbeit haben?
Für die klassische Bodenarbeit reicht eine Gerte mit 140-160 cm Länge. Beim Longieren an der Longe darf sie ruhig 180 cm oder mit zusätzlichem Schlag bis zu 220 cm messen, um das Pferd auf dem Zirkel zu erreichen.
Die längere Bodenarbeitsgerte hat zwei Funktionen: als verlängerter Arm für Berührungssignale in der Hand- und Freiarbeit und als Impulsgeber beim Longieren, wenn die Reiterin in der Mitte des Zirkels steht. Für die reine Handarbeit auf kurze Distanz genügen 140-160 cm - Du willst nicht mit einer Zwei-Meter-Gerte um Dein Pferd herumfuchteln, sondern klare Signale geben.
Wer viel mit der Doppellonge arbeitet oder Hand- und Freiarbeit mit dem Kappzaum macht, greift meist zur längeren Variante mit Schlagschnur. Damit erreichst Du das Pferd auch auf einem 15-Meter-Zirkel sauber und musst keine Kompromisse eingehen.
Wie setzt Du die Reitgerte richtig ein?
Die Reitgerte unterstützt Deine Schenkelhilfe - sie ersetzt sie nicht. Ein kurzes Tippen hinter dem Sattelgurt oder an der Schulter reicht aus, um Dein Pferd wach zu machen und Deine eigentliche Hilfe klarer zu machen.
Die Grundregel lautet: Erst der Schenkel, dann die Gerte. Reagiert Dein Pferd nicht auf die Schenkelhilfe, wiederholst Du sie einmal deutlicher und unterstreichst sie mit einem knappen Tippen der Gerte. Reagiert das Pferd, hörst Du sofort auf - Timing ist alles. Wer die Gerte dauerhaft einsetzt, entwertet sie und verliert die feine Kommunikation.
- Gerte immer auf der Seite tragen, auf der Du sie einsetzen willst
- Ohne Umgreifen wechseln, wenn Du die Hand nicht wegnehmen kannst
- Schlagschlaufe locker über das Handgelenk - nicht fest zurren
- Nie aus Zorn oder Ungeduld einsetzen
- Junge Pferde erst an die Gerte gewöhnen, bevor Du sie im Training nutzt
Wer sich beim Einsatz unsicher fühlt, sollte an seinem Sitz arbeiten - eine wackelige Hand macht die Gerte unruhig. Bei triebigen Pferden ist die Gerte oft die Rettung: Im Ratgeber Triebiges Pferd motivieren zeigen wir, wie Du sie sinnvoll einsetzt, ohne Dein Pferd stumpf zu reiten.
Welche Reitgerte passt zu Deinem Reitstil?
Freizeitreiterin
Für gemütliche Ausritte und leichtes Training reicht eine kurze 65-70 cm Reitgerte völlig aus. Sie liegt ruhig in der Hand und ist beim Ausreiten kaum spürbar.
Turniersportlerin
Für Dressurstarts brauchst Du eine 110-120 cm Dressurgerte - turnierkonform und trainingstauglich. Für Springstarts eine 60-70 cm Springgerte. Details zur Hilfengebung in Seitengängen findest Du in unserem Ratgeber.
Reitbeteiligung
Wenn Du das Pferd Deiner Reitbeteiligung fein reiten willst, frage vor dem Gertenkauf die Besitzerin - manche Pferde reagieren empfindlich auf Änderungen. Passende Grundausstattung fürs Reiten findest Du in unserem Ratgeber.
Welche Reitgerte ist die beste?
Die beste Reitgerte ist die, die zu Deiner Disziplin, Deiner Handgröße und Deinem Pferd passt. Es gibt keine universelle Empfehlung - nur passende und unpassende Kombinationen.
Achte beim Kauf auf drei Kriterien: die richtige Länge für Deine Disziplin, einen rutschfesten Griff (Gummi oder ummantelter Kork) und eine ausgewogene Balance. Eine zu leichte Gerte fühlt sich wackelig an, eine zu schwere ermüdet die Hand nach 20 Minuten. Führe Dein Wunschmodell einmal probehalber ohne Pferd durch die Luft - so merkst Du, ob sie in der Hand angenehm liegt.
Farbe und Optik sind Geschmackssache. Für den Turniereinsatz sind dezente schwarze oder dunkelbraune Modelle Standard. Im Training darfst Du zeigen, was Dir gefällt - viele Reiterinnen in unserer Community wählen bewusst farbige Gerten, die zur Schabracke passen. In der Kategorie Reitgerten bei RidersDeal findest Du klassische Modelle und ausgefallene Farbvarianten nebeneinander.
Stimmen aus der RidersDeal-Community
"Bei RidersDeal merkt man einfach, dass es eine Seite von Pferdemenschen für Pferdemenschen ist: immer nahbar, persönlich und mit den Produkten, die man wirklich braucht."
- Frederike Wolbers, @Justanotherhorseblog
"RidersDeal ist meine erste Anlaufstelle, weil es immer tolle Deals gibt und man einfach alles rund um den Reitsport findet - so muss man nicht bei 10 Anbietern gleichzeitig bestellen."
- Anna-Lena Humpert, @Nordponys_FloKali
Häufige Fragen zur Reitgerte
Was ist eine Reitgerte?
Eine Reitgerte ist ein dünner, flexibler Stab mit Griff, der die Hilfen der Reiterin verlängert und präzisiert. Sie unterstützt die Schenkelhilfe, ersetzt sie aber nicht.
Was ist eine Gerte beim Pferd?
"Gerte beim Pferd" ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die Reitgerte oder Dressurgerte. Sie wird im Sattel oder in der Bodenarbeit als unterstützendes Signalmittel eingesetzt.
Wie lang sollte eine Reitgerte sein?
Eine klassische Reitgerte misst 60-75 cm. Für Springen und Freizeitreiten sind 60-70 cm üblich, größere Pferde und Reiterinnen mit langem Arm greifen zu 75 cm.
Wie lang darf eine Gerte in der Dressur sein?
In deutschen FN-Dressurprüfungen ist eine Gerte bis 120 cm inklusive Schlag erlaubt. In manchen internationalen und Championatsprüfungen ist die Gerte komplett verboten - immer die aktuelle Ausschreibung prüfen.
Welche Länge sollte eine Gerte für die Bodenarbeit haben?
Für die klassische Bodenarbeit reichen 140-160 cm. Beim Longieren sind 180 cm oder eine Longiergerte mit zusätzlichem Schlag (bis 220 cm) üblich, um das Pferd auf dem Zirkel zu erreichen.
Was ist der Unterschied zwischen einer Reitgerte und einer Dressurgerte?
Die klassische Reitgerte ist mit 60-75 cm kurz und wird in der Hand geführt. Die Dressurgerte ist mit 100-120 cm länger und reicht bis hinter den Schenkel - so kannst Du sie einsetzen, ohne umzugreifen.
Welche Reitgerte ist die beste?
Die beste Reitgerte passt zu Deiner Disziplin, Deiner Handgröße und Deinem Pferd. Wichtig sind die richtige Länge, ein rutschfester Griff und eine gute Balance - keine universelle Marke, sondern die passende Kombination.
Von der klassischen Springgerte über die Dressurgerte bis zur langen Bodenarbeitsgerte - bei uns findest Du die passende Reitgerte für jede Reitweise.
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