Traversale reiten: Hilfengebung, Unterschied zu Travers und häufige Fehler


Traversale reiten bedeutet: das Pferd bewegt sich diagonal über die Bahn, Bug und Hinterhand gleichzeitig seitwärts, vier Hufspuren nebeneinander. Die Traversale ist eine der anspruchsvollsten Zweihuftour-Lektionen und gleichzeitig eine der häufigsten Quellen für Verwirrung - denn der Unterschied zu Travers und Schenkelweichen bereitet vielen Reiterinnen Kopfzerbrechen. Dieser Ratgeber erklärt Hilfengebung, Fehler und den systematischen Aufbau.
Reitsport-Autorin & Pferdebesitzerin · Aktualisiert: Mai 2026
Was ist die Traversale beim Reiten?
Die Traversale ist eine Zweihuftour-Lektion: Das Pferd bewegt sich auf vier Hufspuren diagonal über die Bahn, dabei sind Bug und Hinterhand gleichzeitig seitwärts gerichtet.
Im Unterschied zu einfacheren Seitwärtsgängen arbeiten beim Traversale beide Körperhälften des Pferdes aktiv - die Hinterhand folgt der Vorhand, das Pferd bleibt leicht in Bewegungsrichtung gestellt. Der Winkel zur Bahn beträgt circa 30 bis 45 Grad. Die Traversale gehört zu den Lektionen der Klasse L und S in der Dressur und ist eine wichtige Vorstufe zu fliegenden Wechseln und Piaffe.
Laut RidersDeal Reitsport-Studie 2026 (n=3.515, ridersdeal.com/reitsportstudie-2026) ist Dressur mit 36,5 Prozent die beliebteste Reitdisziplin unter deutschsprachigen Reiterinnen - die Traversale ist dabei eine Lektion, die Freizeitreiterinnen und Turniersportlerinnen gleichermaßen beschäftigt. Dennoch geben 71 Prozent der Reiterinnen an, nie oder nicht mehr aktiv an Turnieren teilzunehmen - die Traversale wird also längst nicht nur auf dem Viereck für den Richter geritten, sondern als Trainingslektion für Durchlässigkeit und Versammlung.
Was ist der Unterschied zwischen Travers und Traversale?
Travers wird auf der Linie geritten, die Hinterhand nach innen gestellt. Bei der Traversale bewegt sich das Pferd diagonal über die gesamte Bahn.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Bewegungsrichtung und der Bahnnutzung. Beim Travers (auch "Kruppeherein" genannt) bleibt das Pferd auf einer geraden Linie - zum Beispiel der langen Seite - und die Hinterhand ist um etwa 30 Grad nach innen gestellt. Das Pferd bewegt sich dabei geradeaus vorwärts. Bei der Traversale dagegen verlässt das Pferd die gerade Linie und bewegt sich von einer Seite der Bahn zur anderen. Bug und Hinterhand gehen gleichzeitig seitwärts. Die Stellung ist dieselbe wie beim Travers: Das Pferd ist leicht zur Seite der Bewegungsrichtung gestellt.
Ein guter Merksatz: Travers - die Hinterhand weicht von der Bahn ab, das Pferd bewegt sich geradeaus. Traversale - das Pferd bewegt sich seitwärts über die Bahn, Bug und Hinterhand gleichzeitig. Mehr zu den Dressurlektionen und ihrer Abfolge findest Du in unserem Ratgeber Dressurklassen und Lektionen im Überblick.
| Merkmal | Travers | Traversale |
|---|---|---|
| Bewegungsrichtung | Geradeaus (auf der Linie) | Diagonal über die Bahn |
| Stellung des Pferdes | Zur Bahnseite (zur Wand) | Leicht in Bewegungsrichtung |
| Hufspuren | 3-4 Hufspuren | 4 Hufspuren |
| Dressurklasse (typisch) | Ab L | Ab L (Trab), ab S (Galopp) |
Was ist der Unterschied zwischen Schenkelweichen und Traversale?
Beim Schenkelweichen ist das Pferd vom treibenden Schenkel weggebogen - bei der Traversale ist es zum treibenden Schenkel hin gebogen.
Das Schenkelweichen ist die Einstiegslektion für Seitwärtsgänge: Das Pferd weicht vom inneren Schenkel weg, ist dabei leicht in die Richtung gebogen, aus der es kommt - also vom Schenkel weg. Keine Versammlung nötig, kein ausgeprägtes Untertreten. Beim Traversale-Reiten dagegen ist das Pferd in Bewegungsrichtung gestellt und tritt mit den inneren Hinterbeinen deutlich unter den Schwerpunkt. Das erfordert mehr Versammlung, mehr Schubkraft und ein gut entwickeltes Gleichgewicht. Schenkelweichen ist also die Vorbereitung, Traversale das Ziel.
Wie sieht die Hilfengebung bei der Traversale aus?
Der äußere Schenkel treibt seitwärts, der innere Schenkel hält Schwung und Vorwärtsdrang - der äußere Zügel reguliert Tempo und Stellung, der innere Zügel stellt leicht.
Schrittweise erklärt: Die Reiterin sitzt leicht auf die innere Sitzbeinhälfte. Der äußere Schenkel liegt hinter dem Gurt und treibt die Hinterhand nach innen-vorwärts. Der innere Schenkel liegt am Gurt und hält die Energie - ohne ihn würde das Pferd stumpf stehen bleiben statt vorwärts-seitwärts zu schwingen. Der äußere Zügel nimmt Tempo und Stellung auf, der innere Zügel stellt das Pferd minimal in Bewegungsrichtung. Wichtig: Die Führhandtätigkeit bleibt subtil - wer zu stark am inneren Zügel zieht, verliert die Hinterhand.
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Dressurgamaschen ansehen ->Welche Fehler passieren bei der Traversale am häufigsten?
Die häufigsten Fehler sind: zu viel Winkel, fehlender Schwung nach vorne und eine Hinterhand, die der Vorhand hinterherläuft statt gleichzeitig seitwärts zu gehen.
Zu viel Seitwärts auf Kosten des Vorwärts ist der klassische Einstiegsfehler. Die Traversale soll vorwärts-seitwärts gehen - sobald das Pferd nur noch seitwärts schiebt und der Takt leidet, ist der Winkel zu steil. 30 Grad zur Bahn reichen vollständig aus. Ein weiterer häufiger Fehler: die Vorhand zieht vor, die Hinterhand folgt mit Verzögerung. Das erkennst Du daran, dass die Hufe der Hinterhand in derselben Spur wie die Vorderhufe landen, statt eigenständig seitwärts zu treten. Ursache ist meist ein zu starker innerer Zügel, der die Vorhand führt, während der äußere Schenkel nicht genug treibt. Lösung: mehr äußerer Schenkel, weniger innere Zügelführung.
Wie bereite ich mein Pferd systematisch auf die Traversale vor?
Das Schulterherein ist die wichtigste Grundlage - wer Schulterherein beherrscht, hat das Handwerkszeug für die Traversale bereits in der Hand.
Der Aufbau folgt einer klaren Reihenfolge: zuerst Schenkelweichen auf der Diagonale beherrschen, dann Travers auf der geraden Linie festigen, dann die Traversale auf der Diagonale einführen. Wer diesen Weg überspringt, bemerkt es sofort - das Pferd hat keine Antwort auf den äußeren Schenkel, weil das Fundament fehlt. Für den ersten Versuch eignet sich das Ende der langen Seite: Dort kommt das Pferd aus dem Travers heraus und kann die Bewegung nahtlos in die Diagonale mitnehmen. Weitere Hinweise zur Struktur des Dressurtrainings findest Du in unserem Ratgeber Hufschlagfiguren richtig reiten.
Traversale im Galopp - ab wann ist mein Pferd bereit?
Die Galopp-Traversale ist erst sinnvoll, wenn der Travers im Galopp sicher sitzt und das Pferd im Galopp klar versammeln kann.
Im Trab lässt sich der Rhythmus leichter kontrollieren - das Pferd hat mehr Zeit pro Takt. Im Galopp kommt die Bewegung schneller und die Anforderungen an Schwung und Anlehnung steigen. Viele Reiterinnen erleben im Galopp einen Verlust des Takts oder ein Herausbrechen der Hinterhand - das ist ein klares Zeichen, dass die Vorbereitung noch nicht abgeschlossen ist. Erst wenn die Galopp-Traversale in drei bis vier Schritten sauber gelingt, lohnt es sich, sie über die volle Diagonale auszudehnen. Die Lektion wird in der Klasse S verlangt, kann aber im Training früher eingeführt werden, wenn das Pferd physisch bereit ist.
"Ich liebe die verschiedenen Deals und die Möglichkeit dadurch zu sparen."
- Josephine Löwe, @_josi_loewe
Häufige Fragen zur Traversale
Was ist der Unterschied zwischen Travers und Traversale?
Beim Travers bewegt sich das Pferd geradeaus auf einer Linie, die Hinterhand ist nach innen gestellt. Bei der Traversale bewegt sich das Pferd diagonal über die Bahn - Bug und Hinterhand gehen gleichzeitig seitwärts. Die Stellung des Pferdes ist bei beiden Lektionen ähnlich, die Bewegungsrichtung grundlegend verschieden.
Wie viele Hufspuren hat die Traversale?
Die Traversale ist eine Zweihuftour-Lektion mit vier Hufspuren: Beide Vorderhufe und beide Hinterhufe laufen in je einer eigenen Spur nebeneinander. Der Winkel zur Bahn beträgt dabei etwa 30 bis 45 Grad.
In welcher Dressurklasse wird die Traversale geritten?
Im Trab wird die Traversale ab der Klasse L gefordert. Die Galopp-Traversale ist eine Anforderung der Klasse S. Im Training kann sie früher eingeführt werden, wenn das Pferd die nötigen Voraussetzungen mitbringt.
Welche Hilfen brauche ich für die Traversale?
Äußerer Schenkel hinter dem Gurt treibt seitwärts, innerer Schenkel am Gurt hält Schwung und Vorwärtsdrang, äußerer Zügel nimmt Tempo auf, innerer Zügel stellt leicht in Bewegungsrichtung. Die Reiterin sitzt leicht auf die innere Sitzbeinhälfte.
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