Pferde ausreiten: Tipps für sicheres und entspanntes Reiten in der Natur
Pferde ausreiten macht Spaß - aber nur, wenn Du und Dein Pferd entspannt und sicher unterwegs seid. Ob Anfängerin oder erfahrene Reiterin: Ausreiten im Gelände stellt andere Anforderungen als die Arbeit in der Halle. In diesem Ratgeber erfährst Du, wie Du Dein Pferd auf den Ausritt vorbereitest, welche Ausrüstung sinnvoll ist und wie auch scheue Pferde sicher im Gelände werden können.
Reitsport-Autorin & Pferdebesitzerin · Aktualisiert: Mai 2026
Ist Ausreiten gut für Pferde?
Ja, Ausreiten ist sehr gut für Pferde - körperlich und mental. Unebenes Gelände trainiert Muskeln, Sehnen und Bänder auf eine Weise, die keine Bahn der Welt ersetzen kann, und das freie Bewegen in der Natur ist für das natürliche Wohlbefinden des Pferdes enorm wichtig.
Pferde sind Steppentiere. Ihre Anatomie ist auf gleichmäßige, weite Bewegung ausgelegt - nicht auf das Kreisen in einer 20x40-Meter-Bahn. Ausreiten gibt ihnen Beschäftigung, senkt Stresshormone und fördert die Rückenmuskulatur durch natürliche Geländearbeit. Bergauf- und Bergabgehen, weicher Waldboden, unterschiedliche Untergründe - all das stärkt das Pferd ganzheitlich.
Laut RidersDeal Reitsport-Studie 2026 (n=3.515, ridersdeal.com/reitsportstudie-2026) geben 59,0 % der Reiterinnen an, regelmäßig mit ihrem Pferd spazieren zu gehen - das ist mehr als die Hälfte aller Befragten. Und 40,0 % der Reiterinnen haben kein konkretes Jahresziel, weil sie einfach genießen wollen. Ausreiten gehört für viele genau dazu.
Wie bereitest Du Dein Pferd auf den Ausritt vor?
Eine gute Vorbereitung macht den Unterschied zwischen einem entspannten Ausritt und einem stressigen Erlebnis. Besonders für Pferde, die selten oder erstmals im Gelände gehen, ist die richtige Vorbereitung entscheidend.
Diese Schritte haben sich bewährt:
- Aufwärmen in der Halle oder auf dem Platz: 10-15 Minuten Schritt und Trab lassen die Muskulatur locker werden und stimmen das Pferd auf die Arbeit ein.
- Ausrüstung gründlich prüfen: Sattelgurt, Trense, Gamaschen - alles einmal anfassen und auf korrekten Sitz prüfen, bevor Du den Platz verlässt.
- Route kennen: Gerade mit einem unerprobten Pferd zuerst bekannte Wege wählen. Neue Strecken nach und nach einführen.
- Mit einem erfahrenen Pferd ausreiten: Ein gelassenes, sicheres Begleitpferd ist der beste Lehrmeister für ein unerfahrenes oder nervöses Pferd.
- Wetterlage beachten: Starker Wind, Gewitter oder Geräusche durch Forstarbeiten erhöhen das Erregungsniveau deutlich. An solchen Tagen lieber zuhause bleiben.
Reitsport-Autorin Kathi Beißel, aktive Reiterin seit über 15 Jahren, empfiehlt: "Fang immer kürzer an als Du denkst, dass Du musst. Lieber 20 Minuten entspannt zurückgekommen als 40 Minuten kämpfen. Das Pferd merkt sich die Erfahrung - positiv wie negativ."
Welche Ausrüstung braucht Dein Pferd beim Ausreiten?
Die richtige Ausrüstung schützt Dein Pferd im Gelände und gibt Dir als Reiterin mehr Sicherheit. Pflicht ist dabei deutlich weniger als viele denken - aber ein paar Punkte solltest Du nicht weglassen.
Für das Pferd empfehlenswert:
- Geländegamaschen: Schützen Beine und Fesselgelenke vor Ästen, Steinen und Unebenheiten. Die meistgekauften Geländegamaschen bei RidersDeal sind die RidersChoice Softgamaschen im Mesh-Design - mit 632 verkauften Paaren in den letzten 12 Monaten die klare Nummer 1.
- Ausreitdecke oder Nierendecke: Bei kühlem Wetter oder bei Pferden, die zum Schwitzen neigen und dann auskühlen. Besonders im Herbst und Winter eine sinnvolle Ergänzung.
- Reflektoren: Beim Ausreiten in der Dämmerung oder an Straßen unbedingt Reflektoren an Pferd und Reiter. RidersDeal hat eine eigene Auswahl an Reflexartikeln für Pferd und Reiter.
Für die Reiterin gilt: Reithelm ist Pflicht. Ein Sicherheitsweste ist besonders für schnelle Ausritte oder bei einem nervösen Pferd sehr empfehlenswert.
| Ausrüstung | Zweck | Pflicht / Empfehlung |
|---|---|---|
| Geländegamaschen | Bein- und Fesselschutz | Empfehlung |
| Reflektoren | Sichtbarkeit im Straßenverkehr | Pflicht bei Dämmerung / Straße |
| Ausreitdecke | Schutz vor Auskühlung | Situativ (Kälte, Nässe) |
| Reithelm (Reiterin) | Kopfschutz | Immer Pflicht |
Geländegamaschen, Ausreitdecken und Reflexartikel für Dein Pferd findest Du bei RidersDeal - alle in einem Shop, einfach zu vergleichen.
Geländegamaschen ansehen ->Wie oft sollten Pferde ausreiten?
Für die meisten Freizeitpferde sind ein bis zwei Ausritte pro Woche ideal - als Ergänzung zur Hallenarbeit. Wie oft ausreiten sinnvoll ist, hängt vom Fitnesszustand, dem Alter und dem Temperament des Pferdes ab.
Junge oder wenig trainierte Pferde profitieren von kurzen, ruhigen Ausritten im Schritt - 20 bis 30 Minuten sind für den Anfang vollkommen ausreichend. Gut konditionierte Pferde können problemlos 1 bis 2 Stunden oder mehr ausreiten, wenn Untergrund und Tempo passen.
Seniorenpferde ab 16 Jahren profitieren ebenfalls sehr vom regelmäßigen Ausreiten - der weiche Waldboden schont Gelenke, und das mentale Erleben hält sie fit. Laut RidersDeal Reitsport-Studie 2026 (n=3.515) hat jede dritte Reiterin ein Pferd im Alter von 16 Jahren oder älter - das Ausreiten bleibt für diese Pferde oft die liebste Beschäftigung.
Welche Risiken gibt es beim Ausreiten und wie gehst Du damit um?
Ausreiten birgt Risiken - das lässt sich nicht wegdiskutieren. Wer aber die häufigsten kennt und sich vorbereitet, reduziert sie auf ein Minimum.
Die wichtigsten Risiken und wie Du damit umgehst:
- Schreckreaktionen: Wildtiere, Forstmaschinen oder Spaziergänger mit Hunden können Pferde erschrecken. Ruhig sitzen, Stimme einsetzen, nicht sofort nachlassen. Erfahrene Begleitpferde helfen enorm.
- Unebener Untergrund und Stolpern: Beim Galoppieren auf unwegsamem Untergrund immer darauf achten, dass das Pferd gut im Tritt ist. Langsamer werden an Stellen, die Du nicht kennst.
- Überarbeitung und Überhitzung: Besonders im Sommer auf ausreichend Pausen achten und das Tempo dem Wetter anpassen. Pferde kühlen nach starker Belastung im Sommer nur langsam ab.
- Begegnung mit anderen Verkehrsteilnehmern: Fahrräder, Jogger oder Hunde können Pferde aufschrecken. Laut ansprechen, Begleiter bitten anzuhalten, bis das Pferd vorbei ist.
Ein gut sitzender Sicherheitshelm und eine Sicherheitsweste sind beim Ausreiten keine Übervorsicht - sie sind einfach vernünftig. Die meisten Unfälle passieren nicht bei schnellen Galoppaden, sondern im Schritt bei einer unerwarteten Reaktion.
Wie trainierst Du ein scheues Pferd für das Ausreiten?
Ein scheues Pferd ins Gelände zu bringen braucht Zeit, aber es ist machbar - wenn Du systematisch vorgehst und nicht zu früh zu viel verlangst.
Bewährter Aufbauplan für scheue Pferde:
- Schritt 1 - Boden: Erst zu Fuß führen, neue Strecken vom Boden aus erkunden. Das Pferd lernt, unbekannte Umgebungen als sicher zu erleben.
- Schritt 2 - Begleitung: Erstes Ausreiten immer mit einem ruhigen, erfahrenen Begleitpferd. Das nervöse Pferd orientiert sich am Begleitpferd - das ist natürliches Herdenverhalten.
- Schritt 3 - Kurze Distanzen: Kleine Runden direkt ums Stallgelände herum, bevor es auf fremde Wege geht. Erfolge feiern, nicht überfordern.
- Schritt 4 - Desensibilisierung: Regelmäßiger Kontakt mit neuen Eindrücken auf dem Platz - Flatterbänder, Bollerwagen, Fahrräder - hilft dem Pferd, neue Reize besser zu verarbeiten.
Wichtig: Nie durch Angst hindurchpressen. Ein Pferd, das eine positive Erfahrung im Gelände macht, wird von Mal zu Mal entspannter. Ein Pferd, das überfordert wurde, erinnert sich genau daran.
Ausreiten nach Situation - was passt zu Dir?
Freizeitreiterin
Ausreiten ist für Dich oft das Highlight der Woche. Mit Geländegamaschen und einem ruhigen Begleitpferd ist auch ein nervöseres Pferd bald verlässlich draußen.
Turniersportlerin
Ausreiten ist für Dich aktive Regeneration. Ein gemäßigter Ausritt nach einem intensiven Trainingstag lockert die Muskulatur und baut mentalen Stress ab - ohne den Körper zu belasten.
Seniorenpferd-Besitzerin
Ruhige Ausritte auf weichem Waldboden sind für ältere Pferde ideal - gelenksschonend, mental stimulierend und ein echtes Highlight im Alltag. Tempo und Dauer dem Pferd anpassen.
Sicher ausreiten im Straßenverkehr: Was gilt es zu beachten?
Reiterinnen im Straßenverkehr sind rechtlich Fahrzeugführerinnen und müssen die StVO einhalten. Das bedeutet: rechts fahren, Handzeichen geben, auf Sichtbarkeit achten.
Diese Regeln gelten beim Ausreiten an der Straße:
- Immer rechts von der Fahrbahn reiten, wenn kein separater Reitweg vorhanden ist.
- Bei Dämmerung und Dunkelheit: Reflektoren am Pferd und an der Reiterin sind Pflicht nach StVO - ohne Licht darf man nicht auf der Straße reiten.
- Handzeichen geben beim Abbiegen - Autofahrer kennen das Handzeichen vom Reiten oft nicht, aber es hilft als Signalwirkung.
- Bei großen Fahrzeugen (LKW, Traktoren) rechtzeitig vom Weg abweichen und das Pferd beruhigen. Autofahrer freundlich bitten, langsam zu fahren.
- Mobiltelefon beim Ausreiten nur im Notfall - volle Konzentration auf das Pferd.
Ausreiten als Training: Was bringt das Gelände Deinem Pferd wirklich?
Ausreiten ist kein Ersatz für die Hallenarbeit - aber eine unersetzliche Ergänzung, die Dein Pferd muskulär und mental stärkt, wie es kein Zirkel kann.
Was das Gelände physiologisch leistet:
- Rumpfstabilisierung: Unebener Untergrund aktiviert die kleinen Haltemuskeln entlang der Wirbelsäule - diese Tiefenmuskulatur ist auf der Bahn kaum zu trainieren.
- Sehnen und Bänder: Wechselnde Bodenbeschaffenheiten trainieren die Belastbarkeit von Fesseln, Beugesehnen und Bändern auf natürliche Weise.
- Herz-Kreislauf-Training: Bergaufgehen im Schritt ist erstklassiges aerobes Training ohne Gelenkbelastung.
- Mentale Ausgeglichenheit: Pferde, die regelmäßig ausreiten, sind nachweislich entspannter in der Halle - das Gelände baut Energie ab und gibt dem Pferd Selbstvertrauen.
Wer Ausreiten gezielt als Training einsetzen möchte, empfiehlt sich die kostenfreien Reit-Apps, die Strecken, Tempo und Höhenmeter aufzeichnen. Eine Übersicht der besten Reit-Apps für Freizeitreiterinnen findest Du bei uns im Blog.
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- Anna-Lena Humpert, @Nordponys_FloKali
Häufige Fragen zum Ausreiten mit Pferden
Ist Ausreiten gut für Pferde?
Ja, Ausreiten ist sehr gut für Pferde. Es trainiert Muskeln, Sehnen und Tiefenmuskulatur auf eine Weise, die Hallenarbeit nicht leisten kann. Außerdem reduziert es Stress, fördert die mentale Ausgeglichenheit und gibt Pferden die natürliche Bewegungsvielfalt, die ihrem Körper entspricht.
Welche Ausrüstung brauche ich zum Ausreiten?
Für das Pferd: Geländegamaschen zum Beinschutz, Reflektoren bei Dämmerung und an Straßen, bei kühlem Wetter eine Ausreitdecke. Für die Reiterin: Reithelm immer, Sicherheitsweste empfohlen. Handy mit geladenem Akku und gespeicherter Notrufnummer nicht vergessen.
Wie oft sollten Pferde ausreiten?
Ein bis zwei Ausritte pro Woche sind für die meisten Freizeitpferde ideal. Junge oder untrainierte Pferde starten mit kurzen Schrittrunden von 20 bis 30 Minuten. Gut konditionierte Pferde können 1 bis 2 Stunden oder länger ausreiten, wenn Untergrund und Tempo passen.
Wie bringe ich ein scheues Pferd ans Ausreiten gewöhnen?
In kleinen Schritten: Erst zu Fuß führen, dann mit einem ruhigen Begleitpferd kurze bekannte Strecken reiten, schrittweise neue Wege einführen. Desensibilisierung auf dem Platz mit verschiedenen Reizen hilft zusätzlich. Nie überfordern - positive Erfahrungen zählen mehr als schnelle Fortschritte.
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