Westernpad: Der große Ratgeber zu Materialien, Passform und Pflege


Ein Westernpad ist die Basis für jeden Ritt im Westernsattel - und die Wahl zwischen Wolle, Filz, Neopren oder Gel entscheidet, wie Dein Pferd den Sattel spürt, wie warm es ihm unterm Rücken wird und wie lange das Pad Dich begleitet. In diesem Ratgeber erfährst Du, worauf es beim Westernpad wirklich ankommt: Materialien, Passform, Länge, Sommertauglichkeit, Reinigung und ehrliche Preisorientierung. Bei RidersDeal findest Du die passende Auswahl - vom Alltags-Wollpad bis zum Show-Pad für den Turniereinsatz.
Reitsport-Autorin & Pferdebesitzerin · Aktualisiert: September 2026
Was ist ein Westernpad?
Ein Westernpad ist die Sattelunterlage im Westernreiten, meist aus Wolle, Filz oder Neopren, rechteckig geschnitten und 1 bis 3 cm dick.
Im Gegensatz zur Schabracke im englischen Reitsport ist das Westernpad die tragende Schicht zwischen Pferderücken und Westernsattel. Es dämpft Druckspitzen und schützt sowohl den empfindlichen Widerrist als auch das teure Sattelleder vor Schweiß. Eine gleichmäßige Gewichtsverteilung entsteht dabei nicht automatisch durch das Pad: Entscheidend ist vor allem ein passend angepasster Westernsattel – das Pad kann polstern und schützen, einen schlecht sitzenden Sattel aber nicht ausgleichen. Ein gutes Westernpad ist deshalb kein Deko-Element, sondern ein tragendes Ausrüstungsstück.
Typisch für ein Westernpad ist der rechteckige oder leicht konturierte Zuschnitt; gängige Größen sind 76x76 cm, 80x80 cm und größere Formate für den Ranch-Einsatz. Es liegt komplett unter dem Sattel und ragt an allen vier Seiten sichtbar heraus - anders als eine Dressurschabracke, die eng an der Sattelform anliegt. Details wie Lederbesätze, Cinch-Cutouts (Aussparungen für den Sattelgurt) und Verzierungen unterscheiden Alltags-Pads von Show-Pads.
Laut RidersDeal Reitsport-Studie 2026 (n=3.515) sind 78% der Reiterinnen täglich oder 5-6 Mal pro Woche am Stall. Für ein Westernpad heißt das: hohe Nutzungsfrequenz, ständiger Schweißkontakt und regelmäßige Reinigung. Materialqualität macht dann den Unterschied zwischen einem Pad, das nach einem Jahr durch ist, und einem, das Dich fünf Jahre lang begleitet.
Wie unterscheidet sich ein Westernpad von einer Schabracke?
Ein Westernpad ist dicker (bis 3 cm) und meist aus Wolle oder Filz - eine Schabracke ist dünner und an den englischen Sattel angepasst.
Die englische Schabracke folgt der Sattelkontur und dient primär als Sattelschoner. Sie ist selten dicker als 1 cm, weil der englische Sattel bereits eine eigene Polsterung in den Sattelkissen hat. Das Westernpad übernimmt hingegen einen Teil der Polsterung selbst, denn der klassische Westernsattel hat kein gepolstertes Sitzblatt, sondern ruht mit seinem Baum auf dem Pad. Deshalb muss ein Westernpad kompensieren, was der englische Sattel intern regelt.
Wenn Du die Unterschiede in der englischen Welt genauer verstehen willst, hilft Dir unser Schabracken-Ratgeber weiter. Für den allgemeinen Vergleich verschiedener Sattelunterlagen findest Du im Sattelpad-Ratgeber zusätzliche Orientierung.
Welche Materialien gibt es beim Westernpad?
Die häufigsten Materialien sind Wolle, Filz, Neopren und Gel-Pads - Wolle ist der Klassiker, Neopren liegt rutschfest auf und trocknet schnell, Gel kann je nach Aufbau und Produkt an einzelnen Stellen zusätzlich polstern.
Jedes Material hat einen Einsatzbereich, in dem es glänzt - und einen, in dem es an seine Grenzen kommt. Wolle ist atmungsaktiv und temperaturausgleichend, Filz ist formstabil und bietet gute Polsterung, Neopren ist unempfindlich gegen Schweiß und schnell zu reinigen, Gel-Pads lassen sich gezielt an den kritischen Zonen einsetzen. Die folgende Tabelle gibt Dir eine schnelle Orientierung, was wann passt.
| Material | Vorteil | Einsatz |
|---|---|---|
| Wolle (100% Schurwolle) | Atmungsaktiv, temperaturausgleichend, langlebig | Alltag, Trail, ganzjährig |
| Filz (gepresste Wolle) | Formstabil, kein Verrutschen, dicke Polsterung | Ranch, lange Ritte, schwerere Sättel |
| Neopren | Rutschfest, schnell trocknend, pflegeleicht | Sommer, Turnier, häufige Nutzung |
| Gel-Pad (Auflage) | Punktuelle Druckentlastung, dünn | Junge Pferde, sensible Rücken, als Zusatz |
Welches Westernpad zu Dir passt, hängt von Deinem Sattel, Deinem Pferd und Deinem Alltag ab - bei RidersDeal findest Du Wollpads, Filzpads und Neopren-Modelle nebeneinander zum Vergleichen.
Wie muss ein Westernpad liegen und sitzen?
Ein Westernpad muss flach am Widerrist anliegen, rundum sichtbar unter dem Sattel hervorragen und darf beim Reiten nicht rutschen oder Falten werfen.
Der klassische Fehler beim Auflegen: das Pad zu weit vorne positionieren und dann den Sattel ohne Widerrist-Freiheit auflegen. Richtig ist, das Pad zunächst mittig auf dem Widerrist zu platzieren, den Sattel darüberzulegen und beides gemeinsam Richtung Kruppe zu ziehen, bis die Haare in Wuchsrichtung liegen. Der Widerrist braucht dann noch einmal einen freien Kanal - das Pad wird vorne leicht in den Kammer-Bereich hochgezogen, damit es nicht auf dem Widerrist drückt.
Diese Punkte solltest Du beim Aufsatteln immer prüfen:
- Das Pad ragt vorne und hinten gleichmäßig unter dem Sattel hervor
- Der Widerrist hat einen freien Kanal - kein Druck von oben
- Die Cinch-Aussparungen (falls vorhanden) sitzen exakt auf Höhe des Sattelgurts
- Nach 15 Minuten Reiten liegt das Pad noch symmetrisch, keine Verrutschungen
- Nach dem Absatteln zeigt der Schweißabdruck auf dem Pad ein gleichmäßiges Muster
Ein ungleichmäßiger Schweißabdruck kann ein Hinweis auf Passformprobleme sein – entweder am Pad selbst oder am Sattel. Wenn Du unsicher bist, hilft Dir zusätzlich unser Sattel-Ratgeber beim Grundverständnis der Sattelanpassung.
Wie lang sollte ein Westernpad sein?
Ein Westernpad sollte rundum sichtbar unter dem Sattel hervorragen – welche Größe und welcher Überstand passen, hängt vom Pferd, dem Sattel und dem Körperbau des Tieres ab.
Gängige Größen sind 76x76 cm, 80x80 cm und – für sehr lange Sättel oder besonders große Pferde – 84x86 cm. Welche Größe passt, lässt sich nicht allein an der Rasse festmachen: Sattelgröße, Rückenkontur und Körperbau des Pferdes sind entscheidend. Wichtig ist, dass das Pad rundum sichtbar unter dem Sattel hervorsteht – ein Pad, das bündig abschließt oder darunter verschwindet, schützt das Sattelleder nicht vor Schweiß und Reibung.
Die Dicke bewegt sich bei Wollpads meist zwischen 15 mm und 25 mm, Filzpads können noch dicker ausfallen. Wie viel Polsterstärke sinnvoll ist, hängt von Sattel, Pferd und Einsatzzweck ab – pauschale Dickenvorgaben greifen hier zu kurz. Im Zweifel lohnt es sich, den Sattel von einer Fachperson auf Passform prüfen zu lassen, bevor man sich für eine bestimmte Dicke entscheidet.
Welches Westernpad passt im Sommer?
Im Sommer eignet sich ein dünnes Wollpad oder ein perforiertes Neopren-Pad am besten - Wolle transportiert Schweiß, Neopren trocknet schnell.
Reine Schurwolle hat einen Vorteil, den kein synthetisches Material erreicht: Sie nimmt große Mengen Schweiß auf, gibt ihn langsam nach außen ab und bleibt dabei innen trocken am Pferderücken. Genau deshalb greifen viele erfahrene Reiterinnen auch bei Hitze zum Wollpad - aber dann am besten in einer dünneren Ausführung. Neopren ist die Alternative, wenn Du im Sommer sehr häufig reitest und das Pad direkt nach dem Absatteln mit dem Wasserschlauch abduschen möchtest.
Einen Blick wert ist bei der Materialwahl im Sommer: Sehr dicke Filzpads können Wärme unter dem Sattel stauen – ob das beim eigenen Modell ein Problem ist, hängt aber von Aufbau, Belastung und Pferd ab und lässt sich nicht pauschal sagen. Geschlossene Kunststoff-Innenschichten dagegen sind bei Hitze grundsätzlich ungünstig und können nach längeren Ritten zu einem regelrechten Hitzestau am Rücken führen. Wenn Du mehr zum Thema Pferd im Sommer wissen willst, hilft Dir unser Ratgeber Pferd im Sommer mit Tipps zu Hitze und Schutz.
Wie reinigst Du ein Westernpad richtig?
Wollpads werden trocken ausgeklopft und lauwarm mit spezieller Wollwäsche ausgespült - Neopren-Pads kannst Du mit klarem Wasser abduschen. Beachte dabei immer die Herstellerangaben Deines Pads: Nicht jedes Woll-, Filz- oder Neoprenpad darf gleich behandelt werden.
Wollpads verzeihen keine Waschmaschine bei 40 Grad. Wolle filzt, wenn sie zu heiß gewaschen wird - das Pad wird hart, verliert seine Polsterwirkung und sitzt danach anders auf dem Rücken. Trockene Bürsten, gelegentliches Ausklopfen und höchstens eine Handwäsche im lauwarmen Wasser mit Woll-Shampoo halten ein Wollpad über Jahre in Form. Anschließend flach trocknen, nie über einer Heizung.
Die folgenden Hinweise beschreiben typische Reinigungsmethoden nach Materialart – prüfe zusätzlich immer die Herstellerangaben Deines Pads, da einzelne Produkte abweichende Pflegehinweise aufweisen können:
- Wolle: trocken bürsten, ausklopfen, bei Bedarf Handwäsche in lauwarmem Wasser mit Wollwaschmittel, flach trocknen
- Filz: trocken abbürsten, groben Schmutz mit einer harten Bürste ausklopfen, nur bei starker Verschmutzung feucht abwischen
- Neopren: mit klarem Wasser abduschen oder mit mildem Seifenwasser abwischen, an der Luft trocknen
- Gel-Pad: mit feuchtem Tuch abwischen, keine Reinigungsmittel mit Lösungsmitteln verwenden
Wie viel kostet ein Westernpad?
Ein einfaches Westernpad kostet ab 30 EUR, hochwertige Wollpads liegen bei 60-120 EUR, Marken-Show-Pads reichen bis 300 EUR und mehr.
Für den Alltagseinsatz bekommst Du bei RidersDeal solide Wollpads im Bereich 40 bis 80 EUR - genug Qualität für tägliches Reiten, ohne dass Du in die Show-Preisklasse einsteigen musst. Show-Pads mit Lederbesätzen, Konchos und aufwändigen Stickereien sind eine eigene Kategorie und werden vor allem für den Turniereinsatz gekauft. Für den normalen Freizeitritt reicht ein gutes Basis-Pad vollkommen aus.
Eine Reiterin bewertet ihr Westernpad 20 mm Wollhöhe in der Größe 80x80 cm bei RidersDeal so: "Alles sehr gut. Pad wurde pünktlich geliefert, Pad sieht gut aus, alles hat gut funktioniert." - fünf Sterne. Genau in diesem Preissegment liegt der Sweet Spot für Freizeitreiterinnen: gute Wolle, klassische Maße, langlebig, ohne Show-Aufpreis.
"RidersDeal ist meine erste Anlaufstelle, weil es immer tolle Deals gibt und man einfach alles rund um den Reitsport findet, so muss man nicht bei 10 Anbietern gleichzeitig bestellen."
- Anna-Lena Humpert, @Nordponys_FloKali
"Vielfältige Auswahl, immer am Puls der Zeit. Viele gute Deals und Transparenz."
- Caroline Haaf, @the.sunny.ones
Häufige Fragen zum Westernpad
Was ist das beste Westernpad?
Das beste Westernpad ist das, das zusammen mit Deinem Sattel zu Deinem Pferd und Deinem Einsatz passt. Wolle aus 100% Schurwolle ist für viele Situationen eine bewährte Wahl – atmungsaktiv und langlebig. Ob das auch für Dich gilt, hängt vom Sattel, der Rückenform des Pferdes und dem geplanten Einsatz ab; pauschal lässt sich das nicht festlegen.
Wie lang sollte ein Westernpad sein?
Ein Westernpad sollte rundum sichtbar unter dem Sattel hervorstehen. Gängige Standardgrößen sind 76x76 cm, 80x80 cm und 84x86 cm – welche Größe passt, hängt von Sattel und Pferd ab und lässt sich nicht nach Rasse pauschalieren.
Wie muss ein Westernpad sitzen?
Ein Westernpad sitzt richtig, wenn es flach am Widerrist anliegt, mit dem Sattel gemeinsam nach hinten in Wuchsrichtung der Haare geschoben wurde und der Widerrist einen freien Kanal behält. Nach dem Reiten sollte der Schweißabdruck gleichmäßig sein.
Welches Westernpad im Sommer?
Im Sommer sind dünne Wollpads oder perforierte Neopren-Pads erste Wahl. Wolle transportiert Schweiß effektiv, Neopren trocknet schnell und lässt sich mit dem Wasserschlauch abduschen. Sehr dicke Filzpads können bei Hitze wärmestauend wirken – ob das zutrifft, hängt von Aufbau, Belastung und Pferd ab. Geschlossene Kunststoff-Innenschichten dagegen grundsätzlich meiden.
Wie reinigt man ein Westernpad?
Wollpads werden trocken abgebürstet, ausgeklopft und bei Bedarf per Handwäsche in lauwarmem Wasser mit Wollwaschmittel gereinigt. Filz nur trocken bürsten, Neopren mit klarem Wasser abduschen. Nie in die Waschmaschine und nie über der Heizung trocknen. Grundsätzlich gilt: Immer die Herstellerangaben des jeweiligen Pads beachten – nicht jedes Woll-, Filz- oder Neoprenpad darf identisch gereinigt werden.
Wie viel kostet ein Westernpad?
Ein einfaches Westernpad startet bei rund 30 EUR, gute Wollpads für den Alltag liegen bei 60-120 EUR. Show-Pads mit Lederbesätzen und Konchos können 200 bis 300 EUR und mehr kosten.
Bei RidersDeal findest Du Westernpads aus Wolle, Filz und Neopren in allen gängigen Größen - vom Alltags-Pad bis zum Show-Modell.
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