Lektionen und Klassen in der Dressur: Dein Original-Überblick

Piaffe, Passage, Galopp-Pirouette – diese fortgeschrittenen Dressurlektionen erfordern ein Höchstmaß an Zusammenarbeit und Harmonie zwischen Dir und Deinem Pferd. Doch schon in den niedrigeren Klassen gibt es eine große Vielfalt an Aufgaben wie Überstreichen, Kurzkehrt und Traversale. Die Welt der Dressur ist reich an Figuren, und es ist entscheidend, genau zu wissen, welche Lektionen in welcher Dressurklasse gefragt sind. Hier erhältst Du eine frische, eigenständige Zusammenfassung der Klassen, ihrer Anforderungen und Lektionen, damit Du optimal auf Deinen Turnierstart vorbereitet bist.

 

Welche Dressurklassen gibt es und was bedeuten die Abkürzungen?

Die Bezeichnungen der Dressurklassen geben Dir einen klaren Hinweis auf den geforderten Schwierigkeitsgrad:

  • E: Einsteiger

  • A: Anfänger

  • L: Leicht

  • M: Mittel

  • S: Schwer

Für die Jüngsten existieren zudem Führzügel- und Reiterwettbewerbe, die den Einstieg in den Turniersport erleichtern sollen. Ab der Klasse A wird durch Sterne (z. B. A*, A**) weiter differenziert. Diese kennzeichnen eine gesteigerte Anforderung innerhalb der jeweiligen Kategorie und dienen als Vorbereitung auf den Sprung in die nächsthöhere Klasse (z. B. wird in einer A** bereits der Mitteltrab anstelle des "Tritte verlängern" verlangt). Die S-Klasse, die schwerste nationale Stufe, steigert ihren Anspruch von S* bis S**** mit immer komplexeren Figuren.

 

Welche Dressur-Lektionen werden in den einzelnen Klassen abgefragt?

Lass Dich nicht von den einfachen Buchstaben täuschen. Eine A-Dressur erfordert bereits eine solide Basis, und die L-Dressur ist keineswegs "leicht". Um Dich sicher für die richtige Prüfung entscheiden zu können, siehst Du hier die zentralen Anforderungen der einzelnen Klassen.

Wichtig zu wissen: Die Richter bewerten nicht nur die reine Ausführung der Figuren, sondern auch die Ausbildung des Pferdes nach der Ausbildungsskala, die Qualität der Grundgangarten und den harmonischen Gesamteindruck.

E-Dressur Lektionen – Die Basis schaffen

In der Einsteigerklasse liegt der Fokus darauf, dass Du die fundamentalen Reitkenntnisse beherrschst. Dazu gehören die drei Grundgangarten (Schritt, Trab, Galopp), die sichere Beherrschung des Leichttrabens und Aussitzens sowie einfache Hufschlagfiguren (Zirkel, Schlangenlinien, Wechsel durch die ganze/halbe Bahn).

Diese Prüfungen finden oft in der Abteilung statt. Hier ist die Kontrolle der Geschwindigkeit Deines Pferdes besonders wichtig, um einen gleichmäßigen Abstand (ca. 2,50 m) zum Vordermann zu halten. Bei Einsteiger-Reiterwettbewerben sind Hilfszügel zugelassen.

A-Dressur Lektionen – Die Grundausbildung festigen

Obwohl als "Anfänger" klassifiziert, wird in der A-Dressur bereits eine verfeinerte Grundausbildung von Dir und Deinem Pferd erwartet. Die Anforderungen aus der E-Dressur werden ergänzt durch:

  • Volten (10 m Durchmesser)

  • Rückwärtsrichten

  • Viereck verkleinern und vergrößern

  • Einfache Galoppwechsel

  • Zügel aus der Hand kauen lassen und Überstreichen

  • Demonstration von Mitteltrab und Mittelgalopp

Die Prüfung kann je nach Ausschreibung in der Abteilung oder einzeln auf dem 20 x 40 m Viereck stattfinden. Die Bewertung konzentriert sich auf die präzise, punktgenaue Ausführung und eine feine, harmonische Hilfengebung.

L-Dressur Lektionen – Versammlung und Biegung

Der Übergang zur L-Dressur verlangt, dass Dein Pferd korrekt an den Hilfen steht, sich stellen und biegen lässt und erste Ansätze der Versammlung zeigt. Der Fokus liegt auf dem versammelten Trab und versammelten Galopp.

  • Volten (8 m Durchmesser)

  • Außengalopp

  • Kurzkehrt

In L**-Dressuren kommen bereits Schulterherein, Travers und der starke Schritt hinzu. Das Einreiten kann im versammelten Galopp gefordert werden. Die Prüfungen finden einzeln auf dem 20 x 40 m oder 20 x 60 m Viereck statt. Für einige L-Prüfungen ist die Kandare vorgeschrieben. Die Richter beurteilen deutlich erkennbare Tempounterschiede zwischen Arbeitstempo, Versammlung und Verstärkung.

M-Dressur Lektionen – Steigendes Niveau und Seitengangarbeit

In der M-Dressur wird das Niveau spürbar anspruchsvoller. Die Tempi werden um starken Trab, starken Galopp und versammelten Schritt erweitert.

  • Komplexere Seitengänge wie Schulterherein und halbe/doppelte Traversalen im Trab und Galopp

  • Halbe Pirouetten im Schritt

  • Einzelne fliegende Galoppwechsel

Generell wird in dieser Klasse meist auf Kandare geritten, obwohl es auch Trensen-Prüfungen gibt. Die Lektionen folgen schneller aufeinander und fordern eine höhere Konzentrationsfähigkeit.

S-Dressur Lektionen – Die höchste nationale Herausforderung

Die S-Dressur ist die höchste nationale Klasse. Hier muss Dein Pferd ein Maximum an Versammlung zeigen und die Lastaufnahme auf der Hinterhand beweisen, um die schweren Figuren präzise zu meistern.

  • Zick-Zack-Traversalen (Traversieren zu beiden Seiten entlang der Mittellinie)

  • Serienwechsel (Fliegende Galoppwechsel in fester Abfolge, z. B. zu 4, 3 oder 2 Sprüngen)

  • Galopp-Pirouetten

  • Piaffe und Passage

S-Prüfungen werden immer auf Kandare auf dem großen Viereck geritten. Die Harmonie und Leichtigkeit in der Ausführung sind auf diesem Niveau von größter Bedeutung.

 

Welche Lektionen erwarten Dich im internationalen Dressursport?

Für den internationalen Sport steigern sich die Anforderungen schrittweise, wobei die schwersten Lektionen der Dressur abgefragt werden:

  • Prix St. Georg: Erste Galopptraversalen, halbe Galopp-Pirouetten und Serienwechsel zu 4 und 3 Sprüngen.

  • Intermediaire I: Ganze Galopp-Pirouetten und kürzere Serienwechsel (z. B. zu 3 und 2 Sprüngen).

  • Intermediaire II: Traversalen im Trab, ganze Galopp-Pirouetten, Piaffe und Passage, sowie sehr kurze Serienwechsel (z. B. zu 2 Sprüngen und von Sprung zu Sprung).

  • Grand Prix / Grand Prix Special: Steile Traversalen, Zick-Zack-Traversalen mit fester Sprungzahl, Piaffe mit 12-15 Tritten und die kürzesten Serienwechsel (bis zu 15 Wechsel von Sprung zu Sprung).

 

Worauf solltest Du vor Deinem Turnierstart unbedingt achten?

Das A und O für ein erfolgreiches Turnier ist das Gesamtbild. Dein Sitz, Deine Hilfengebung und die sichtbare Harmonie mit Deinem Pferd beeinflussen das Ergebnis maßgeblich.

  • Qualifikation (Reitabzeichen): Stelle sicher, dass Du die für Deine Zielklasse erforderlichen Reitabzeichen besitzt. Dies ist die formale Voraussetzung für Deinen Start.

  • Turnierausrüstung: Die LPO und WBO schreiben das äußere Erscheinungsbild vor:

    • Reiter: Du benötigst eine Turnierreithose, ein Turnierjacket (oder Frack in der schweren Klasse), ein Turniershirt, dunkle Reitstiefel und einen sicheren Reithelm. Weiße Reithandschuhe und Accessoires wie Plastron sind zwar nicht zwingend vorgeschrieben, tragen aber zum gepflegten Eindruck bei.

    • Pferd: Ausrüstung mit einer weißen Dressurschabracke, sauberem Sattel, Trense oder Kandare und Startnummern.

Beachte: Beinschutz wie Gamaschen muss vor der Prüfung entfernt werden, da dieser im Dressurviereck nicht erlaubt ist.

 

 

Die Autorin: 

Kathi aus dem #teamridersdeal 

Ich bin Werkstudentin bei RidersDeal und lebe hier meinen Traum: Mein Hobby mit meinem Beruf zu verbinden. Seit über 15 Jahren bin ich leidenschaftliche Reiterin und teile in meinen Blogbeiträgen meine Erfahrungen aus dem Alltag mit meinen zwei eigenen Pferden, die ich seit fast 10 Jahren habe. So bringe ich spannende Einblicke aus verschiedenen Bereichen des Reitsports direkt zu Euch! 

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