Halfter fürs Pferd – Typen, Passform und Kaufratgeber
Scheren oder nicht scheren — in unserer RidersDeal-Community ist die Antwort klar gespalten: 42 % scheren ihr Pferd regelmäßig, 28 % scheren nie, der Rest entscheidet nach Bedarf. Was steckt hinter dieser Entscheidung? Dieser Ratgeber erklärt, wann eine Schur wirklich Sinn macht, welcher Schnitt zu welchem Pferd passt, und wie Du die passende Schermaschine findest — damit Du gut vorbereitet in die nächste Schersaison gehst.
RidersDeal Redaktion
Reiterinnen und Pferdemenschen aus dem RidersDeal-Team · Aktualisiert: April 2026
Warum scheren Reiterinnen ihr Pferd?
Ein Pferd im Winterfell schwitzt beim Training stark und braucht anschließend sehr lange zum Trocknen. Feuchtes Fell kühlt das Pferd nach dem Reiten unkontrolliert aus — besonders bei Temperaturen unter 10 °C ein echtes Gesundheitsrisiko. Wir haben unsere Community gefragt, warum sie scheren:
- 43 % — Schnellere Trocknung nach dem Training, das ist der klare Hauptgrund
- 25 % — Wohlbefinden des Pferdes: weniger Schwitzen, weniger Stresshitze im Stall
- 1 % — Optik, also ein gepflegtes Erscheinungsbild z. B. für Turniere
- 30 % scheren nicht — aus Überzeugung, wegen Offenstallhaltung oder weil ihr Pferd wenig Winterfell bildet
Das Ergebnis ist eindeutig: Scheren ist eine funktionale Entscheidung, keine ästhetische. Wer sein Pferd intensiv trainiert — 54 % unserer Community sind 5–7x pro Woche beim Pferd — profitiert am meisten von einer Schur.
Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Scheren?
Der ideale Zeitraum liegt zwischen Oktober und Januar — mit einem klaren Peak im November. In unserer Umfrage nannten 43 % der Reiterinnen November als ihren bevorzugten Schermonat, Oktober folgt mit 25 %. Zusammen bilden Oktober, November und Dezember die Hauptschersaison.
Die Faustregel: scheren, sobald das Winterfell voll ausgeprägt ist und das Pferd beim Training sichtbar stark schwitzt. Das ist in der Regel ab Oktober der Fall. Wer zu früh schert (August/September), riskiert, dass das Pferd ein zweites Winterfell ansetzt. Wer zu spät schert (nach Januar/Februar), stört den natürlichen Fellwechsel im Frühjahr.
Viele Reiterinnen scheren auch mehrfach pro Saison — je nach Fellwuchs und Trainingsintensität bis zu drei Mal zwischen Oktober und Februar. 44 % unserer Community scheren grundsätzlich nach Bedarf, nicht an einem festen Datum.
Welcher Schnitt passt zu Deinem Pferd?
Die vier gängigen Schnitte sind Bib-Schur, Ralleyschnitt, Jagdschnitt und Vollschur — von minimal bis vollständig geschoren, mit entsprechend steigendem Eindeckbedarf. In unserer Community ist der Ralleyschnitt mit 52 % der klare Favorit: er reduziert die Hauptschweißzonen, lässt aber genug Fell für natürlichen Schutz — und ist auch für Einsteiger gut ausführbar.
Die Vollschur (25 % unserer Community) lohnt sich nur für Hochleistungspferde mit intensivem Trainingsplan — sie erfordert konsequentes Deckenmanagement rund um die Uhr, auch auf der Koppel. Die Bib-Schur (7 %) ist ideal für Pferde im Offenstall oder mit wenig Fellwuchs, da Rücken und Seiten geschützt bleiben.
Alle Schermuster im Detail — mit Anleitung, Schablonen-Tipps und Schritt-für-Schritt-Erklärung — findest Du in unserem Blog-Artikel Pferde scheren stressfrei.
Brauchst Du nach der Schur die passende Decke? Welche Decke zu welchem Schnitt passt, hängt von Temperatur und Fell ab — bei RidersDeal findest Du Abschwitzdecken, Stalldecken und Outdoordecken für alle Schermuster.
Abschwitzdecken ansehen → Stalldecken ansehen →Wann sollte man ein Pferd nicht scheren?
Scheren ist nicht immer die richtige Wahl. Es gibt klare Situationen, in denen eine Schur mehr schadet als nützt:
- Offenstallhaltung ohne konsequentes Deckenmanagement — ein geschorenes Pferd im Offenstall ohne Decke ist ernsthaft gefährdet
- Kranke oder geschwächte Pferde — der Stress des Scherens und der erhöhte Wärmebedarf belasten das Immunsystem zusätzlich
- Ab Februar/März — der Fellwechsel beginnt; eine späte Schur stört den natürlichen Prozess und kann den Frühjahrs-Fellwechsel verzögern
- Pferde mit wenig Winterfell — manche Vollblüter oder Pferde mit kurzen Winterfell brauchen schlicht keine Schur
- Pferde, die kaum trainiert werden — wer sein Pferd hauptsächlich spazieren reitet, erzeugt nicht genug Schweiß für eine Schur sinnvoll zu machen
Das bestätigt auch unsere Community: 28 % scheren grundsätzlich nicht — und das ist für viele Pferde vollkommen richtig. Entscheidend ist die eigene Einschätzung von Training, Haltung und Fellwuchs.
Die richtige Schermaschine — worauf kommt es an?
Wer nur einmal pro Jahr einen Ralleyschnitt macht, braucht etwas anderes als eine Reitschule, die täglich mehrere Pferde schert. Diese Kaufkriterien helfen Dir bei der Wahl:
Akku vs. Kabel
Akkuschermaschinen sind heute die erste Wahl für die meisten Reiterinnen: kein Kabel, das sich verheddert, leiser im Betrieb, und das Pferd gewöhnt sich schneller daran. Für Ralleyschnitt und Jagdschnitt reicht die Akkulaufzeit einer modernen Maschine problemlos aus. Modelle mit zwei Akkus im Lieferumfang empfehlen sich, wenn Du mehrere Pferde oder eine Vollschur planst.
Kabelgebundene Schermaschinen bieten konstante Leistung ohne Akku-Unterbrechung — ideal für Vollschuren und professionellen Einsatz. Sie sind in der Regel leistungsstärker und langlebiger.
Schnittbreite und Scherköpfe
Breitere Scherköpfe (ab 70–80 mm) arbeiten schneller an großen Flächen. Schmale Köpfe eignen sich besser für Konturen, Gesicht und Beine. Viele Reiterinnen kombinieren: eine Standard-Maschine für den Körper, ein schmaler Trimmer für Details. Auswechselbare Scherköpfe verlängern die Lebendauer deutlich — ein stumpfer Scherkopf zieht am Fell und stresst das Pferd unnötig.
Geräusch und Vibration
Besonders für scheue oder unerfahrene Pferde ist ein leises Modell entscheidend. Akkumaschinen sind hier generell im Vorteil. Nimm Dir beim ersten Mal Zeit für die Gewöhnung — die meisten Pferde brauchen mehrere kurze Übungssessions, bevor sie die Maschine gelassen tolerieren.
Das komplette Schermaschinen-Sortiment — von Akkumodellen für Einsteiger bis zu professionellen kabelgebundenen Schermaschinen — findest Du bei RidersDeal in der Kategorie Schermaschinen & Zubehör. Dort auch Ersatz-Scherköpfe — der günstigste Weg, die Lebensdauer Deiner Maschine zu verlängern.
- RidersChoice Akkuschermaschine mit 2 Akkus — mit Abstand die meistgekaufte Schermaschine bei RidersDeal. Der zweite Akku ist besonders praktisch bei Vollschuren oder wenn mehrere Pferde geschoren werden.
- Akkuschermaschine Bonum Pro — die Wahl für alle, die etwas mehr Leistungsreserve möchten, erhältlich mit 1 oder 2 Akkus.
- Schermaschinenöl — der meistgekaufte Begleiter: Scherköpfe während des Scherens regelmäßig kühlen und ölen verlängert die Standzeit der Klingen deutlich.
Vorbereitung macht den Unterschied
Das Wichtigste vorab: Das Fell muss vollständig trocken und sauber sein — nie nasses Fell scheren. Der Scherkopf sollte frisch geschärft oder neu sein, da ein stumpfer Kopf am Fell zieht und das Pferd unnötig stresst. Nach der Schur direkt eindecken, damit das Pferd nicht auskühlt.
Eine vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung — von der Vorbereitung über die richtige Scherrichtung bis zur Nachsorge — findest Du auf unserer Seite Pferd scheren: Vorbereitung.
Nach dem Scheren: Eindecken richtig gemacht
Wer schert, muss eindecken — das ist keine Option, sondern Pflicht. Ein geschorenes Pferd hat keine natürliche Wärmeregulation mehr. Wie viel Decke nötig ist, hängt vom gewählten Schnitt ab:
- Bib-Schur: Meist keine Decke nötig — nur Brust und Hals sind geschoren, der Rücken schützt das Pferd
- Ralleyschnitt: Abschwitzdecke nach dem Training, leichte Stalldecke bei Kälte im Stall
- Jagdschnitt & Vollschur: Stalldecke je nach Temperatur, draußen immer eine Outdoordecke — auch auf der Koppel
Die Grundregel: ein geschorenes Warmblut im Stall braucht ab etwa 10 °C eine Decke. Bei Zugluft, Feuchtigkeit oder Nachtfrost früher. Wer sich unsicher ist, legt lieber eine leichte Abschwitzdecke drüber als eine zu wenig.
"Stallpraxis - schönes Design, gute Qualität und Dinge, die man wirklich jeden Tag nutzt. Von Reitern für Reiter."
- Miriam Fischer, @herzenspferd_felino
Häufige Fragen zum Pferd scheren
Wie viel mm sollte man ein Pferd scheren?
Die meisten Schermaschinen für Pferde werden ohne feste Kammaufsätze geliefert und scheren direkt auf ca. 1–3 mm. Das ist bei Pferden gewünscht: das Ziel ist ein kurzes, gleichmäßiges Fell, das schnell trocknet — kein Rasiererschnitt. Nur bei speziellen Trimmern für Gesicht, Beine und Ohren werden feinere Aufsätze (0,5–1 mm) eingesetzt.
Wann sollte man ein Pferd spätestens scheren?
In der Regel bis Ende Januar — spätestens Mitte Februar. Danach beginnt bei vielen Pferden bereits die Vorbereitung auf den Fellwechsel. Eine Schur im März oder April stört diesen Prozess und kann dazu führen, dass das Frühjahrs-Sommerfell später und ungleichmäßiger nachwächst.
Kann man ein Pferd im Offenstall scheren?
Ja — aber nur mit konsequentem Deckenmanagement. Ein geschorenes Pferd im Offenstall braucht eine gut sitzende Outdoordecke, die Regen, Wind und Kälte standhält, und muss täglich auf Sitz und Zustand der Decke kontrolliert werden. Für Offenstallpferde empfiehlt sich eher ein Ralleyschnitt als eine Vollschur.
Kann man ein nasses Pferd scheren?
Nein — das Fell muss vollständig trocken und sauber sein. Feuchtes Fell verklebt die Klingen, das Ergebnis wird ungleichmäßig und der Scherkopf verschleißt schnell. Wer morgens scheren möchte: Pferd am Abend zuvor waschen, gut trocken eindecken und am nächsten Morgen nochmals gründlich putzen.
Was kostet es, ein Pferd scheren zu lassen?
Professionelle Scherer verlangen je nach Region, Pferd und Schnitt zwischen 40 und 120 EUR pro Tier. Eine eigene Einstiegs-Schermaschine amortisiert sich damit in der zweiten oder dritten Schur. Wer mehrere Pferde hat oder ein Pferd mehrfach pro Saison schert, lohnt sich die Investition in eine eigene Maschine fast immer.
Akkuschermaschinen, kabelgebundene Modelle und Ersatz-Scherköpfe — alles für die Schersaison bei RidersDeal.
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