Gelassenheitstraining beim Pferd: Übungen, Methoden und Tipps für mehr Ruhe

Gelassenheitstraining beim Pferd ist eine der wirkungsvollsten Methoden, um Dein Pferd ruhiger, sicherer und verlässlicher in jeder Alltagssituation zu machen. Ob beim Verladen, an der Straße oder im unbekannten Gelände - ein gelassenes Pferd reagiert mit Ruhe statt Panik. Laut RidersDeal Reitsport-Studie 2026 (n=3.515) sind 29,4 % der Reiterinnen im Bereich Gelassenheit und Freizeit aktiv - damit ist das nach der Dressur der zweitbeliebteste Schwerpunkt im deutschsprachigen Reitsport.

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Kathi Beißel

Reitsport-Autorin & Pferdebesitzerin · Aktualisiert: April 2026

Was ist Gelassenheitstraining beim Pferd?

Gelassenheitstraining ist ein gezieltes Training, das Dein Pferd schrittweise an ungewohnte Reize gewöhnt - von flatternden Planen über Fahrräder bis hin zu lauten Geräuschen. Ziel ist ein Pferd, das neue Situationen neugierig statt panisch bewertet.

Das Prinzip dahinter heißt Desensibilisierung: Das Pferd lernt durch wiederholte, positive Erfahrungen, dass ein bestimmter Reiz keine Gefahr bedeutet. Eng damit verbunden ist die Habituierung - die natürliche Gewöhnung an einen Reiz, wenn dieser weder Schmerz noch Belohnung auslöst. Beide Mechanismen ergänzen sich im Gelassenheitstraining und formen ein Pferd, das nicht bei jeder Plastiktüte am Wegesrand ausschert.

Wichtig ist der Unterschied zur einfachen Gewöhnung: Beim Gelassenheitstraining arbeitet man aktiv und methodisch - nicht durch Überflutung, sondern durch dosierte Reizpräsentation mit klarer Kommunikation. Das Pferd entscheidet dabei mit, wann der nächste Schritt möglich ist.

Warum ist Gelassenheitstraining für jedes Pferd sinnvoll?

Ein gelassenes Pferd ist sicherer - für Dich, für andere und für das Pferd selbst. Gelassenheitstraining senkt das Verletzungsrisiko im Alltag und macht das gemeinsame Leben entspannter.

In unserer RidersDeal Reitsport-Studie 2026 (n=3.515) gaben 32,9 % der Reiterinnen an, dass ihnen das Thema "zu stressig für mein Pferd" ein Grund ist, bestimmte Aktivitäten zu meiden. Gleichzeitig sagten 23 % der Befragten, dass die eigene Unsicherheit ihr Training blockiert - eine direkte Folge fehlender Sicherheit im Umgang mit einem unruhigen Pferd. Beides löst systematisches Gelassenheitstraining von Grund auf.

Gelassenheitstraining stärkt außerdem die Vertrauensbasis zwischen Pferd und Mensch. Jede bestandene Herausforderung ist ein gemeinsam erlebter Erfolg - das schweißt zusammen und macht folgende Trainingsphasen deutlich einfacher.

Welche Übungen gehören zum Gelassenheitstraining?

Die effektivsten Gelassenheitsübungen arbeiten mit konkreten Alltagsreizen: Planen, Regenschirme, Bälle, Geräusche und wechselnde Untergründe. Der Schlüssel liegt in der richtigen Dosierung - nicht zu viel auf einmal, aber auch kein dauerhaftes Ausweichen.

Bewährte Übungen im Überblick:

  • Planen-Übung: Eine flatternde Plane auf dem Boden ausbreiten und das Pferd von Weitem heranzuführen. Abstand schrittweise verringern, sobald das Pferd ruhig bleibt.
  • Bodenarbeit mit Stangen: Stangen auf unbekanntem Untergrund (z. B. auf einer Plane oder einem Gitter) legen. Das Pferd lernt, seinen Tritt zu kontrollieren.
  • Geräuschgewöhnung: Raschelnde Tüten, Klanghölzer oder Trommeln in steigender Lautstärke einsetzen. Immer mit Pause und Ruhemoment belohnen.
  • Fremde Objekte: Schirm, Kinderwagen, Fahrrad oder Rollkoffer in der Nähe aufstellen und das Pferd eigenständig erkunden lassen.
  • Verladetraining: Den Anhänger als neutralen Ort einführen - ohne Zeitdruck, mit Futter als positivem Anker.

Jede Übung funktioniert nach demselben Grundprinzip: Reiz zeigen, Reaktion abwarten, Ruhe belohnen. Das Pferd soll lernen, dass es nichts passiert - und dass Neugier sich lohnt.

Wie starte ich als Anfängerin mit dem Gelassenheitstraining?

Für den Einstieg ins Gelassenheitstraining brauchst Du keine teure Ausrüstung und keinen Kurs - ein ruhiges Umfeld, ein gut sitzendes Halfter und ein paar Alltagsgegenstände reichen am Anfang vollkommen aus.

Starte immer in einer bekannten, ruhigen Umgebung - am besten auf dem Stallgelände. Wähle für die ersten Einheiten Gegenstände, die Dein Pferd schon leicht kennt, und steigere den Schwierigkeitsgrad langsam. Eine Trainingseinheit dauert idealerweise 15 bis 20 Minuten, damit das Pferd nicht überfordert wird.

Arbeite zunächst ausschließlich vom Boden aus. Die Bodenarbeit ist die Basis des Gelassenheitstrainings - Du kannst die Körpersprache Deines Pferdes besser lesen und schneller reagieren als vom Sattel aus. Erst wenn das Pferd am Boden zuverlässig reagiert, überträgst Du die Übungen auf das Reiten.

Für das Gelassenheitstraining am Boden brauchst Du ein gut sitzendes Halfter und eine stabile Longe - bei RidersDeal findest Du beides nebeneinander, von der einfachen Stallausrüstung bis zum anatomischen Kappzaum für intensivere Bodenarbeit.

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Welche Ausrüstung brauchst Du für das Gelassenheitstraining?

Für das Gelassenheitstraining reichen ein sicher sitzendes Halfter, eine stabile Longe und eine Gerte oder Longierpeitsche zur Körperverlängerung. Diese drei Grundelemente decken den Großteil aller Bodenarbeit-Übungen ab.

Der Kappzaum ist besonders für intensivere Einheiten geeignet: Er gibt Dir mehr Führungspräzision als ein einfaches Halfter, ohne einen Druck auf das Maul auszuüben. Bei RidersDeal ist der Kappzaum Anatomic Soft Design von RidersChoice der meistverkaufte in diesem Bereich - die weiche Polsterung sitzt präzise und druckfrei.

Für die Longe empfiehlt sich eine leichte, griffige Ausführung mit mindestens 8 Metern Länge. Die Longe Soft von Harry's Horse in 8 m und die Doppellonge in Rosegold sind bei unserer Community besonders beliebt - vor allem für ihre weiche Handhabung bei der Bodenarbeit. Eine Longierpeitsche dient als Körperverlängerung zur Signalgebung, nicht zum Schlagen: Die Longierpeitsche 4-teilig, Superleicht von Waldhausen liegt dabei an der Spitze der meistgekauften Modelle.

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Was sind häufige Fehler beim Gelassenheitstraining?

Der häufigste Fehler ist Ungeduld: Viele Reiterinnen wollen zu schnell zu viel - und überfordern das Pferd, bevor echte Gelassenheit entstanden ist. Das Gegenteil von Gelassenheit entsteht dadurch erst recht.

Vier Fehler, die besonders häufig vorkommen:

  • Überflutung statt Desensibilisierung: Das Pferd mit einem Reiz konfrontieren, bis es "aufgibt" - das erzeugt Stress, kein Vertrauen.
  • Kein klares Ende der Übung: Ohne eindeutiges Belohnungssignal versteht das Pferd nicht, wofür es gelobt wird.
  • Zu lange Einheiten: Mehr als 20-25 Minuten Gelassenheitstraining am Stück überfordern die Konzentration der meisten Pferde.
  • Nur in der Halle trainieren: Gelassenheit muss in unterschiedlichen Umgebungen geübt werden - Halle, Paddock, Gelände - sonst bleibt sie situationsgebunden.

Wie lange dauert Gelassenheitstraining, bis erste Erfolge sichtbar sind?

Die meisten Pferde zeigen nach 4 bis 8 Wochen regelmäßigem Gelassenheitstraining (2-3 Einheiten pro Woche) deutlich sichtbare Fortschritte. Junge oder sehr scheue Pferde brauchen oft 3 bis 6 Monate für stabile Ergebnisse.

Fortschritte messen sich nicht nur daran, ob ein Pferd nicht mehr scheut - sondern daran, wie schnell es sich nach einem Schreck wieder beruhigt. Die sogenannte Regenerationszeit ist ein klarer Indikator: Ein gut trainiertes Pferd kommt in Sekunden wieder zur Ruhe, ein untrainiertes braucht Minuten oder bleibt dauerhaft angespannt.

Halte Deine Beobachtungen am besten kurz schriftlich fest: Welche Reize hat das Pferd heute akzeptiert? Wo gab es noch Ausweichverhalten? Diese Notizen helfen Dir, den nächsten Trainingsschritt gezielt zu planen - und Dir selbst die Fortschritte bewusst zu machen, die im Alltag leicht übersehen werden.

Was tust Du, wenn Dein Pferd beim Training die Nerven verliert?

Wenn das Pferd im Gelassenheitstraining in Stress gerät, gilt eine Regel: Reiz sofort reduzieren, nicht verstärken. Mehr Druck in einem Moment der Panik verschlimmert die Situation - Distanz schafft Sicherheit.

Vergrößere den Abstand zum Reiz, bis das Pferd deutlich ruhiger wird, und belohne diesen Ruhezustand sofort. Danach arbeitest Du Dich wieder langsam heran. Eine Einheit, in der das Pferd in Panik endet, hinterlässt eine negative Erinnerung - beende das Training deshalb immer auf einem positiven Stand, auch wenn das bedeutet, an einem leichteren Punkt aufzuhören.

Wenn ein Pferd trotz wochenlangem Training in bestimmten Situationen konsistent panisch reagiert, lohnt sich ein Blick auf die gesundheitliche Seite: Schmerzen, schlechte Sicht oder Hörprobleme können eine vermeintliche Scheue erklären, die kein Verhaltensproblem ist.

Gelassenheitstraining nach Situation: Was passt zu Dir?

Freizeitreiterin

Für Dich stehen Alltag und Ausritte im Vordergrund. Gelände- und Straßengewöhnung sind Deine wichtigsten Übungsfelder. Starte mit einfacher Bodenarbeit-Ausrüstung und weite die Übungen schrittweise ins Gelände aus.

Turniersportlerin

Am Turnier warten Lautsprecher, Zuschauermengen und unbekannte Hallen. Gewöhne Dein Pferd gezielt an Geräusche und enge Gassen. Kappzaum und Longe sind dabei Deine wichtigsten Hilfsmittel.

Seniorenpferd-Besitzerin

Ältere Pferde können sehr gut Gelassenheitstraining machen - oft sogar mit mehr Bedacht als junge Pferde. Kurze Einheiten mit ruhigem Tempo und schonender Ausrüstung sind hier der beste Ansatz.

"Bei RidersDeal merkt man einfach, dass es eine Seite von Pferdemenschen für Pferdemenschen ist: Immer nahbar, persönlich und mit den Produkten, die man als Reiterin wirklich braucht."

- Frederike Wolbers, @Justanotherhorseblog

Häufige Fragen zum Gelassenheitstraining beim Pferd

Kann ich Gelassenheitstraining alleine durchführen?

Ja, die meisten Bodenarbeit-Übungen kannst Du alleine machen. Für aufwendigere Reize wie Fahrräder oder Autos ist eine zweite Person hilfreich - eine bedient den Reiz, die andere führt das Pferd.

Wie oft sollte ich mit meinem Pferd Gelassenheitstraining machen?

2 bis 3 Einheiten pro Woche à 15 bis 20 Minuten sind ideal. Regelmäßigkeit schlägt Intensität - kurze, häufige Einheiten erzielen bessere Ergebnisse als seltene, lange Trainingsblöcke.

Hilft Gelassenheitstraining auch bei älteren Pferden?

Absolut. Ältere Pferde lernen oft bedächtiger, aber nachhaltiger. Die Lernfähigkeit bleibt bis ins hohe Pferdalter erhalten - es braucht lediglich etwas mehr Geduld und kürzere Einheiten.

Was kostet Gelassenheitstraining beim Pferd?

Für das eigenständige Training reichen ein Halfter (ab ca. 15 EUR), eine Longe (ab ca. 20 EUR) und Alltagsgegenstände. Professionelle Gelassenheitstraining-Kurse kosten zwischen 80 und 200 EUR pro Tag. Viele Grundübungen lassen sich aber komplett kostenneutral im Stallalltag integrieren.

Brauche ich einen professionellen Trainer für das Gelassenheitstraining?

Nicht zwingend. Für den Einstieg reichen gute Videos, Bücher und die Grundprinzipien der Desensibilisierung. Bei sehr scheuen Pferden oder wenn Du unsicher bist, lohnt sich eine oder zwei Einheiten mit einem erfahrenen Trainer, um den richtigen Einstieg zu finden.

Alles fürs Gelassenheitstraining - Kappzaum, Longe und Longierpeitsche findest Du bei RidersDeal in einer Auswahl, die speziell auf Bodenarbeit ausgerichtet ist.

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