Berufe mit Pferden: Welche Jobs gibt es und wie kommt man rein?

Berufe mit Pferden sind für viele Reiterinnen ein Lebenstraum - aber welche Jobs gibt es eigentlich, was verdient man, und wie kommt man rein? Ob Pferdewirt, Reitlehrer, Hufschmied oder Tierarzt: Der Weg ins Berufsleben mit Pferden ist so vielfältig wie die Reitsportszene selbst. Laut RidersDeal Reitsport-Studie 2026 (n=3.515, ridersdeal.com/reitsportstudie-2026) sind 78% der Reiterinnen täglich oder 5-6 Mal pro Woche am Stall - kein Wunder, dass viele davon daraus auch ihren Beruf machen möchten.

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Kathi Beißel

Reitsport-Autorin & Pferdebesitzerin · Aktualisiert: Mai 2026

Welche Berufe mit Pferden gibt es?

Die klassischen Berufe mit Pferden sind Pferdewirt, Reitlehrer, Hufschmied und Tierarzt - daneben gibt es aber eine ganze Reihe weiterer Berufsfelder, von der Pferdeosteopathie bis zur Pferdephysiotherapie.

Grob lassen sich die Pferde-Berufe in vier Gruppen einteilen:

  • Staatlich anerkannte Ausbildungsberufe: Pferdewirt (mit Fachrichtungen), Pferdewirtschaftsmeister, Reitlehrer FN
  • Akademische Berufe: Tierarzt, Agrarwissenschaftler mit Schwerpunkt Pferd
  • Zertifizierte Weiterbildungen: Pferdeosteopath, Pferdephysiotherapeut, Pferdeernährungsberater
  • Handwerkliche Berufe: Hufschmied, Sattler

Wer täglich mit Pferden arbeiten möchte, wählt häufig die Pferdewirt-Ausbildung als Einstieg - sie ist die direkteste Route in den Stallalltag als Beruf. Wer lieber beraten, behandeln oder ausbilden möchte, schaut sich die akademischen oder Weiterbildungswege an.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Pferdewirt?

Die Ausbildung zum Pferdewirt dauert drei Jahre und schließt mit der IHK-Prüfung ab. Bei guten Leistungen oder Abitur kann die Ausbildung auf 2,5 Jahre verkürzt werden.

Die Ausbildung findet dual statt: Ein Teil der Zeit verbringst Du im Ausbildungsbetrieb - also im Reitstall, auf dem Gestüt oder in einer Reitanlage. Der andere Teil findet in der Berufsschule statt, die oft überregional organisiert ist und im Blockunterricht läuft.

Es gibt fünf Fachrichtungen im Pferdewirt-Beruf: Klassische Reitausbildung, Pferdehaltung und Service, Pferderennen, Pferdezucht und Spezialreitweisen. Die meisten Ausbildungsplätze gibt es im Bereich Klassische Reitausbildung - hier lernt man das tägliche Reiten und Ausbilden von Pferden für Kunden.

Was verdient man als Pferdewirt in der Ausbildung?

Die Ausbildungsvergütung liegt je nach Betrieb und Bundesland zwischen 500 und 800 Euro brutto im Monat - ein niedrigerer Wert als in vielen anderen Ausbildungsberufen, weshalb Leidenschaft hier keine Floskel ist.

Im ersten Ausbildungsjahr liegt die Vergütung typischerweise zwischen 500 und 620 Euro, im zweiten Jahr zwischen 580 und 700 Euro, im dritten Jahr zwischen 640 und 800 Euro. Manche Ausbildungsbetriebe bieten zusätzlich freie Unterkunft, Verpflegung oder Reitstunden an, was den tatsächlichen Wert des Gesamtpakets erhöht.

Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt als ausgelernte Pferdewirtin bei rund 1.800 bis 2.200 Euro brutto. Mit Meistertitel oder einer Stelle als Stallleitung steigt das Gehalt auf 2.500 bis 3.200 Euro. Im Vergleich zu anderen Berufen ist das überschaubar - was viele trotzdem wählen, weil der Beruf eben Berufung ist.

Wo kann man die Ausbildung zum Pferdewirt machen?

Die Ausbildung zum Pferdewirt findet in einem anerkannten Ausbildungsbetrieb statt - das können Reitschulen, Gestüte, Pensionsställe oder Sportanlagen sein. Die Suche nach einem Ausbildungsplatz läuft über die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN), die Landwirtschaftskammern der Bundesländer oder direkt über Reitanlagen in Deiner Region.

Berufsschulen für Pferdewirte sind oft überregional organisiert. In Bayern gibt es zum Beispiel die Reit- und Fahrschule in Schwaiganger, in Nordrhein-Westfalen das Berufskolleg Agrarinformatik und Umwelttechnologien. Da der Blockunterricht häufig mehrere Wochen am Stück umfasst, solltest Du bereit sein, für die Schulphasen auch weiter zu reisen oder vor Ort zu übernachten.

Als angehende Pferdewirtin oder Reitlehrerin brauchst Du robuste, funktionale Reitkleidung für den täglichen Stalldienst. Bei RidersDeal findest Du Reitbekleidung für jedes Budget - von der langlebigen Arbeitshose bis zur wetterfesten Jacke.

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Wie wird man Reitlehrer?

Reitlehrer wird man über die staatlich anerkannte Trainer-B-Lizenz der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) - die Ausbildung dauert je nach Vorkenntnissen ein bis drei Jahre und setzt eine abgeschlossene Reitausbildung voraus.

Die FN unterscheidet zwischen verschiedenen Lizenzstufen: Übungsleiter Reiten (Einstieg), Trainer B Reiten (Hauptberuf möglich) und Trainer A Reiten (höchste Stufe). Wer hauptberuflich Reitstunden geben möchte, braucht mindestens die Trainer-B-Lizenz.

Die Ausbildung läuft in Lehrgängen der FN-Landesverbände, kostet je nach Stufe zwischen 1.500 und 4.000 Euro und schließt mit einer praktischen und theoretischen Prüfung ab. Viele Pferdewirte absolvieren die Trainer-Lizenz direkt im Anschluss an ihre Ausbildung. Mehr zum Alltag im Reitsport und zu Reitstunden findest Du in unserem Artikel über die Kosten von Reitstunden.

Was kostet eine Ausbildung in der Pferdeosteopathie?

Eine zertifizierte Ausbildung in der Pferdeosteopathie kostet zwischen 8.000 und 20.000 Euro und dauert je nach Anbieter zwei bis vier Jahre mit Blockkursen am Wochenende.

Die Ausbildung ist nicht staatlich einheitlich geregelt - es gibt verschiedene Anbieter mit unterschiedlichen Qualitätsstandards. Empfehlenswert sind Anbieter, die Mitglied in anerkannten Verbänden wie dem EVCOP (European Veterinary Committee of Osteopathic Practice) oder dem BVO (Bundesverband für Veterinärosteopathie) sind.

Laut RidersDeal Reitsport-Studie 2026 nutzen 86,5% der Reiterinnen Physio, Osteopathie oder Akupunktur für ihr Pferd. Das zeigt: Der Bedarf an qualifizierten Pferdeosteopathen ist hoch - und wer sich hier gut aufstellt, findet in der Reitsportszene eine treue Kundschaft. Auch unser Artikel über Pferdephysio, Osteo und Akupunktur gibt Dir einen guten Einblick in das Feld.

Welche weiteren Berufe rund ums Pferd gibt es?

Neben den klassischen Pferdeberufen gibt es weitere Tätigkeitsfelder, die sich gut mit einer Leidenschaft für Pferde verbinden lassen - von der Pferdezahnpflege bis zum Stallmanagement.

Überblick: Berufe mit Pferden im Vergleich
Beruf Weg Einstiegsgehalt (brutto)
Pferdewirt 3 Jahre duale Ausbildung 1.800 - 2.200 EUR
Reitlehrer (Trainer B) FN-Lehrgang 1-3 Jahre 2.000 - 2.600 EUR
Hufschmied 3,5 Jahre Ausbildung 2.200 - 2.800 EUR
Pferdeosteopath Weiterbildung 2-4 Jahre Selbstständig: variabel
Tierarzt (Pferde) 6 Jahre Studium + Approbation 3.200 - 4.500 EUR
Pferdezahnpfleger Zertifikatskurs 1-2 Jahre Selbstständig: variabel

Was brauche ich wirklich für einen Beruf mit Pferden?

Für einen Beruf mit Pferden brauchst Du vor allem körperliche Belastbarkeit, Geduld und ein sicheres Gefühl im Umgang mit Pferden - formale Schulabschlüsse spielen je nach Berufsweg eine unterschiedliche Rolle.

Für die Pferdewirt-Ausbildung reicht theoretisch ein Hauptschulabschluss - in der Praxis bevorzugen die meisten Betriebe Bewerberinnen mit mittlerem Abschluss oder Abitur, weil die Berufsschule anspruchsvoller ist als viele erwarten. Wichtiger als der Schulabschluss sind praktische Erfahrung im Stall, Reitkönnen und die Bereitschaft, auch an Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten.

Wer sich fragt, was ein Pferd im Alltag kostet und was auf Pferdebesitzerinnen finanziell zukommt, findet dazu alle Zahlen in unserem Artikel Was kostet ein Pferd. Das Wissen hilft Dir auch, die Erwartungen Deiner späteren Kundschaft besser einzuschätzen.

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Häufige Fragen zu Berufen mit Pferden

Wie lange dauert die Ausbildung zum Pferdewirt?

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Bei Abitur oder sehr guten Leistungen kann sie auf 2,5 Jahre verkürzt werden. Sie ist dual aufgebaut: Betrieb und Berufsschule im Wechsel.

Wie viel verdient man als Pferdewirt in der Ausbildung?

Die Ausbildungsvergütung liegt je nach Betrieb und Bundesland zwischen 500 und 800 Euro brutto pro Monat. Zusatzleistungen wie freie Unterkunft oder kostenlose Reitstunden sind in der Branche üblich.

Welche Berufe kann man mit Pferden machen?

Die Palette reicht von Pferdewirt und Reitlehrer über Hufschmied, Pferdeosteopath und Pferdezahnpfleger bis hin zum Tierarzt mit Spezialisierung Pferd. Auch Jobs wie Stallmanager, Gestütsmitarbeiter oder Pferdetrainer für Bodenarbeit sind möglich.

Wie wird man Reitlehrer?

Über die Trainer-B-Lizenz der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Die Ausbildung dauert je nach Vorkenntnissen ein bis drei Jahre und kostet zwischen 1.500 und 4.000 Euro. Voraussetzung ist eine solide Reitausbildung.

Für Deinen Einstieg in die Pferdewelt brauchst Du die richtige Ausrüstung - bei RidersDeal findest Du Reitbekleidung und Ausrüstung für jeden Anlass und jedes Budget.

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