Balance Pads fürs Pferd: Wirkung, Übungen und Trainingsdauer im Ratgeber


Balance Pads fürs Pferd sind weiche, instabile Trainingsunterlagen, auf die Du Dein Pferd mit zwei oder vier Hufen stellst, um Gleichgewicht, Körpergefühl und Tiefenmuskulatur anzusprechen. Richtig eingesetzt können Balance Pads beim Pferd eine sinnvolle Ergänzung zu Bodenarbeit, Longenarbeit und Reha-Training sein. In diesem Ratgeber zeigen wir Dir, wie Du Dein Pferd an Balance Pads gewöhnst, welche Übungen sich eignen und wie lange und wie oft ein Training sicher sein kann.
Reitsport-Autorin & Pferdebesitzerin · Aktualisiert: Oktober 2026
Was sind Balance Pads fürs Pferd?
Balance Pads fürs Pferd sind weiche, elastische Matten aus PU- oder EVA-Schaum, auf denen Dein Pferd im Stand oder in der Bewegung Gleichgewicht und Körpergefühl schulen kann. Sie sind zwischen 4 und 8 Zentimeter dick, meist rechteckig und so dimensioniert, dass ein Pferdehuf vollständig Platz findet.
Das Prinzip ist aus der Humanphysiotherapie übernommen: Steht Dein Pferd auf einer leicht nachgebenden Fläche, muss es ständig kleine Ausgleichsbewegungen machen. Diese Mikrobewegungen können die stabilisierende Tiefenmuskulatur ansprechen - also genau jene Muskulatur, die unter dem Sattel schwer gezielt zu trainieren ist. Erhältlich sind Pads in verschiedenen Härtegraden, Größen und Farben, oft im 4er-Set für alle vier Hufe.
Wichtig zum Verständnis: Balance Pads sind kein Reit-Equipment, sondern ein Trainings- und Bodenarbeits-Tool. Sie ersetzen keine physiotherapeutische Behandlung, können aber als Ergänzung zur regulären Arbeit eingesetzt werden. Weitere Hintergründe findest Du in unserem Trainings- und Wirkungs-Ratgeber zu Balance Pads.
Was bringen Balance Pads beim Pferd?
Balance Pads beim Pferd können die Tiefenmuskulatur, die Propriozeption und das Körpergefühl schulen - gerade bei Pferden, die unter dem Reiter einseitig oder verspannt gehen. Es handelt sich um ergänzendes Training, nicht um eine Therapie.
Konkret lassen sich mit Balance Pads mehrere Trainingsziele adressieren:
- Propriozeption: Dein Pferd nimmt bewusster wahr, wo seine Beine stehen - das kann die Trittsicherheit im Gelände verbessern.
- Tiefenmuskulatur: Kleine stabilisierende Muskeln entlang der Wirbelsäule werden gefordert, die beim normalen Reiten kaum isoliert anzusprechen sind.
- Gleichgewicht und Koordination: Besonders bei jungen Pferden oder nach Pausen eine ruhige Form, Balance aufzubauen.
- Konzentration: Pads können ein Pferd mental auslasten, ohne es konditionell stark zu beanspruchen - sinnvoll an Ruhetagen.
- Reha-Begleitung: In Absprache mit Tierarzt oder Physiotherapeut können Pads Teil eines Aufbauplans sein.
Laut RidersDeal Reitsport-Studie 2026 (n=3.515) nutzen 86,5% der Reiterinnen Physio, Osteo oder Akupunktur für ihr Pferd - Balance Pads lassen sich hier als Eigenanteil zwischen den Terminen gut einfügen, wenn der behandelnde Therapeut dafür grünes Licht gibt. Das Thema Muskelaufbau beim Pferd behandeln wir in einem eigenen Ratgeber ausführlich.
Für welche Pferde sind Balance Pads gut?
Balance Pads fürs Pferd sind besonders für ältere Pferde, Rehapatienten in Absprache mit dem Tierarzt, junge Pferde im Aufbau und Freizeitpferde mit wenig Variation im Training interessant. Für sehr nervöse oder schmerzempfindliche Pferde sind sie weniger geeignet.
In unserer Community sehen wir vor allem drei Gruppen, die Balance Pads regelmäßig nutzen: Besitzerinnen von Senioren, die ihr Pferd gelenkschonend fit halten möchten; Reiterinnen in der Reha nach Sehnenschäden oder Fesselträger-Problemen; und Trainerinnen, die bei jungen Pferden früh Körpergefühl aufbauen wollen. Zur Einordnung: 23,5% der Pferde in unserer Studie sind 18 Jahre und älter - gerade für diese Gruppe können Pads eine ruhige Alternative sein, wenn klassisches Longieren zu belastend ist.
Nicht geeignet sind Balance Pads bei akuten Schmerzen, akuten Hufproblemen oder stark unsicheren Pferden, die sich auf instabilem Grund panisch zurückziehen. Im Zweifel immer den Therapeuten vorab einbinden - auch unser Ratgeber zu Sehnenschäden beim Pferd macht deutlich, dass Reha-Training klar strukturiert und begleitet gehört.
Wie beginne ich mit Balance Pads bei meinem Pferd?
Starte in einer ruhigen, rutschfesten Umgebung und lass Dein Pferd die Pads zuerst beschnuppern. Setze dann einen Vorderhuf, später beide - erst wenn das sitzt, folgen die Hinterhufe. Kurze Einheiten von 1-2 Minuten sind am Anfang völlig ausreichend.
Konkret läuft eine erste Einheit so ab:
- Umgebung vorbereiten: Rutschfester Hallenboden oder trockene Stallgasse, Halfter und Führstrick griffbereit.
- Pferd gewöhnen: Pad flach vor dem Pferd ablegen, beschnuppern lassen, kurz loben.
- Erster Huf: Vorderhuf behutsam aufheben und auf das Pad stellen. Steht das Pferd ruhig, kurz loben und wieder absteigen lassen.
- Zweiter Huf: Nach ein paar Wiederholungen zweiten Vorderhuf dazunehmen - jetzt steht das Pferd mit beiden Vorderhufen auf Pads.
- Haltezeit aufbauen: Erst 15-20 Sekunden, dann langsam steigern. Bei Unruhe sofort runter und beim nächsten Mal kürzer.
Wichtig ist Geduld: Manche Pferde stehen in der ersten Einheit nur Sekunden, andere nach einer Woche entspannt eine Minute. Es gibt kein Tempo, das Du erzwingen solltest - sonst verliert das Training seinen entspannenden Charakter.
Für Bodenarbeit, Balance- und Reha-Training findest Du bei uns das passende Zubehör - vom Halfter über Longe und Kappzaum bis zu Trainingshilfen für die Stallgasse.
Wie lange darf ein Pferd auf Balance Pads stehen?
Zum Einstieg reichen 30-60 Sekunden pro Einheit, nach einigen Wochen können 2-3 Minuten am Stück sinnvoll sein. Mehr als 5 Minuten in einer Haltung sind in der Regel nicht nötig und können die Muskulatur ermüden lassen.
Die Dauer richtet sich nach drei Faktoren: Trainingszustand des Pferdes, Anzahl der eingesetzten Pads (zwei Vorderhufe sind leichter als vier) und Grund der Trainingseinheit. Senioren und Rehapatienten brauchen deutlich kürzere Einheiten als austrainierte Freizeitpferde. Als Faustregel: Lieber zwei bis drei kurze Sets mit Pause als eine lange Session.
| Phase | Standdauer pro Set | Sets pro Einheit |
|---|---|---|
| Gewöhnung (Woche 1-2) | 15-30 Sekunden | 2-3 |
| Aufbau (Woche 3-6) | 45-90 Sekunden | 3 |
| Fortgeschritten | 2-3 Minuten | 2-3 |
Zeigt Dein Pferd Unruhe, Zittern oder tritt immer wieder ab, ist die Einheit zu lang oder zu intensiv - direkt beenden und beim nächsten Mal reduzieren.
Wie oft sollte ich Balance Pads einsetzen?
Zwei bis dreimal pro Woche sind für die meisten Pferde eine gute Frequenz - mit mindestens einem Tag Pause dazwischen. Tägliches Training ist in der Regel nicht sinnvoll, da die Tiefenmuskulatur Regenerationszeit braucht.
Weil 78% der Reiterinnen laut unserer Studie täglich oder 5-6 Mal pro Woche am Stall sind, ist der Zeitpunkt leicht zu finden: ideal nach dem Aufwärmen, als Teil der Bodenarbeit oder als ruhiger Abschluss nach dem Reiten. Vor einer intensiven Reiteinheit sollten die Pads nicht stehen - die stabilisierende Muskulatur ist dann bereits beansprucht und sollte frisch sein, wenn Du aufsteigst.
Hast Du Dein Pferd gerade in Reha oder im Muskelaufbau nach einer Pause, kann der Therapeut einen individuellen Plan vorgeben. Dann gilt dessen Vorgabe - nicht die hier genannten Richtwerte.
Welche Übungen eignen sich mit Balance Pads?
Vom reinen Stehen bis zu kleinen Gewichtsverlagerungen und Dehnungen über Leckerli lassen sich viele Übungen aufbauen. Starte minimal und steigere Komplexität erst, wenn Dein Pferd auf allen Pads sicher und entspannt steht.
Fünf praxiserprobte Übungsideen:
- Zwei-Punkt-Stand: Nur die Vorderhufe auf Pads - Grundübung für Einstieg und Senioren.
- Vier-Punkt-Stand: Alle vier Hufe auf Pads - fordert deutlich mehr Stabilität und wird erst nach Wochen eingeführt.
- Carrot Stretches: Im Stand auf Pads mit Leckerli zur Brust, Flanke oder zwischen die Vorderbeine lenken - mobilisiert Hals und Rücken.
- Gewichtsverlagerung: Leicht am Halfter nach vorn und zurück bewegen - das Pferd gleicht aktiv aus.
- Diagonalstand: Je ein Vorder- und ein Hinterhuf (diagonal) auf einem Pad - fortgeschritten, nur mit Trainerin/Physio einführen.
Ergänzend lohnt sich der Blick auf verwandte Trainingsformen - unser Ratgeber zur Faszienrolle fürs Pferd zeigt, wie sich manuelle und aktive Übungen sinnvoll kombinieren lassen.
Welche Balance Pads passen zu meinem Pferd?
Entscheidend sind Härtegrad, Größe und Oberfläche: weichere Pads fordern mehr Balance, härtere sind einsteigerfreundlich. Für Großpferde sollten die Pads mindestens 50 x 40 cm groß und 5-8 cm dick sein, für Ponys reichen kleinere Formate.
Worauf Du beim Kauf achten solltest:
- Material: Dichter PU- oder EVA-Schaum ist strapazierfähig und behält auch unter Pferdegewicht seine Form.
- Rutschfestigkeit: Strukturierte oder genoppte Oberseite - vor allem bei Barhufern wichtig, aber auch bei Eisen.
- Größe: Der Huf sollte vollständig auf dem Pad stehen können, mit Reserve nach vorn und hinten.
- Reinigung: Abwischbare, feuchtigkeitsresistente Oberflächen überleben Stallhygiene deutlich länger.
- Set-Größe: Zum Einstieg genügen zwei Pads, später lohnt sich oft das 4er-Set.
Preislich bewegen sich Balance Pads für Pferde je nach Marke und Set-Umfang in einem breiten Rahmen. Bei RidersDeal findest Du passendes Pferdezubehör von Halfter über Longen bis zum Bodenarbeits-Equipment - alles, was Du neben den Pads für ein strukturiertes Training brauchst.
Stimmen aus der RidersDeal-Community
"RidersDeal ist meine erste Anlaufstelle, weil es immer tolle Deals gibt und man einfach alles rund um den Reitsport findet, so muss man nicht bei 10 Anbietern gleichzeitig bestellen."
- Anna-Lena Humpert, @Nordponys_FloKali
"Bei RidersDeal merkt man einfach, dass es eine Seite von Pferdemenschen für Pferdemenschen ist: Immer nahbar, persönlich und mit den Produkten, die man wirklich braucht."
- Frederike Wolbers, @Justanotherhorseblog
FAQ zu Balance Pads beim Pferd
Wie lange darf ein Pferd auf Balance Pads stehen?
Zu Beginn 15-30 Sekunden pro Set, später 1-3 Minuten. Mehr als 5 Minuten am Stück sind in der Regel nicht nötig. Besser mehrere kurze Sets mit Pause als eine lange Standphase.
Was bringen Balance Pads beim Pferd?
Balance Pads können die Tiefenmuskulatur, Koordination und das Körpergefühl ansprechen. Sie werden häufig als Ergänzung zu Bodenarbeit, Longentraining und Reha-Programmen eingesetzt.
Wie beginne ich mit Balance Pads bei meinem Pferd?
Starte in einer ruhigen Umgebung, lass das Pad beschnuppern und stelle zuerst nur einen Vorderhuf darauf. Erst wenn beide Vorderhufe sicher stehen, folgen weitere Pads - mit viel Lob und kurzen Einheiten.
Für was sind Balance Pads beim Pferd gut?
Sie eignen sich für Koordinations- und Balance-Training, Muskelaufbau in der Tiefenmuskulatur und als ruhige Beschäftigung an trainingsfreien Tagen. Auch in der Reha können sie - in Absprache mit dem Therapeuten - eingesetzt werden.
Wie oft sollte ich Balance Pads nutzen?
Zwei- bis dreimal pro Woche mit mindestens einem Tag Pause dazwischen reichen für die meisten Pferde. Tägliches Training ist nicht sinnvoll, da die Tiefenmuskulatur Erholungszeit braucht.
Sind Balance Pads für jedes Pferd geeignet?
Nein. Bei akuten Schmerzen, akuten Hufproblemen oder stark nervösen Pferden sollten Pads nicht ohne Rücksprache mit Tierarzt oder Physiotherapeut eingesetzt werden.
Vom Halfter über Longe und Kappzaum bis zum passenden Zubehör für Boden- und Balancetraining - bei RidersDeal findest Du alles für Dein nächstes Training.
Ausgezeichnet als Top Shop 2024 & 2026 von COMPUTER BILD & Statista in der Kategorie Freizeit, Spiel und Hobby. Zur Auszeichnung 2026