Reitbegleithund - Ausbildung, Regeln und Ausrüstung
Ein Reitbegleithund ist der Traum vieler Reiterinnen - der Hund läuft entspannt neben dem Pferd, alle genießen den Ausritt. Die Realität sieht oft anders aus: Das Pferd schreckt, der Hund jagt, der Ausritt endet im Chaos. Mit der richtigen Vorbereitung klappt es trotzdem. Dieser Ratgeber zeigt Dir, wie.
Welche Hunde eignen sich als Reitbegleithunde?
Nicht jeder Hund ist zum Reitbegleithund geeignet - und das hat nichts mit der Rasse zu tun. Entscheidend sind Charakter, Grundgehorsam und die körperliche Fitness des Tieres.
Gut geeignet sind Hunde mit stabilem Nervenkostüm, die weder übermäßig jagdstark noch sehr ängstlich sind. Mittlere bis große Rassen, die körperlich mithalten können: Labrador, Deutsch Kurzhaar, Weimaraner, Hovawart oder robuste Mischlinge. Auch Hütehunde mit guter Führigkeit können sehr gute Reitbegleithunde werden.
Weniger geeignet sind sehr jagdstarke Rassen (bestimmte Windhunde, Bracken), sehr kleine Rassen, die körperlich nicht mithalten können, und Hunde mit ausgeprägtem Hüte- oder Treibinstinkt, die unkontrolliert am Pferd nagen oder treiben könnten. Auch sehr ängstliche Hunde tun sich mit Pferden erfahrungsgemäß schwer.
Das Mindestalter für Reitbegleitung: Erst wenn ein Hund körperlich ausgewachsen ist (je nach Rasse mit 12-18 Monaten) und einen soliden Grundgehorsam hat. Zu früh mit langen Ausritten zu beginnen, schadet Gelenken und Motivation.
Das Pferd auf den Hund vorbereiten
Die meisten Unfälle beim Reiten mit Hund entstehen, weil das Pferd erschrickt - nicht weil der Hund ausrastet. Das Pferd muss Hunde kennen und einordnen können, bevor der erste gemeinsame Ausritt stattfindet.
Schritt 1 - Bekanntschaft am Boden: Lass Pferd und Hund sich zunächst ohne Druck kennenlernen - Du hältst das Pferd am Halfter, der Hund kommt entspannt auf das Pferd zu. Beobachte die Körpersprache beider Tiere. Positive Ersterfahrungen sind entscheidend.
Schritt 2 - Hund im Stallbereich: Bevor der erste Ausritt, sollte der Hund den Stall, den Reitplatz und die typischen Geräusche (Hufeisen, Sattelzurren, Sporen) gut kennen und entspannt tolerieren.
Schritt 3 - Führübungen mit Hund dabei: Führe das Pferd in Schritt, während der Hund daneben läuft oder im Abstand folgt. So gewöhnt sich das Pferd an die Bewegung des Hundes, ohne bereits den Reiter tragen zu müssen.
Den Hund auf das Reiten vorbereiten
Drei Kommandos sind für den Reitbegleithund absolut unverzichtbar, bevor der erste Ausritt stattfindet:
- "Bei Fuss" oder ein verlässliches Rückrufkommando: Der Hund muss sofort zurückkommen, wenn Du rufst - auch wenn Wild auftaucht oder andere Hunde vorbeilaufen. Das ist keine Kann-Anforderung.
- "Platz" oder "Warte": Der Hund muss ruhig an einer Stelle warten können, während Du mit dem Pferd manövrierst - zum Beispiel beim Aufsteigen oder an der Straße.
- Impulskontrolle: Wild, andere Tiere, Fahrräder - der Hund muss gelernt haben, nicht reflexartig zu jagen. Das ist der kritischste Punkt und braucht konsequentes Training.
Auch beim Ausritt mit Hund: Dein Pferd braucht den richtigen Schutz.
Im Gelände mit Hund empfehlen sich Geländegamaschen, die Fesseln und Sehnen auch bei unerwarteten Bewegungen des Pferdes schützen - zum Beispiel wenn der Hund plötzlich unter das Pferd läuft.
Geländegamaschen ansehenSchritt für Schritt: Das gemeinsame Training aufbauen
Der erste gemeinsame Ausritt sollte kurz, ruhig und positiv enden. Überfordere weder Hund noch Pferd. Ein typischer Trainingsplan:
- Woche 1-2: Hund läuft angeleint neben dem geführten Pferd auf dem Reitplatz. Kurze Sessions, viel Lob für beide.
- Woche 3-4: Erste kurze Ausritte im Schritt, Hund angeleint an einer Begleitperson. Du reitest, jemand führt den Hund daneben.
- Woche 5-6: Hund läuft frei auf bekannten Wegen, nur im Schritt, kurze Strecken. Reaktion auf Kommandos aus dem Sattel üben.
- Ab Woche 7: Langsame Steigerung von Tempo und Streckenlänge. Trab nur wenn Hund sicher neben dem Pferd läuft und nicht darunter.
Gehe in deinem eigenen Tempo vor - manche Hund-Pferd-Teams brauchen 3 Monate, andere ein halbes Jahr. Kein Zeitdruck. Mehr zu Hund und Pferd findest Du in unserem Artikel Stall mit Pferd und Hund.
Regeln für sichere Ausritte mit dem Reitbegleithund
- Hund bleibt seitlich hinter dem Pferd - nie zwischen den Vorderbeinen oder direkt vor dem Pferd. Die Schlagzone der Hinterbeine kennt kein Pardon.
- An Straßen immer anleinen: Auch der zuverlässigste Hund kann an einer stark befahrenen Strasse ausrasten. Leinen-Pflicht ist hier keine Vorsichtsmaßnahme, sondern Vernunft.
- Im Wald Wild-Saison beachten: In der Brut- und Setzzeit (April bis Juli) den Hund konsequent an der Leine führen. Das schont Wild und vermeidet Jagdunfälle.
- Nicht im Galopp beginnen: Rasante Tempoerhöhungen lösen bei vielen Hunden den Jagdinstinkt aus. Immer langsam steigern.
- Wasserversorgung nicht vergessen: Hunde ermüden beim Mitlaufen schneller als es aussieht. Ab 5 km Streckenlänge Wasser und kurze Pausen einplanen.
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Ausrüstung für den Reitbegleithund und das Pferd
Für den Hund: Eine gut sitzende, ausbruchsichere Leine und ein Geschirr (kein Halsband beim Laufen auf langen Strecken), Wasser in einer leichten Reiseflasche, im Sommer ein Hundemantel für kühle Abende, in der dunklen Jahreszeit ein Leuchtband für die Sichtbarkeit auf der Straße.
Für das Pferd: Geländegamaschen bieten zusätzlichen Schutz, wenn der Hund sich unerwartet nähert. Im Gelände hat sich außerdem ein gut sitzendes, sicheres Halfter unter der Trense bewährt - für den Fall, dass Du schnell absitzen und führen musst.
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- Anna-Lena Humpert, @Nordponys_FloKali
Häufige Fragen zum Reitbegleithund
Ab welchem Alter darf ein Hund als Reitbegleithund mitlaufen?
Erst wenn der Hund körperlich ausgewachsen ist - bei kleinen Rassen ab 12 Monaten, bei großen Rassen ab 18 Monaten. Vorher sind die Gelenke noch nicht belastbar genug für lange Strecken. Das Training beginnt mit kurzen Einheiten und steigert sich langsam.
Mein Pferd hat Angst vor Hunden - was tun?
Desensibilisierung am Boden, langsam und ohne Druck. Beginne mit einem ruhigen Hund in weitem Abstand zum Pferd. Kommt das Pferd neugierig heran, ist das gut - erzwingen funktioniert nicht. Mit Geduld gewöhnen sich die meisten Pferde an Hunde. Wenn Dein Pferd trotz langer Vorbereitung panisch reagiert, kann professionelle Unterstützung durch einen Pferdetrainer sinnvoll sein.
Wie weit kann ein Hund beim Ausritt mitlaufen?
Das hängt stark von Rasse, Alter und Fitnesslevel ab. Als Richtwert: Ein gut konditionierter, mittelgroßer Hund schafft problemlos 10-15 km mit. Bei Hitze und im Sommer deutlich weniger - Hunde können sich schlechter abkühlen als Pferde. Achte auf Erschöpfungszeichen: starkes Hecheln, Schleifen der Hinterbeine oder Unlust weiterzulaufen sind Stopsignale.
Gibt es eine offizielle Ausbildung zum Reitbegleithund?
Ja - die Vereinigung der Freizeitreiter und Fahrer (VFD) bietet eine strukturierte Reitbegleithund-Ausbildung an, die mit einem Prüfungstag abschließt. Das Zertifikat ist kein Pflicht, aber eine gute Orientierung und ein Qualitätsmerkmal. Viele Reitvereine und Hundeschulen bieten ähnliche Kurse an.
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