Hilfszügel beim Pferd: Arten, Wirkung und richtiger Einsatz

Hilfszügel beim Pferd sollen das Pferd beim Training in eine günstigere Haltung führen und ihm helfen, sich zu balancieren - vom Ausbinder über den Dreieckszügel bis zum Lauferzügel. Doch jeder Hilfszügel wirkt anders, und falsch eingesetzt kann er mehr schaden als nutzen. Reitsport-Autorin Kathi Beißel, seit über 15 Jahren aktive Reiterin, erklärt Dir hier, welche Arten von Hilfszügeln es gibt, wie sie wirken, welcher sich für vorwärts-abwärts und fürs Longieren eignet und welche Fehler Du unbedingt vermeiden solltest.

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Kathi Beißel

Reitsport-Autorin & Pferdebesitzerin · Aktualisiert: Juni 2026

Was ist ein Hilfszügel beim Pferd?

Ein Hilfszügel ist ein zusätzlicher Riemen, der dem Pferd beim Training einen Rahmen gibt und es anregt, den Hals fallen zu lassen und an die Hand heranzutreten - meist beim Longieren oder bei jungen Pferden.

Hilfszügel ersetzen niemals die reiterliche Einwirkung oder gutes Training. Sie sind ein Werkzeug auf Zeit, das dem Pferd den Weg in eine losgelassene Haltung erleichtern kann - vorausgesetzt, sie sind korrekt verschnallt und werden mit Augenmaß genutzt. Eingehängt werden sie in der Regel am Longiergurt oder Sattelgurt und am Gebiss oder Kappzaum.

Laut RidersDeal Reitsport-Studie 2026 (n=3.515) longieren 73,8% der Reiterinnen regelmäßig - genau hier kommen Hilfszügel am häufigsten zum Einsatz. Umso wichtiger ist es, die Unterschiede zu kennen.

Was bewirken Hilfszügel und wann sind sie sinnvoll?

Hilfszügel können das Pferd dazu anregen, den Rücken aufzuwölben und an das Gebiss heranzutreten. Sinnvoll sind sie vor allem beim Longieren und in der Ausbildung - nicht als Dauerlösung.

Richtig genutzt geben Hilfszügel dem Pferd eine Idee davon, wie sich eine korrekte Anlehnung anfühlt, ohne dass eine Reiterhand einwirkt. Das kann die Losgelassenheit unterstützen und die Hinterhand aktivieren. Entscheidend ist, dass das Pferd genug Freiheit behält, um sich auszubalancieren - ein zu eng verschnallter Hilfszügel bewirkt das Gegenteil und macht das Pferd fest.

Hilfszügel sind also kein Mittel, um eine Kopfhaltung zu erzwingen, sondern eine Unterstützung auf dem Weg dorthin. Wann sie passen, hängt vom Ausbildungsstand und vom Trainingsziel ab.

Welche Arten von Hilfszügeln gibt es?

Die gängigsten Hilfszügel sind Ausbinder, Dreieckszügel (Wiener Zügel), Lauferzügel, Martingal und die anatomischen Varianten Chambon und Gogue. Jeder wirkt anders auf Haltung und Bewegung.

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Hilfszügel mit ihrer Wirkung und ihrem typischen Einsatz:

Die wichtigsten Hilfszügel im Vergleich
Hilfszügel Wirkung Typischer Einsatz
Ausbinder Begrenzt die Kopf-Hals-Haltung seitlich Longieren, erfahrene Hand
Dreieckszügel (Wiener Zügel) Lässt vorwärts-abwärts zu, gibt Rahmen Longieren, junge Pferde
Lauferzügel Erlaubt viel Dehnung nach vorne-unten Lösen, vorwärts-abwärts
Martingal / Vorderzeug Begrenzt zu hohes Aufwerfen des Kopfes Reiten, Springen
Chambon / Gogue Regt Senken des Halses an Longieren, gymnastizieren

Welcher Hilfszügel passt, hängt vom Ziel ab. Eine Auswahl an Ausbindern und Dreieckszügeln findest Du im Bereich Dreieckszügel und Ausbinder.

Ob Ausbinder, Dreieckszügel oder Lauferzügel - bei uns findest Du die gängigen Hilfszügel nebeneinander zum Vergleichen, passend zu Deinem Trainingsziel.

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Welcher Hilfszügel eignet sich für vorwärts-abwärts?

Für vorwärts-abwärts eignen sich Dreieckszügel und Lauferzügel am besten. Beide lassen dem Pferd die Freiheit, den Hals nach vorne-unten zu dehnen, statt eine feste Kopfhaltung vorzugeben.

Der Dreieckszügel, auch Wiener Zügel genannt, läuft vom Gurt durch die Gebissringe zurück und bildet ein verschiebbares Dreieck. So kann das Pferd den Hals dehnen und sich trotzdem an einem weichen Rahmen orientieren. Der Lauferzügel erlaubt noch mehr Bewegungsspielraum und ist gut zum Lösen geeignet.

Vorwärts-abwärts heißt: Das Pferd streckt den Hals nach vorne-unten, der Rücken wölbt sich auf. Ein fester Ausbinder verhindert genau diese Dehnung und ist deshalb für dieses Trainingsziel weniger geeignet.

Welche Hilfszügel eignen sich zum Longieren?

Zum Longieren eignen sich vor allem Dreieckszügel, Lauferzügel und Chambon, weil sie dem Pferd Dehnung erlauben. Ausbinder sind nur in erfahrener Hand und korrekt verschnallt sinnvoll.

Beim Longieren trägt das Pferd kein Reitergewicht und kann sich frei ausbalancieren. Ein Hilfszügel, der Dehnung zulässt, unterstützt diese Arbeit am besten. Der Chambon zum Beispiel regt das Pferd an, den Hals zu senken, ohne Druck nach hinten auszuüben. Wie Du grundsätzlich sicher longierst, liest Du in unserem Ratgeber zum Longieren.

Beginne immer ohne oder mit lang verschnalltem Hilfszügel im Lösen und verkürze erst, wenn das Pferd warm und losgelassen ist. So bleibt die Arbeit fair und gesund.

Welcher Hilfszügel passt für junge Pferde und Anfänger?

Für junge Pferde und ungeübte Hände eignet sich der Dreieckszügel am besten, weil er weich wirkt und viel Dehnung erlaubt. Auf scharfe oder feste Verschnallungen sollte hier verzichtet werden.

Junge Pferde lernen erst, ihr Gleichgewicht zu finden. Ein nachgiebiger Hilfszügel gibt ihnen Orientierung, ohne sie einzuengen. Wichtig ist, dass die Länge großzügig gewählt wird und das Pferd jederzeit den Hals strecken kann.

Hilfszügel nach Situation: Was passt zu Dir?

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Zum gelegentlichen Longieren ist ein nachgiebiger Dreieckszügel eine gute Wahl. Eine Auswahl findest Du bei den Dreieckszügeln und Ausbindern.

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Im Springen kann ein korrekt verschnalltes Martingal das Aufwerfen des Kopfes begrenzen - passende Modelle gibt es bei den Vorderzeugen und Martingalen.

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Starte gebisslos oder mit weichem Dreieckszügel und großzügiger Länge. So lernt Dein junges Pferd ohne Zwang, den Hals fallen zu lassen.

Welche Fehler sollte ich bei Hilfszügeln vermeiden?

Der häufigste Fehler ist ein zu eng verschnallter Hilfszügel. Er zwingt das Pferd in eine Haltung, macht es fest und verhindert echte Losgelassenheit - das Gegenteil des gewünschten Effekts.

Weitere typische Fehler sind: zu früh verschnallen, bevor das Pferd warm ist, einen Hilfszügel ohne fachkundige Anleitung nutzen oder ihn als Dauerlösung statt als zeitweises Hilfsmittel einsetzen. Ein Hilfszügel ersetzt niemals korrektes Training und eine gute Hand.

Im Zweifel gilt: lieber länger verschnallen als zu kurz. Lass Dir den richtigen Sitz von einer erfahrenen Trainerin zeigen, bevor Du allein arbeitest.

Wie verschnalle ich Hilfszügel und wo kaufe ich sie?

Verschnalle Hilfszügel so, dass das Pferd in losgelassener Haltung leichten Kontakt hat, sich aber noch vorwärts-abwärts dehnen kann. Beginne immer lang und verkürze nur behutsam.

Beim Kauf zählen Material und Verarbeitung. Weiches, reißfestes Leder oder gut vernähtes Gurtband halten über Jahre und liegen angenehm an. Ein Kunde bestätigt in einer 5-Sterne-Bewertung zum Dreieckszügel Leder bei RidersDeal schlicht: "Alles top." Achte zusätzlich auf die richtige Größe und verstellbare Verschnallungen.

Bei RidersDeal achten wir darauf, durchdachtes Equipment zu fairen Preisen anzubieten - typisch für unsere Community aus echtem Stallalltag, inklusive unserer Eigenmarke RidersChoice.

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Häufig gekauft wird bei uns der Dreieckszügel aus Leder - weich, verstellbar und gut für vorwärts-abwärts geeignet. Eine solide Wahl für die Arbeit an der Longe und mit jungen Pferden.

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- Frederike Wolbers, @Justanotherhorseblog

Häufige Fragen zu Hilfszügeln

Welcher Hilfszügel ist für vorwärts-abwärts am besten?

Dreieckszügel und Lauferzügel eignen sich am besten, weil sie dem Pferd erlauben, den Hals nach vorne-unten zu dehnen. Ein fester Ausbinder verhindert diese Dehnung und ist dafür ungeeignet.

Was bewirken Hilfszügel beim Pferd?

Hilfszügel können das Pferd anregen, den Rücken aufzuwölben und an das Gebiss heranzutreten. Sie unterstützen die Losgelassenheit, ersetzen aber kein korrektes Training und keine gute Hand.

Welche Hilfszügel eignen sich zum Longieren?

Zum Longieren eignen sich vor allem Dreieckszügel, Lauferzügel und Chambon, weil sie Dehnung zulassen. Ausbinder sind nur in erfahrener Hand und korrekt verschnallt sinnvoll.

Sind Hilfszügel schädlich für das Pferd?

Falsch oder zu eng verschnallt können Hilfszügel das Pferd fest machen und die Losgelassenheit verhindern. Richtig genutzt und mit großzügiger Länge sind sie ein faires Hilfsmittel auf Zeit.

Vom Dreieckszügel bis zum Lauferzügel - finde den passenden Hilfszügel für Dein Trainingsziel und Deinen Ausbildungsstand.

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