Empfindlicher Pferdemagen: Warnzeichen, Risikofaktoren und Vorbeugung


Ein empfindlicher Pferdemagen fällt im Alltag oft nicht sofort eindeutig auf. Manche Pferde fressen schlechter, reagieren beim Gurten empfindlich, wirken im Training weniger leistungsbereit oder zeigen wiederkehrende leichte Kolik-Anzeichen. Solche Veränderungen können viele Ursachen haben, gehören aber ernst genommen. Gerade deshalb lohnt es sich, früh hinzusehen. Denn wer Risikofaktoren kennt, Warnzeichen einordnen kann und den Alltag passend gestaltet, kann viel dazu beitragen, Magenprobleme früh zu erkennen, gezielt abzuklären und möglichst auch vorzubeugen.
Warum gerät der Pferdemagen im Alltag so schnell aus dem Gleichgewicht?
Der Pferdemagen ist auf kontinuierliches Kauen ausgelegt - Fresspausen und viel Kraftfutter können dieses empfindliche Gleichgewicht schnell stören.
Der Pferdemagen ist empfindlich, weil Pferde darauf ausgelegt sind, über viele Stunden hinweg faserreiches Futter aufzunehmen und dabei kontinuierlich Magensäure zu bilden. Beim langen Kauen von Raufutter entsteht viel Speichel, der hilft, die Magensäure abzufedern und den Magen zu schützen.
Genau hier liegt im Stallalltag oft das Problem. Längere Fresspausen, zu wenig Raufutter oder eine Fütterung mit viel Kraftfutter können dieses empfindliche Gleichgewicht stören. Dazu kommt, dass verschiedene Bereiche des Magens unterschiedlich empfindlich reagieren. Vor allem wenn ein Pferd über Stunden wenig kaut und der Magen dennoch weiter Säure bildet, steigt das Risiko, dass empfindliche Schleimhautbereiche gereizt werden könnten.
Welche Risikofaktoren begünstigen Magenprobleme beim Pferd?
Nicht ein einzelner Fehler, sondern mehrere Belastungen gleichzeitig lösen Magenprobleme aus - lange Fresspausen, stärkereiches Kraftfutter, intensives Training und Stress spielen häufig zusammen.
Magenprobleme entstehen beim Pferd oft nicht durch einen einzigen Fehler, sondern durch mehrere Belastungen gleichzeitig. Besonders häufig spielen lange Fresspausen, stärkereiches Kraftfutter, intensives Training und Stress zusammen. Gerade diese Mischung macht das Thema im Alltag so tückisch.
Ein Pferd steht vielleicht nachts zu lange ohne Heu, bekommt tagsüber größere Kraftfutterportionen und fährt am Wochenende noch auf ein Turnier. Schon summieren sich mehrere Risikofaktoren. Als Richtwert gilt, pro Mahlzeit nicht mehr als 1 g Stärke pro Kilogramm Körpergewicht zu füttern. Bei einem 500-kg-Pferd kann also schon die Zusammensetzung einer einzelnen Fütterung einen Unterschied machen.
| Risikofaktor | Wirkung auf den Magen |
|---|---|
| Lange Fresspausen | Der Magen bildet weiter Säure, ohne dass Speichel durch Kauen gepuffert wird |
| Stärkereiches Kraftfutter | Große Portionen können die empfindliche Magenschleimhaut zusätzlich belasten |
| Intensives Training | Erhöht das Stressniveau und kann die Säureproduktion steigern |
| Stress und Unruhe | Wirkt direkt auf den drüsenhaltigen Teil des Magens (EGGD-Zusammenhang) |
| Unregelmäßige Routinen | Fehlende Verlässlichkeit erhöht das Stressniveau empfindlicher Pferde |
Warum schlägt Stress manchen Pferden direkt auf den Magen?
Stress trifft besonders den drüsenhaltigen Magenbereich - und beginnt oft nicht erst auf dem Turnier, sondern durch wechselnde Routinen und Unruhe im Stall.
Stress ist ein wichtiger Risikofaktor für Magenprobleme beim Pferd. Besonders empfindlich reagiert dabei der untere, drüsenhaltige Teil des Magens, in dem die Magensäure gebildet wird.
Vielleicht denkst Du bei Stress zuerst an Turniere oder Transporte. Tatsächlich beginnt er oft viel früher: mit wechselnden Routinen, Unruhe im Stall, neuen Herdenkonstellationen oder einem Training, das Dein Pferd mental überfordert. Genau dieser Zusammenhang spielt auch bei EGGD eine Rolle. Damit sind Veränderungen der Magenschleimhaut im drüsenhaltigen Teil des Magens gemeint, die eng mit Stress verbunden sein können. Für viele Pferde ist deshalb nicht nur die Fütterung entscheidend, sondern auch ein Alltag, der ihnen Sicherheit gibt.


Woran merkst Du, dass Dein Pferd genauer angeschaut werden sollte?
Gurtzwang, Leistungsabfall, häufiges Gähnen oder veränderte Fressbereitschaft können Hinweise auf Magenprobleme sein - frühes Erkennen erleichtert die tierärztliche Abklärung erheblich.
Magenprobleme zeigen sich oft nicht eindeutig, sondern in kleinen Veränderungen, die sich mit der Zeit häufen. Wiederkehrende leichte Kolik-Anzeichen, Gurtzwang, Gewichtsverlust, schlechteres Fressen oder Leistungsabfall solltest Du deshalb ernst nehmen.
Viele Halter merken zuerst, dass sich ihr Pferd irgendwie anders verhält. Es frisst langsamer, wirkt gereizter, gähnt häufiger oder ist beim Putzen und Satteln empfindlicher als sonst. Manche Pferde wirken unter dem Sattel plötzlich lustlos, andere verlieren an Substanz, obwohl die Ration gleich geblieben ist. Genau diese unscheinbaren Signale machen das Thema so herausfordernd. Wer sie früh wahrnimmt, kann schneller handeln.
Wann bringt eine Gastroskopie wirklich Klarheit?
Die einzig sichere Diagnose liefert die Gastroskopie - sie zeigt, wo Veränderungen liegen, und bestimmt, wie die weitere Behandlung geplant wird.
Wenn Dein Pferd wiederholt auffällig ist oder sich trotz angepasster Fütterung und besserem Management nicht stabilisiert, sollte eine tierärztliche Abklärung erfolgen. Eine sichere Diagnose von Magenschleimhautveränderungen ist nur mit einer Gastroskopie möglich, also mit einer Magenspiegelung.
Dafür muss das Pferd vor der Untersuchung etwa 16 Stunden konsequent fasten, damit die Magenschleimhaut vollständig eingesehen werden kann. Während der Untersuchung wird das Pferd sediert und der Magen mit einem Endoskop untersucht. So lassen sich Veränderungen direkt sichtbar machen und ihrer Lage nach einordnen. Das ist wichtig, weil sich daraus ergibt, wie die weitere Behandlung geplant wird und ob später eine Kontroll-Gastroskopie sinnvoll ist.


Wie funktioniert Prävention im Stallalltag wirklich?
Prävention beginnt vor den ersten Symptomen: kurze Fresspausen, verlässliche Routinen und ein ruhiger Tagesablauf können den empfindlichen Pferdemagen langfristig schützen.
Prävention beginnt nicht erst dann, wenn Dein Pferd Symptome zeigt, sondern viel früher. Gerade empfindliche Pferde profitieren davon, wenn Fütterung, Routinen, Training und Stressmanagement von Anfang an zusammenpassen.
Wichtig sind kurze Fresspausen, ausreichend Raufutter, frisches Wasser und ein Tagesablauf, der möglichst verlässlich bleibt. Auch bekannte Belastungen wie Stallwechsel, Transporte, Turniere oder Klinikaufenthalte solltest Du früh mitdenken. Im Alltag hilft es, Veränderungen nicht zu bündeln, sondern Schritt für Schritt zu planen. Genau das macht Vorbeugung so wirksam: Du nimmst Belastung heraus, bevor sie sich festsetzt.
Was kann die Fütterung jeden Tag für den Magen tun?
Ausreichend Raufutter und Heupausen unter 5 Stunden sind das tägliche Fundament für einen gesunden Pferdemagen.
Für einen empfindlichen Pferdemagen sind ausreichend Raufutter und kurze Fresspausen besonders wichtig. Längere Heupausen von mehr als 5 Stunden solltest Du möglichst vermeiden.
Pferde sind Dauerfresser, und genau darauf ist ihr Verdauungssystem eingestellt. Hochwertiges Heu, mehrere kleine Gaben über den Tag und Wasser jederzeit zur freien Verfügung sind deshalb mehr als nur gute Stallroutine. Auch das Kraftfutter verdient einen genauen Blick. Große getreidereiche Portionen können den Magen zusätzlich belasten, deshalb lohnt es sich, Ration und Stärkegehalt gerade bei empfindlichen Pferden regelmäßig zu überprüfen.
Wann kann Omeprazol sinnvoll sein und warum sollte Prävention dabei mitgedacht werden?
Omeprazol kann bei diagnostizierten Magenveränderungen oder absehbaren Stressphasen helfen - stets in Absprache mit dem Tierarzt und immer ergänzt durch passende Fütterung und ruhige Routinen.
Omeprazol kann sinnvoll sein, wenn bei Deinem Pferd Magenveränderungen festgestellt wurden und die Säure im Magen gezielt reduziert werden soll. Bei empfindlichen Pferden kann der Wirkstoff außerdem vorbeugend eine Rolle spielen, wenn eine belastende Stressphase absehbar ist.
Das kann zum Beispiel vor einem Transport, einem Stallwechsel, einem Turnier oder einem Klinikaufenthalt wichtig sein. Ob eine solche vorbeugende Strategie sinnvoll ist, sollte immer tierärztlich entschieden werden. Gleichzeitig bleibt wichtig: Medikamente allein lösen das Problem selten dauerhaft. Am meisten bringt es, wenn Omeprazol, ruhige Routinen, passende Fütterung und ein durchdachtes Stressmanagement zusammenspielen.
Welche Rolle spielen Haltung, Herde und feste Routinen?
Feste Routinen bei Fütterung, Weidegang und Arbeit senken das Stressniveau und schützen so auch den empfindlichen Pferdemagen.
Haltung, Herdenkonstellation und feste Routinen haben einen direkten Einfluss auf das Stressniveau und damit auch auf die Magengesundheit. Ein ruhiger, vorhersehbarer Alltag ist für empfindliche Pferde oft genauso wichtig wie die richtige Fütterung.
Unruhe im Stall, häufig wechselnde Bezugspersonen und soziale Spannungen in der Gruppe können problematisch sein. Auch zu wenig Platz in Gruppenhaltung oder eine Boxenhaltung mit eingeschränktem Bewegungsangebot kann Stress fördern. Im Stallalltag hilft es, Fütterungszeiten, Weidegang und Arbeit möglichst konstant zu halten. Manche Pferde reagieren bereits auf kleine Änderungen wie einen anderen Nachbarboxenpartner oder ein ungewohntes Putzritual. Wenn Du solche Muster erkennst, kannst Du Stressfaktoren früher abfangen und gezielt reduzieren.
Können Schmerzen oder andere Erkrankungen Magenprobleme mit auslösen?
Lahmheiten und Grunderkrankungen können Magenprobleme verstärken - ein breiter Blick auf Zähne, Bewegungsapparat und Sattel ist deshalb genauso wichtig wie die Fütterungsanalyse.
Ja, Schmerzen und andere Grunderkrankungen können Magenprobleme mit auslösen oder verschlimmern. Ein empfindlicher Pferdemagen ist deshalb oft Teil eines größeren gesundheitlichen Gesamtbildes.
Andere Erkrankungen können die Futteraufnahme verringern und zugleich über Stresshormone die Magenschleimhaut zusätzlich belasten. Auch Lahmheiten oder chronische Schmerzen spielen im Alltag eine größere Rolle, als vielen Haltern bewusst ist. Wenn ein Pferd sich unter dem Sattel unwohl zeigt, schlecht frisst und gleichzeitig gereizt wirkt, sollte nicht vorschnell nur an den Magen gedacht werden. Sinnvoll ist ein breiter Blick: Zähne, Bewegungsapparat, Sattel, Fütterung und Management können zusammenhängen. Genau dieser Gesamtblick macht eine gute Abklärung so wertvoll.
Welche Fragen stellen sich Pferdehalter besonders häufig?
Gibt es einen Test, um zu sehen, ob mein Pferd gefährdet ist?
Ja. Du kannst einen kurzen Selbsttest nutzen: magengeschwuere-pferd.de/machen-sie-den-test.
Sind nur Sportpferde betroffen?
Nein. Auch Freizeitpferde, Zuchtpferde und Fohlen können Magenprobleme entwickeln.
Kann mein Pferd empfindlich sein, obwohl es noch frisst?
Ja. Manche Pferde zeigen zuerst eher Verhaltensänderungen oder Leistungsabfall als deutliche Fressunlust.
Kann ich vor bekannten Stressphasen vorbeugen?
Ja. Gerade bei empfindlichen Pferden lohnt es sich, Transporte, Turniere oder Stallwechsel frühzeitig zu planen und tierärztlich begleitet vorzubeugen.
Wann sollte ich lieber früher als später abklären lassen?
Wenn sich kleine Auffälligkeiten häufen oder Dein Pferd sich trotz Anpassungen nicht stabilisiert, ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll.
Dr. Nina Steenbuck
Ich bin Fachtierärztin für Pferde, habe 10 Jahre in einer Pferdeklinik als praktische Tierärztin gearbeitet und bin seit 13 Jahren in der tierärztlichen Fachberatung bei Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH tätig.
Teste jetzt, ob Dein Pferd gefährdet ist.
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Ein empfindlicher Pferdemagen fällt im Alltag oft nicht sofort eindeutig auf. Manche Pferde fressen schlechter, reagieren beim Gurten empfindlich, wirken im Training weniger leistungsbereit oder zeigen wiederkehrende leichte Kolik-Anzeichen. Solche Veränderungen können viele Ursachen haben, gehören aber ernst genommen. Gerade deshalb lohnt es sich, früh hinzusehen. Denn wer Risikofaktoren kennt, Warnzeichen einordnen kann und den Alltag passend gestaltet, kann viel dazu beitragen, Magenprobleme früh zu erkennen, gezielt abzuklären und möglichst auch vorzubeugen.
Warum gerät der Pferdemagen im Alltag so schnell aus dem Gleichgewicht?
Der Pferdemagen ist auf kontinuierliches Kauen ausgelegt - Fresspausen und viel Kraftfutter können dieses empfindliche Gleichgewicht schnell stören.
Der Pferdemagen ist empfindlich, weil Pferde darauf ausgelegt sind, über viele Stunden hinweg faserreiches Futter aufzunehmen und dabei kontinuierlich Magensäure zu bilden. Beim langen Kauen von Raufutter entsteht viel Speichel, der hilft, die Magensäure abzufedern und den Magen zu schützen.
Genau hier liegt im Stallalltag oft das Problem. Längere Fresspausen, zu wenig Raufutter oder eine Fütterung mit viel Kraftfutter können dieses empfindliche Gleichgewicht stören. Dazu kommt, dass verschiedene Bereiche des Magens unterschiedlich empfindlich reagieren. Vor allem wenn ein Pferd über Stunden wenig kaut und der Magen dennoch weiter Säure bildet, steigt das Risiko, dass empfindliche Schleimhautbereiche gereizt werden könnten.
Welche Risikofaktoren begünstigen Magenprobleme beim Pferd?
Nicht ein einzelner Fehler, sondern mehrere Belastungen gleichzeitig lösen Magenprobleme aus - lange Fresspausen, stärkereiches Kraftfutter, intensives Training und Stress spielen häufig zusammen.
Magenprobleme entstehen beim Pferd oft nicht durch einen einzigen Fehler, sondern durch mehrere Belastungen gleichzeitig. Besonders häufig spielen lange Fresspausen, stärkereiches Kraftfutter, intensives Training und Stress zusammen. Gerade diese Mischung macht das Thema im Alltag so tückisch.
Ein Pferd steht vielleicht nachts zu lange ohne Heu, bekommt tagsüber größere Kraftfutterportionen und fährt am Wochenende noch auf ein Turnier. Schon summieren sich mehrere Risikofaktoren. Als Richtwert gilt, pro Mahlzeit nicht mehr als 1 g Stärke pro Kilogramm Körpergewicht zu füttern. Bei einem 500-kg-Pferd kann also schon die Zusammensetzung einer einzelnen Fütterung einen Unterschied machen.
| Risikofaktor | Wirkung auf den Magen |
|---|---|
| Lange Fresspausen | Der Magen bildet weiter Säure, ohne dass Speichel durch Kauen gepuffert wird |
| Stärkereiches Kraftfutter | Große Portionen können die empfindliche Magenschleimhaut zusätzlich belasten |
| Intensives Training | Erhöht das Stressniveau und kann die Säureproduktion steigern |
| Stress und Unruhe | Wirkt direkt auf den drüsenhaltigen Teil des Magens (EGGD-Zusammenhang) |
| Unregelmäßige Routinen | Fehlende Verlässlichkeit erhöht das Stressniveau empfindlicher Pferde |
Warum schlägt Stress manchen Pferden direkt auf den Magen?
Stress trifft besonders den drüsenhaltigen Magenbereich - und beginnt oft nicht erst auf dem Turnier, sondern durch wechselnde Routinen und Unruhe im Stall.
Stress ist ein wichtiger Risikofaktor für Magenprobleme beim Pferd. Besonders empfindlich reagiert dabei der untere, drüsenhaltige Teil des Magens, in dem die Magensäure gebildet wird.
Vielleicht denkst Du bei Stress zuerst an Turniere oder Transporte. Tatsächlich beginnt er oft viel früher: mit wechselnden Routinen, Unruhe im Stall, neuen Herdenkonstellationen oder einem Training, das Dein Pferd mental überfordert. Genau dieser Zusammenhang spielt auch bei EGGD eine Rolle. Damit sind Veränderungen der Magenschleimhaut im drüsenhaltigen Teil des Magens gemeint, die eng mit Stress verbunden sein können. Für viele Pferde ist deshalb nicht nur die Fütterung entscheidend, sondern auch ein Alltag, der ihnen Sicherheit gibt.
Woran merkst Du, dass Dein Pferd genauer angeschaut werden sollte?
Gurtzwang, Leistungsabfall, häufiges Gähnen oder veränderte Fressbereitschaft können Hinweise auf Magenprobleme sein - frühes Erkennen erleichtert die tierärztliche Abklärung erheblich.
Magenprobleme zeigen sich oft nicht eindeutig, sondern in kleinen Veränderungen, die sich mit der Zeit häufen. Wiederkehrende leichte Kolik-Anzeichen, Gurtzwang, Gewichtsverlust, schlechteres Fressen oder Leistungsabfall solltest Du deshalb ernst nehmen.
Viele Halter merken zuerst, dass sich ihr Pferd irgendwie anders verhält. Es frisst langsamer, wirkt gereizter, gähnt häufiger oder ist beim Putzen und Satteln empfindlicher als sonst. Manche Pferde wirken unter dem Sattel plötzlich lustlos, andere verlieren an Substanz, obwohl die Ration gleich geblieben ist. Genau diese unscheinbaren Signale machen das Thema so herausfordernd. Wer sie früh wahrnimmt, kann schneller handeln.
Wann bringt eine Gastroskopie wirklich Klarheit?
Die einzig sichere Diagnose liefert die Gastroskopie - sie zeigt, wo Veränderungen liegen, und bestimmt, wie die weitere Behandlung geplant wird.
Wenn Dein Pferd wiederholt auffällig ist oder sich trotz angepasster Fütterung und besserem Management nicht stabilisiert, sollte eine tierärztliche Abklärung erfolgen. Eine sichere Diagnose von Magenschleimhautveränderungen ist nur mit einer Gastroskopie möglich, also mit einer Magenspiegelung.
Dafür muss das Pferd vor der Untersuchung etwa 16 Stunden konsequent fasten, damit die Magenschleimhaut vollständig eingesehen werden kann. Während der Untersuchung wird das Pferd sediert und der Magen mit einem Endoskop untersucht. So lassen sich Veränderungen direkt sichtbar machen und ihrer Lage nach einordnen. Das ist wichtig, weil sich daraus ergibt, wie die weitere Behandlung geplant wird und ob später eine Kontroll-Gastroskopie sinnvoll ist.
Wie funktioniert Prävention im Stallalltag wirklich?
Prävention beginnt vor den ersten Symptomen: kurze Fresspausen, verlässliche Routinen und ein ruhiger Tagesablauf können den empfindlichen Pferdemagen langfristig schützen.
Prävention beginnt nicht erst dann, wenn Dein Pferd Symptome zeigt, sondern viel früher. Gerade empfindliche Pferde profitieren davon, wenn Fütterung, Routinen, Training und Stressmanagement von Anfang an zusammenpassen.
Wichtig sind kurze Fresspausen, ausreichend Raufutter, frisches Wasser und ein Tagesablauf, der möglichst verlässlich bleibt. Auch bekannte Belastungen wie Stallwechsel, Transporte, Turniere oder Klinikaufenthalte solltest Du früh mitdenken. Im Alltag hilft es, Veränderungen nicht zu bündeln, sondern Schritt für Schritt zu planen. Genau das macht Vorbeugung so wirksam: Du nimmst Belastung heraus, bevor sie sich festsetzt.
Was kann die Fütterung jeden Tag für den Magen tun?
Ausreichend Raufutter und Heupausen unter 5 Stunden sind das tägliche Fundament für einen gesunden Pferdemagen.
Für einen empfindlichen Pferdemagen sind ausreichend Raufutter und kurze Fresspausen besonders wichtig. Längere Heupausen von mehr als 5 Stunden solltest Du möglichst vermeiden.
Pferde sind Dauerfresser, und genau darauf ist ihr Verdauungssystem eingestellt. Hochwertiges Heu, mehrere kleine Gaben über den Tag und Wasser jederzeit zur freien Verfügung sind deshalb mehr als nur gute Stallroutine. Auch das Kraftfutter verdient einen genauen Blick. Große getreidereiche Portionen können den Magen zusätzlich belasten, deshalb lohnt es sich, Ration und Stärkegehalt gerade bei empfindlichen Pferden regelmäßig zu überprüfen.
Wann kann Omeprazol sinnvoll sein und warum sollte Prävention dabei mitgedacht werden?
Omeprazol kann bei diagnostizierten Magenveränderungen oder absehbaren Stressphasen helfen - stets in Absprache mit dem Tierarzt und immer ergänzt durch passende Fütterung und ruhige Routinen.
Omeprazol kann sinnvoll sein, wenn bei Deinem Pferd Magenveränderungen festgestellt wurden und die Säure im Magen gezielt reduziert werden soll. Bei empfindlichen Pferden kann der Wirkstoff außerdem vorbeugend eine Rolle spielen, wenn eine belastende Stressphase absehbar ist.
Das kann zum Beispiel vor einem Transport, einem Stallwechsel, einem Turnier oder einem Klinikaufenthalt wichtig sein. Ob eine solche vorbeugende Strategie sinnvoll ist, sollte immer tierärztlich entschieden werden. Gleichzeitig bleibt wichtig: Medikamente allein lösen das Problem selten dauerhaft. Am meisten bringt es, wenn Omeprazol, ruhige Routinen, passende Fütterung und ein durchdachtes Stressmanagement zusammenspielen.
Welche Rolle spielen Haltung, Herde und feste Routinen?
Feste Routinen bei Fütterung, Weidegang und Arbeit senken das Stressniveau und schützen so auch den empfindlichen Pferdemagen.
Haltung, Herdenkonstellation und feste Routinen haben einen direkten Einfluss auf das Stressniveau und damit auch auf die Magengesundheit. Ein ruhiger, vorhersehbarer Alltag ist für empfindliche Pferde oft genauso wichtig wie die richtige Fütterung.
Unruhe im Stall, häufig wechselnde Bezugspersonen und soziale Spannungen in der Gruppe können problematisch sein. Auch zu wenig Platz in Gruppenhaltung oder eine Boxenhaltung mit eingeschränktem Bewegungsangebot kann Stress fördern. Im Stallalltag hilft es, Fütterungszeiten, Weidegang und Arbeit möglichst konstant zu halten. Manche Pferde reagieren bereits auf kleine Änderungen wie einen anderen Nachbarboxenpartner oder ein ungewohntes Putzritual. Wenn Du solche Muster erkennst, kannst Du Stressfaktoren früher abfangen und gezielt reduzieren.
Können Schmerzen oder andere Erkrankungen Magenprobleme mit auslösen?
Lahmheiten und Grunderkrankungen können Magenprobleme verstärken - ein breiter Blick auf Zähne, Bewegungsapparat und Sattel ist deshalb genauso wichtig wie die Fütterungsanalyse.
Ja, Schmerzen und andere Grunderkrankungen können Magenprobleme mit auslösen oder verschlimmern. Ein empfindlicher Pferdemagen ist deshalb oft Teil eines größeren gesundheitlichen Gesamtbildes.
Andere Erkrankungen können die Futteraufnahme verringern und zugleich über Stresshormone die Magenschleimhaut zusätzlich belasten. Auch Lahmheiten oder chronische Schmerzen spielen im Alltag eine größere Rolle, als vielen Haltern bewusst ist. Wenn ein Pferd sich unter dem Sattel unwohl zeigt, schlecht frisst und gleichzeitig gereizt wirkt, sollte nicht vorschnell nur an den Magen gedacht werden. Sinnvoll ist ein breiter Blick: Zähne, Bewegungsapparat, Sattel, Fütterung und Management können zusammenhängen. Genau dieser Gesamtblick macht eine gute Abklärung so wertvoll.
Welche Fragen stellen sich Pferdehalter besonders häufig?
Gibt es einen Test, um zu sehen, ob mein Pferd gefährdet ist?
Ja. Du kannst einen kurzen Selbsttest nutzen: magengeschwuere-pferd.de/machen-sie-den-test.
Sind nur Sportpferde betroffen?
Nein. Auch Freizeitpferde, Zuchtpferde und Fohlen können Magenprobleme entwickeln.
Kann mein Pferd empfindlich sein, obwohl es noch frisst?
Ja. Manche Pferde zeigen zuerst eher Verhaltensänderungen oder Leistungsabfall als deutliche Fressunlust.
Kann ich vor bekannten Stressphasen vorbeugen?
Ja. Gerade bei empfindlichen Pferden lohnt es sich, Transporte, Turniere oder Stallwechsel frühzeitig zu planen und tierärztlich begleitet vorzubeugen.
Wann sollte ich lieber früher als später abklären lassen?
Wenn sich kleine Auffälligkeiten häufen oder Dein Pferd sich trotz Anpassungen nicht stabilisiert, ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll.
Dr. Nina Steenbuck
Ich bin Fachtierärztin für Pferde, habe 10 Jahre in einer Pferdeklinik als praktische Tierärztin gearbeitet und bin seit 13 Jahren in der tierärztlichen Fachberatung bei Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH tätig.
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