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Mobile Reitlehrerin, Pferdetrainerin, Pferdephysiotherapeutin und Osteopathin - ein Allround-Talent stellt sich vor:

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Mobile Reitlehrerin, Pferdetrainerin, Pferdephysiotherapeutin und Osteopathin - ein Allround-Talent stellt sich vor:
Von Laura N. Vor 2 Jahren 1533 mal gelesen Keine Kommentare

Bin ich jetzt eigentlich gerade? Sind meine Beine dort, wo sie hingehören? Wie fest sollen die Knie sein? 
Wo genau soll ich im Sattel sitzen? Wie gerade ist gerade? Was soll ich nochmal machen, wenn die Schulter des Pferdes vorgeht? Muss mein Bein weiter zurück? Sind meine Hände aufrecht genug? Welchen Sitzknochen soll ich jetzt nochmal belasten?


Alles Fragen, die mir täglich im Unterricht und in meinen Kursen begegnen.

Mein Name ist Laura Nettelbeck. Seit über 10 Jahren bin ich in Schleswig-Holstein als mobile Reitlehrerin, Pferdetrainerin, sowie Pferdephysiotherapeutin und Osteopathin unterwegs. Man könnte also sagen: Fast mein ganzes Leben dreht sich um den Bewegungsapparat von Pferd und Mensch. 


Ich beschäftige mich viel und gerne intensiv mit der Anatomie und Biomechanik von Mensch und Pferd. Ich bin ungefähr von Flensburg bis nach München gelaufen, während ich verschiedenste Personen (und deren unterschiedlichste Probleme, Ängste, Körperformen und Bewegungsgefühle) darin unterstützt habe zu fühlen, was unter ihnen passiert - was mit ihnen passiert. Ich sehe kleinste Ungereimtheiten im Bewegungsablauf, spüre ob mein Reitschüler noch atmet oder gerade seinen kleinen Zeh verspannt und liebe den Moment, wenn der Reiter plötzlich etwas wahrnimmt, etwas versteht, was er vorher so noch nicht erfahren hat. Schon häufiger haben Leute zu mir gesagt: Das ist verrückt, ich reite seit 40 Jahren, aber ich glaube, gerade habe ich es das erste Mal überhaupt verstanden.


Dieses Gefühl kenne ich so gut und ist für mich der Antrieb immer mehr wahrnehmen und verstehen zu wollen.

Reiten ist eigentlich total logisch - das macht es so leicht und schwierig zugleich.
Je mehr man versteht, was unter einem passiert, desto mehr kann man erfühlen. Je mehr man versteht und fühlt, desto mehr kann man reiten. Je mehr man fühlt und versteht, desto logischer werden die Hilfen. Und vor allem werden die Hilfen zu wirklichen Hilfestellungen für das Pferd und nicht nur für immer gleiche Maßnahmen, die auf das Pferd einprasseln.
Gutes Reiten bedeutet eine feine Abstimmung von "sich um sich selbst kümmern" und "sich um das Pferd kümmern". Reiten bedeutet, dass der gesamte Körper in Bewegung ist und zwar von Pferd und Mensch. Sitzschulung ist somit unabhängig von der Reitweise und dem eigenen Anspruch, sie ist wichtiger Bestandteil um dem Pferd keinen Schaden zuzufügen und somit unabdingbar im liebevollen Umgang mit dem Partner Pferd.

Ich finde es unglaublich spannend, welche Möglichkeiten unser Körper uns bietet, wenn wir ihn nur lassen.

Mein eigenes Reiten hat mich häufig frustriert. Ich zählte leider nicht zu den Kindern, die bevor sie laufen konnten, schon auf ihrem Pony durch die Gegend geflitzt sind. Geboren und aufgewachsen bin ich mitten in Hamburg, da ist die Pferdedichte so gen null. Ich hatte zwar immer wieder Möglichkeiten auf einem Pferd zu sitzen, allerdings ohne große Anleitung - festhalten und los. Jede Chance bei, auf, mit Pferden zu sein habe ich genutzt. Wenn nicht in Echt, dann im Fernsehen. Bereits mit zehn habe ich jeden deutschen Springreiter an seinem Reitstil erkannt. Später habe ich unzählige Stunden an Reitplätzen und in Reithallen gehockt und zugeguckt. Alles, was ich gesehen und gehört habe, habe ich dann in den Ferien auf meinem Ponyhof ausprobiert. Ich habe immer mehr verstanden, immer mehr gesehen und gefühlt, wie es dem Pferd dabei ging. Zumindest bis ich selber oben drauf saß. Klar, ich bin oben geblieben und konnte auch soweit jedes Pferd dazu bringe, das zu tun, was ich mir in Etwa vorgestellt hatte, aber ich war nie so richtig zufrieden. Ich hatte immer das Gefühl ein extra System zu sein, nicht Teil eines Ganzen.


Also habe ich mich auf die Suche gemacht und versucht aus vielen kleinen Puzzleteilen ein Ganzes zu machen. Versucht, das was ich von unten sehen kann auch zu fühlen. Lange war ich wirklich frustriert, wie konnte es sein, dass ich vom Boden so viel wahrnehmen und dem Pferd soviel Unterstützung bieten kann und es mir von oben einfach nicht gelingen wollte.


Irgendwann habe ich es verstanden: Ich habe nicht verstanden und gefühlt, was ich tue, sondern versucht Bilder und Ansagen umzusetzen. Ich war verkrampft und angespannt. Angestrengt sein, bringt angestrengte Handlungen hervor. Genau so war es. 


Eine Schülerin von Eckart Meyners brachte damals den Stein ins Rollen. Eher zufällig war ich in ihrem Kurs gelandet, weil ich zu der Zeit das Pferd einer Reitschülerin in Urlaubsbetreuung hatte. Sie sah mich auf dem Pferd, fasste an mein Bein und sagte "Wahnsinn, bist du angespannt!" Sie machte verschiedene Übungen mit und ohne Pferd mit mir und alles tat unglaublich weh. Ich war von oben bis unten verspannt und verkrampft.

In dieser Stunde hatte ich das erste Mal das Gefühl wirklich etwas gefühlt und verstanden zu haben.

Ab da wollte ich mehr wissen.
 Ich habe quasi jedes Seminar und jeden Vortrag im Umfeld genutzt, mir Bücher gekauft und geliehen, eine Personal Trainer, Rückentrainer, Chiropraktik, Faszien und Humanheilpraktiker Ausbildung gemacht, an der Uni bei den Humanmedizinern die Bewegungsapparat Vorlesung mitgehört, bei den Sportwissenschaftlern die Sportmedizin Vorlesung und aus all diesen neuen Puzzlesteinen in Kombination mit meinen täglichen Erfahrungen beim Unterrichten und meinem eigenen Reiten ein großes Ganzes gemacht.

Das bedeutet natürlich nicht, dass ich nicht auch heute noch gelegentlich das Gefühl habe es nie lernen zu werden und manchmal völlig entnervt über meine blöde linke Schulter fluche, die einfach nicht so will, wie sie soll. Aber diese Momente sind viel weniger geworden und die Freude und die Neugier unvergleichlich größer.

Ich habe keine Turnierambitionen und es gibt tausend Leute, die auf dem Pferd besser aussehen als ich. Total okay.

Ich freue mich, mein Wissen, meinen Blick und mein Gefühl nutzen zu können, um andere Reiter auf ihrem Weg zu einem immer harmonischeren Miteinander zu unterstützen.

Beim Unterrichten nutze ich mein Wissen über und meine Erfahrung mit Mensch und Pferd. Wenn angebracht ergänze ich mit Hilfmitteln, wie Kippelhocker, Pads, Bändern und vielem mehr.

So auch zukünftig hier bei Ridersdeal. In der Story und hier auf dem Blog gebe ich euch Tipps für ein freudiges und bewegliches Miteinander mit eurem Pferd.

Liebe Grüße, Laura Nettelbeck


#teamridersdeal bedankt sich für den schönen Artikel und freut sich auf die folgenden Beiträge!

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Foto: Sonja Rommerskirch