Pferdeleckerlies: Ratgeber, Rezept und Kauftipps für Dein Pferd


Pferdeleckerlies gehören für die meisten Reiterinnen zum Stallalltag - als Belohnung nach dem Training, als Trostpflaster beim Tierarzt oder einfach, weil das große Pferdeauge einen halben Meter tief in Dich hineinschaut. Die eigentliche Frage ist selten "Leckerli ja oder nein", sondern: Welche Sorte, wie oft, und lohnt es sich, selber zu backen? In diesem Ratgeber bekommst Du klare Antworten zu Zutaten, Menge und Haltbarkeit - plus ein einfaches Rezept, das ohne Zucker und Melasse auskommt und in jeder Stallküche gelingt.
Reitsport-Autorin & Pferdebesitzerin · Aktualisiert: September 2026
Was sind Pferdeleckerlies eigentlich?
Pferdeleckerlies sind kleine Snacks aus Getreide, Obst oder Kräutern - sie belohnen Dein Pferd, ersetzen aber nie die Hauptration.
Im weitesten Sinn zählen dazu alle Snacks, die außerhalb der normalen Fütterung als Belohnung, Motivation oder kleine Aufmerksamkeit gegeben werden. Das reicht von der klassischen Möhre und dem Apfelstück über gepresste Getreide-Bricks bis hin zu Kräuter-Bonbons, weichen Sticks und aromatisierten Bites. Auch der Salzleckstein wird manchmal als "Leckerli" bezeichnet, gehört aber eher in die Mineralversorgung - Details dazu findest Du im Ratgeber Salzleckstein Pferd.
Warum die Unterscheidung wichtig ist: Ein Leckerli hat immer eine Funktion - Belohnung, Bindung, Trainingsanker. Es ist kein Zusatzfutter, sondern ein pädagogisches Werkzeug. Sobald es beliebig verteilt wird, verliert es diese Wirkung und wird schnell zur Zuckerquelle. Bei RidersDeal führen wir deshalb bewusst getreidereduzierte und zuckerarme Varianten neben den Klassikern - damit Du die Wahl hast.
Sind Pferdeleckerlies gesund für Dein Pferd?
Handelsübliche Pferdeleckerlies sind in Maßen unbedenklich - problematisch wird es bei viel Zucker, Melasse oder täglich großen Mengen bei stoffwechselempfindlichen Pferden.
Die kritischen Zutaten sind meistens Melasse (als Bindemittel und Süßung), Zuckerrübenschnitzel mit hohem Restzuckeranteil und teils künstliche Aromen. Für ein gesundes Freizeitpferd sind ein paar Leckerlies pro Tag kein Thema. Bei Pferden mit Hufrehe-Vorgeschichte, Cushing, EMS oder PSSM sollte die Fütterung individuell mit dem Tierarzt besprochen werden - hier kann jede zusätzliche Zuckerquelle den Stoffwechsel belasten.
Laut RidersDeal Reitsport-Studie 2026 (n=3.515, ridersdeal.com/reitsportstudie-2026) sind 23,5 % der Pferde 18 Jahre und älter - für diese Senioren lohnt sich ein zweiter Blick auf die Zutatenliste, weil Zahnzustand und Stoffwechsel im Alter oft empfindlicher werden. Weiche, kleinformatige Leckerlies können hier besser passen als harte Bricks.
Was ist in Pferdeleckerlies drin?
Standard-Pferdeleckerlies enthalten Getreide (Hafer, Weizen, Gerste), Melasse als Bindung, pflanzliches Öl und je nach Sorte Kräuter, Obst oder Karotte.
Ein typisches Etikett listet: Getreideerzeugnisse, Nebenerzeugnisse aus der pflanzlichen Ölgewinnung (z.B. Sonnenblumenkuchen), Melasse, Möhrenflocken oder Apfeltrester, dazu Mineralien und häufig ein Geschmacksträger wie Anis, Fenchel oder Banane. Premium-Sorten verzichten auf Melasse und arbeiten stattdessen mit Apfelfaser oder Johannisbrot als natürliche Süße.
Ein guter Test beim Kauf: Ist die Zutatenliste kurz und verständlich? Steht Getreide oder eher Faser an erster Stelle? Werden konkrete Prozente genannt (z.B. "20 % Möhre") oder nur vage "pflanzliche Nebenerzeugnisse"? Klare, benannte Zutaten sind ein starkes Qualitätsmerkmal - schwammige Sammelbegriffe eher nicht.
Wie oft und wie viele Pferdeleckerlies pro Tag?
3-5 kleine Leckerlies pro Tag sind für ein gesundes Warmblut in Ordnung - bei stoffwechselempfindlichen Pferden lieber deutlich weniger oder nur selten.
Als Faustregel gilt: Leckerlies bleiben eine Belohnung, kein Snack "zwischendurch". Wer positive Verstärkung im Training nutzt und viele Wiederholungen fährt, teilt größere Leckerlies in Krümel und behält so den Überblick über die Gesamtmenge. Ein Pony braucht deutlich weniger als ein Großpferd - orientiere Dich am Gewicht und am Trainingsumfang.
Laut RidersDeal Reitsport-Studie 2026 (n=3.515) sind 78 % der Reiterinnen täglich oder 5-6x pro Woche am Stall - bei dieser Frequenz summieren sich Leckerlies schnell. Rechne ehrlich: 5 Bricks pro Tag mal 6 Tage pro Woche sind 30 Belohnungen - das ist beim Handling schnell erreicht, aber ernährungsphysiologisch nicht mehr harmlos, wenn die Zusammensetzung nicht stimmt.
Das passende Leckerli hängt von Alter, Stoffwechsel und Trainingsziel Deines Pferdes ab. Bei RidersDeal findest Du zuckerarme Bricks, Kräuter-Snacks und die Klassiker nebeneinander zum Vergleich.
Was sind die besten Pferdeleckerlies?
Die besten Pferdeleckerlies sind zuckerarm, getreidereduziert und haben eine klare Zutatenliste - beliebte Marken sind Marstall, St. Hippolyt, Agrobs und Höveler.
"Am besten" hängt vom Pferd ab: Für Freizeitpferde ohne Vorerkrankung sind klassische Bricks mit Karotte oder Apfel eine solide Wahl. Für Seniorpferde und stoffwechselsensible Kandidaten sind melassefreie, faserreiche Varianten die bessere Option. Für gezieltes Klickertraining lohnen sich sehr kleine, weiche Sticks - so kannst Du oft belohnen, ohne die Tagesmenge zu sprengen.
| Typ | Vorteil | Einsatz |
|---|---|---|
| Klassischer Getreide-Brick | Günstig, lange haltbar | Alltagsbelohnung |
| Melassefrei/getreidereduziert | Wenig Zucker, magenschonend | Sensible Pferde, Senioren |
| Kräuter-Snack | Natürliche Aromen | Wählerische Pferde |
| Mini-Sticks (weich) | Sehr kleine Portionen | Klickertraining |
Wenn Du Wert auf natürliche Zusätze legst, wirf auch einen Blick in unseren Ratgeber Kräuter für Pferde - viele Kräuter, die in Snacks stecken (Fenchel, Kamille, Anis), können die Akzeptanz erhöhen und passen gut zur natürlichen Fütterung.
Wie mache ich Pferdeleckerlies selber?
Selbstgemachte Pferdeleckerlies gelingen mit Haferflocken, geraspelter Möhre oder Apfel und etwas Öl - im Ofen bei 160-180 °C rund 20-25 Minuten backen.
Der Vorteil vom Selbermachen: Du weißt exakt, was drin ist, und kannst auf Melasse und Zucker verzichten. Das Grundrezept ist einfach und funktioniert in jeder Stallküche oder zuhause im normalen Backofen. Hier eine bewährte Basis für rund 40 kleine Leckerlies:
- 300 g feine Haferflocken
- 1 große Möhre, fein geraspelt
- 1 Apfel, geraspelt (ohne Kerngehäuse)
- 2 EL Leinöl oder Sonnenblumenöl
- 1 Handvoll getrocknete Kräuter (z.B. Fenchel, Kamille, Anis)
- Etwas Wasser bis eine formbare, klebrige Masse entsteht
Alle Zutaten in einer Schüssel vermengen, mit einem Teelöffel kleine Häufchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen und leicht flachdrücken. Bei 160-180 °C Ober-/Unterhitze für 20-25 Minuten backen, bis die Leckerlies goldbraun und trocken sind. Wichtig: Vollständig auskühlen lassen, bevor Du sie in ein Glas oder eine Blechdose füllst - Restfeuchte ist der häufigste Grund für Schimmel.
Varianten: Statt Apfel funktioniert auch reife Banane (bindet gut), statt Kräutern kannst Du eine geriebene rote Bete einarbeiten. Was nicht ins Pferdeleckerli gehört: Schokolade, Rosinen, Zwiebel, Avocado, Zitrusfrüchte und alles mit Kakao - für Pferde teils unverträglich bis giftig.
Welches Mehl eignet sich für Pferdeleckerlies?
Für Pferdeleckerlies eignen sich Haferflocken oder gemahlener Hafer am besten - Dinkel und Gerste gehen auch, Weizenmehl nur sparsam einsetzen.
Hafer ist die klassische Basis, weil Pferde ihn gut vertragen und er die richtige Bindung liefert, ohne stark aufzugehen. Dinkelmehl und Dinkelflocken sind eine gute Alternative für Reiterinnen, die auf sanftere Getreidearten setzen. Gerste ist möglich, wird aber seltener verwendet. Weizenmehl bindet zwar gut, ist aber ernährungsphysiologisch die schwächste Wahl - besonders bei Pferden mit empfindlichem Darm eher meiden.
Getreidefrei geht auch: Wer komplett auf Getreide verzichten möchte, kann mit Apfelfaser, gemahlenen Sonnenblumenkernen und Leinsamen arbeiten - die Konsistenz wird bröseliger, dafür ist das Ergebnis fast zuckerfrei. Passt gut zu Pferden, die auch beim Heu und der Grundration streng eingestellt sind.
Wie lange muss ich backen und wie lange sind sie haltbar?
Backzeit: 20-25 Minuten bei 160-180 °C. Trocken und luftdicht gelagert halten selbstgebackene Pferdeleckerlies rund 2-3 Wochen.
Entscheidend für die Haltbarkeit ist die Trockenheit. Je knuspriger die Leckerlies nach dem Backen sind, desto länger halten sie. Wenn Du sie besonders lange lagern möchtest (etwa für den Turnier-Rucksack oder die Ausritt-Tasche), backe sie 5 Minuten länger bei etwas niedrigerer Temperatur - so werden sie richtig durchgetrocknet. Weiche, feuchtere Varianten sind eher für die frische Fütterung innerhalb weniger Tage gedacht.
Lagerung in Kürze:
- Glas oder Blechdose mit Deckel - keine Plastiktüte (Kondenswasser)
- Kühl und dunkel lagern, nicht in der Sattelkammer neben feuchtem Zeug
- Bei feuchtem Stallklima: kleinere Chargen backen und öfter frisch machen
- Erste Anzeichen von Schimmel oder muffigem Geruch: sofort entsorgen
Gekaufte Pferdeleckerlies haben durch die industrielle Trocknung und Verpackung meist ein Mindesthaltbarkeitsdatum von 6-12 Monaten - nach dem Öffnen ebenfalls kühl und trocken lagern und den Beutel gut verschließen.
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Häufige Fragen zu Pferdeleckerlies
Sind Pferdeleckerlies gesund?
In Maßen ja. Achte auf zuckerarme, melassefreie Sorten und passe die Menge dem Pferd an. Bei Stoffwechselerkrankungen wie Cushing oder EMS bitte mit dem Tierarzt abstimmen.
Was sind die besten Pferdeleckerlies?
Die besten Sorten haben eine kurze, klare Zutatenliste, kommen ohne Melasse aus und passen zum Bedarf Deines Pferdes. Marken wie Marstall, St. Hippolyt und Agrobs haben zuckerreduzierte Varianten im Sortiment.
Wie lange sind selbstgebackene Pferdeleckerlies haltbar?
Trocken und luftdicht gelagert 2-3 Wochen. Je knuspriger nach dem Backen, desto länger halten sie. Bei feuchter Lagerung schimmeln sie deutlich schneller.
Was ist in Pferdeleckerlies drin?
Meist Getreide (Hafer, Weizen, Gerste), Melasse oder Apfelfaser als Bindung, pflanzliches Öl, Mineralien und je nach Sorte Möhre, Apfel oder Kräuter wie Fenchel und Anis.
Wie lange muss man Pferdeleckerlies backen?
Bei 160-180 °C Ober-/Unterhitze rund 20-25 Minuten. Für längere Haltbarkeit 5 Minuten länger bei etwas niedrigerer Temperatur backen, damit sie richtig durchtrocknen.
Wie mache ich Pferdeleckerlies selber?
Grundrezept: 300 g Haferflocken, 1 geraspelte Möhre, 1 geraspelter Apfel, 2 EL Öl, etwas Wasser und Kräuter mischen, kleine Häufchen auf Backpapier setzen und 20-25 Minuten bei 160-180 °C backen.
Welches Mehl für Pferdeleckerlies?
Haferflocken oder gemahlener Hafer sind die erste Wahl. Dinkel und Gerste funktionieren ebenfalls, Weizenmehl nur sparsam einsetzen. Getreidefrei geht mit Apfelfaser und Leinsamen.
Von zuckerarmen Bricks über Kräuter-Snacks bis zum Klassiker mit Möhre - bei RidersDeal findest Du das passende Pferdeleckerli für Deinen Alltag im Sattel und daneben.
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