Fliegenhaube fürs Pferd: Nutzen, Sitz und die richtige Wahl

Eine Fliegenhaube ist nicht nur ein schickes Accessoire, sondern kann Dein Pferd auch vor Insekten schützen.

Eine Fliegenhaube ist im Sommer für viele Reiterinnen der stille Held der Ausrüstung - sie schützt die empfindlichen Ohren Deines Pferdes vor Fliegen und Bremsen und hilft Deinem Pferd, unter dem Sattel konzentriert zu bleiben. Ob auf dem Reitplatz, auf dem Turnier oder beim Ausritt durchs Gelände: Eine gut sitzende Fliegenhaube entscheidet mit darüber, ob Ihr entspannt reitet oder ständig gegen Kopfschlagen kämpft. In diesem Ratgeber bei RidersDeal zeigen wir Dir, was eine Fliegenhaube leistet, wie sie sitzen muss, welche Materialien sich bewährt haben und woran Du die passende Haube für Dein Pferd erkennst.

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Kathi Beißel

Reitsport-Autorin & Pferdebesitzerin · Aktualisiert: August 2026

Was ist eine Fliegenhaube?

Eine Fliegenhaube ist ein leichtes Ohrennetz aus Baumwolle oder Häkelgarn, das unter der Trense über die Ohren des Pferdes gezogen wird - sie hält Fliegen und Bremsen fern und dämpft leise Umgebungsgeräusche.

Die Fliegenhaube - oft auch Ohrenhaube, Ohrennetz oder schlicht Häkelhaube genannt - ist in fast jeder Sattelkammer zu finden. Sie besteht aus zwei Ohrentaschen und einem Stirnband, das unter dem Genickstück der Trense verläuft. Manche Modelle haben zusätzliche Fransen an der Stirn, die Fliegen von den Augen fernhalten. Andere Hauben sind besonders dünn und atmungsaktiv, damit Dein Pferd auch bei hohen Temperaturen nicht schwitzt.

Wichtig zur Abgrenzung: Die Fliegenhaube ist die Reitversion mit offener Sicht und Ohrenschutz. Die Fliegenmaske dagegen umschließt den kompletten Kopf inklusive Augenpartie und wird auf der Weide getragen. Wenn Du Details zur Weideversion suchst, findest Du sie in unserem separaten Ratgeber zur Fliegenmaske fürs Pferd.

Warum brauchen Pferde eine Fliegenhaube?

Pferde brauchen eine Fliegenhaube, weil Fliegen und Bremsen die empfindlichen Ohren angreifen - das führt zu Kopfschlagen, Unruhe und im schlimmsten Fall zu Kontrollverlust unter dem Sattel.

Ohren sind bei Pferden hochsensibel: dünnes Fell, viele Nervenenden und für Insekten leicht zugänglich. Setzt sich eine Bremse in der Ohrmuschel fest, reagieren viele Pferde mit heftigem Kopfschlagen, Wegtreten oder Kopfschütteln. Für Dich bedeutet das im Sattel: verlorene Konzentration, unsaubere Hilfen und im ungünstigsten Moment ein unerwarteter Schreckmoment.

Laut RidersDeal Reitsport-Studie 2026 (n=3.515) sind 78% der Reiterinnen täglich oder fünf- bis sechsmal pro Woche am Stall - das heißt: In der Fliegensaison kommt ein Pferd ohne Kopfschutz auf sehr viele belastete Reitstunden. Eine Fliegenhaube reduziert diese Belastung effektiv und ist damit eines der günstigsten Ausrüstungsstücke mit dem größten Alltagseffekt.

Ein weiterer Nutzen wird oft unterschätzt: Die Haube dämpft Geräusche leicht ab. Für nervöse Pferde oder Turnierstarts in lauter Halle kann das ein spürbarer Unterschied sein. Wer die Konzentration seines Pferdes zusätzlich unterstützen möchte, findet passende Ideen in unserem Sommer-Ratgeber fürs Pferd.

Wie muss eine Fliegenhaube sitzen?

Eine Fliegenhaube muss eng, aber druckfrei sitzen - die Ohrentaschen dürfen die Ohren nicht knicken, das Stirnband nicht in die Augen rutschen und die Haube nicht am Genick verrutschen.

Der Sitz entscheidet, ob eine Fliegenhaube ihren Zweck erfüllt oder mehr stört als hilft. Zieh die Haube immer VOR der Trense über die Ohren und lege dann das Genickstück darüber - so bleibt sie zuverlässig in Position. Die Ohrentaschen sollten so hoch geschnitten sein, dass die Ohren aufrecht stehen können. Ein zu tiefer Schnitt drückt die Ohren zur Seite, das mag kein Pferd länger als fünf Minuten.

So findest Du die richtige Größe:

  • Pony: für Shettys, Isländer und kleine Reitponys mit schmalem Kopf
  • Cob: für Haflinger, größere Ponys und feine Warmblüter
  • VB / Warmblut (WB): die häufigste Größe für Standard-Warmblüter
  • Full / Extra Full: für Kaltblüter, große Friesen oder schwere Warmblüter

Prüfe nach dem Aufziehen: Sitzt das Stirnband parallel zum Kopfstück der Trense? Berührt es die Augen? Kannst Du mit zwei Fingern locker zwischen Haube und Stirn fahren? Wenn ja, passt die Größe. Wackelt die Haube dagegen sichtbar mit oder rutscht Richtung Auge, ist sie eine Nummer zu groß.

Die passende Fliegenhaube hängt stark davon ab, wo Dein Pferd am empfindlichsten reagiert - bei uns findest Du im Ratgeber Modelle mit Fransen, dünnem Sommergarn oder klassischer Häkeloptik zum direkten Vergleich.

Fliegenschutz im Ratgeber ansehen ->

Ist eine lange Fliegenhaube auf dem Turnier erlaubt?

Fliegenhauben sind auf FN-Turnieren grundsätzlich erlaubt, müssen aber dezent sein und dürfen die Sicht des Pferdes nicht einschränken - lange Fransen und knallige Farben werden meist beanstandet.

In der aktuellen Ausrüstungsordnung der FN ist die Fliegenhaube in Dressur und Springen zugelassen, solange sie die Ohren nicht komplett abdeckt und die Augen frei bleiben. Sehr lange Fransen, die weit über die Augen fallen, gelten als sichteinschränkend und werden von Richterinnen und Stewards regelmäßig moniert.

Praktische Empfehlung für den Turnierstart: schlichte Farbe (schwarz, marine, braun oder passend zur Schabracke), kurze Fransen oder keine Fransen und ein Modell, das sich sauber unter der Trense trägt. Wer für den Turnierbereich Ausrüstung sucht, wird auch in unserem Ratgeber zur Schabracke fürs Pferd und zum Reithelm fündig - so ist Dein Turnier-Set stimmig.

Wichtig: Bei internationalen FEI-Prüfungen gelten teils strengere Vorgaben zu Farbe und Länge. Prüfe die Ausschreibung im Zweifel vorab.

Kann man eine Fliegenhaube selbst machen?

Ja, eine Fliegenhaube kann man selbst häkeln oder aus einem alten Baumwoll-T-Shirt nähen - die Anleitungen sind einfach, für Sitz und Haltbarkeit ist eine gekaufte Haube aber meist zuverlässiger.

Wer gerne handarbeitet, findet zahlreiche Häkelanleitungen für Fliegenhauben online. Grundsätzlich brauchst Du:

  • Baumwollgarn (ca. 100-150 g für eine WB-Haube)
  • Häkelnadel Größe 3 bis 4
  • Maßband, um Kopfumfang und Ohrenabstand Deines Pferdes zu messen
  • Etwas Erfahrung mit festen Maschen und Kettmaschen

Achte darauf, dass die Ohrentaschen exakt zum Kopf Deines Pferdes passen. Eine leicht zu weite Selfmade-Haube rutscht schnell, eine zu enge drückt auf den Ohrenansatz. Wenn Du unsicher bist, empfehlen wir Dir eine gekaufte Fliegenhaube - so gehst Du kein Passform-Risiko ein und sparst Zeit für das, worum es geht: Reiten.

Welche Fliegenhaube passt zu Deinem Pferd?

Die richtige Fliegenhaube hängt von Kopfgröße, Empfindlichkeit und Einsatzbereich ab - für den Alltag reicht eine klassische Häkelhaube, für sensible oder wärmeempfindliche Pferde lohnt sich ein Comfort-Tech-Modell.

Ein paar Faustregeln aus dem Stallalltag:

  • Junges oder unerfahrenes Pferd: ohne Fransen starten - alles Wackelnde ist ein neuer Reiz
  • Empfindliches oder älteres Pferd: weiches, dünnes Material wie Comfort-Tech, wenig Druck am Genick
  • Turnierpferd: schlichte Farbe, kurze Fransen, sauber sitzende Ohrentaschen
  • Ausritt-Pferd im Gelände: gerne mit Fransen, weil Bremsen an Augen und Nüstern angreifen
  • Ponys und kleine Rassen: unbedingt Größe Pony wählen, WB rutscht sofort

Zwei Hauben sind langfristig eine gute Investition: Eine für den Alltag, die auch mal einen Waschgang zu viel verzeiht - und eine schlichte für Turniere und Fotos. Beide zusammen kosten meist weniger als ein Paar Reithandschuhe.

"Bei RidersDeal merkt man einfach, dass es eine Seite von Pferdemenschen für Pferdemenschen ist: Immer nahbar, persönlich und mit den Produkten, die man wirklich braucht."

- Frederike Wolbers, @Justanotherhorseblog

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Häufige Fragen zur Fliegenhaube

Was ist der Zweck einer Fliegenhaube?

Sie schützt die empfindlichen Ohren des Pferdes vor Fliegen und Bremsen und dämpft leise Geräusche - Dein Pferd bleibt beim Reiten ruhiger und konzentrierter.

Wie oft sollte ich meine Fliegenhaube waschen?

In der Hauptsaison etwa einmal pro Woche bei 30 Grad im Wäschesack oder per Hand. Baumwolle nicht in den Trockner - sie kann einlaufen und die Passform verlieren.

Ab wann brauchen Pferde eine Fliegenhaube?

Sobald die ersten Fliegen auftauchen - meist ab April, in warmen Jahren früher. Wer im Gelände reitet, greift oft schon bei ersten milden Tagen zur Haube.

Kann eine Fliegenhaube beim Longieren getragen werden?

Ja, sofern das Kopfstück sicher sitzt. Beim Longieren mit Kappzaum oder Halfter läuft die Haube manchmal weniger stabil - dann lieber verzichten oder eine Fliegenmaske für die Weidezeit einplanen.

Wie viel kostet eine gute Fliegenhaube?

Solide Modelle starten bei rund 10 Euro, hochwertige Turnier- oder Comfort-Tech-Hauben liegen zwischen 20 und 40 Euro. Bei RidersDeal findest Du regelmäßig Deal-Angebote in dieser Preisklasse.

Von der klassischen Häkelhaube bis zur Comfort-Tech-Version - im RidersDeal-Ratgeber vergleichst Du Fliegenschutz für Ohren, Augen und Nüstern in einem Rutsch.

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