Rückenschmerzen beim Reiten? So wirst Du sie wirklich los!

Du kennst das bestimmt: Ein herrlicher Ausritt, Dein Pferd ist motiviert, das Wetter spielt mit – aber am Abend meldet sich Dein Rücken. Ziehen im unteren Rücken, Verspannungen im Nacken oder ein dumpfer Druck über dem Kreuzbein? Rückenschmerzen beim oder nach dem Reiten sind kein Einzelfall. Laut Studien betrifft das bis zu jede zweite Reiterin irgendwann im Leben. Doch was steckt dahinter – und was hilft wirklich? In diesem Ratgeber zeige ich dir, worauf es wirklich ankommt, damit Du endlich wieder beschwerdefrei im Sattel sitzen kannst – mit fundierten Tipps aus der Praxis für Dich und Dein Pferd.

 

Warum tut der Rücken beim Reiten weh?

Schonmal nach dem Reiten das Gefühl gehabt, als wärst Du einen Marathon gelaufen – nur mit dem Rücken? Rückenschmerzen beim Reiten entstehen selten "einfach so". Häufig handelt es sich um das Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

  • Fehlhaltung im Sattel: Wenn Du im Hohlkreuz sitzt, die Schultern nach vorne fallen oder Dein Becken kippst, entstehen Spannungen entlang der Wirbelsäule. Besonders ein Stuhlsitz (zu weit zurück gekippter Beckenwinkel) belastet die Lendenwirbelsäule stark.
  • Zu wenig Stabilität: Eine schwache Core-Muskulatur macht es Deinem Körper schwer, Bewegungen Deines Pferdes abzufangen. Das bedeutet: Deine Wirbelsäule übernimmt – und wird dabei überlastet.
  • Unpassende Ausrüstung oder ISG-Probleme: Ein schlecht sitzender Sattel kann Deinen Körper ebenso aus dem Gleichgewicht bringen wie eine Blockade im Iliosakralgelenk (ISG), das die Verbindung zwischen Wirbelsäule und Becken herstellt. Auch alte Stürze oder Beckenschiefstände gehen häufig mit Rückenschmerzen beim Reiten einher.
  • Stress und Muskelverspannungen: Ja, selbst psychische Anspannung kann sich körperlich im Rücken niederschlagen. Dauergrübeln im Alltag zeigt sich oft als muskuläre Verkrampfung, die Du beim Reiten besonders spürst.

 

Welche Muskulatur wird beim Reiten beansprucht – und wie kannst Du sie stärken?

Beim Reiten wird vor allem die tiefe Haltemuskulatur beansprucht – also Bauch, Rücken, Beckenboden und das sogenannte Core-System. Diese Muskeln sollen Dich stabilisieren, ohne Dich zu versteifen. Es geht also nicht nur um Kraft, sondern um Koordination, Balance und Gefühl.

  • Core statt „Sixpack“: Ein starker Core bedeutet nicht zwangsläufig sichtbare Bauchmuskeln. Viel wichtiger ist die Fähigkeit, kleine Ausgleichsbewegungen zu machen – vor allem im Trab und Galopp, wenn Dein Pferd Schwung entwickelt.
  • Mobilität als Schlüssel: Viele Reiterinnen unterschätzen die Bedeutung beweglicher Hüften und Brustwirbelsäule. Wenn diese Bereiche blockiert sind, übernimmt der untere Rücken – und der tut dann entsprechend weh.

Rückenschonendes Reiten – wie geht das?

 

Der wichtigste Schritt zur Rückengesundheit im Sattel ist ein bewusster, losgelassener und zentrierter Sitz. Aber was bedeutet das genau?

Schluss mit dem Hohlkreuz  

Eine leichte Beckenkippung nach vorne, das Gefühl, mit dem Kreuzbein "einzuschwingen", und ein aktiver, langer Rücken – das ist Deine Zielhaltung. Achte darauf, dass Deine Beine nicht nach vorne rutschen und Deine Schultern locker bleiben.

Zügelschule nicht vergessen  

Viele Rückenschmerzen entstehen aus festgehaltenen Zügelverbindungen. Der Körper kompensiert, wenn Du zu stark gegen Dein Pferd arbeitest. Das Ziel: elastische Verbindung statt Gegenzug.

Reitlehrer mit Blick für den Rücken  

Nicht jede Reitstunde hilft Deinem Sitz – suche dir gezielt Trainer*innen mit Ausbildung in Sitzschulung, Centered Riding oder Reiterphysiotherapie. 30 Minuten gute Anleitung können mehr bewirken als jahrelanges "weiter so".

Sattelprobleme: Warum Dein Sattel nicht nur Deinem Pferd schaden kann

Der Sattel ist Bindeglied zwischen Dir und Deinem Pferd – und damit ebenso bedeutend für Deine Rückengesundheit wie für die Deines Pferdes. Zu schmal oder zu breit – beides ist problematisch  Ein Sattel, der Dich nach hinten drückt oder im Schritt klappernd rutscht, bringt Deine Beckenposition durcheinander. Auch ein zu tiefer oder zu harter Sitz kann Rückenschmerzen verursachen.

Professionelle Sattelanpassung lohnt sich: Neben dem Pferderücken sollte auch Dein Körperbau berücksichtig werden: Beinlänge, Beckenform, Sitzbeinhöcker – professionelle Reitsport-Sattler oder Osteopathen können helfen, den idealen Sattel zu finden.

Rückenschonende Modelle: Mittlerweile gibt es spezielle Sättel für Reiter*innen mit Rückenproblemen – etwa extragepolsterte Sitze, flexible Kopfeisen oder kurzgehaltene Kissen. Lass Dich unverbindlich beraten, wenn Du öfter Beschwerden hast.

 

Was hilft schnell bei Rückenschmerzen nach dem Reiten?

Wenn Dein Rücken nach dem Reiten schmerzt, brauchst Du nicht gleich zur Schmerzsalbe greifen. Oft helfen kleine Maßnahmen schon deutlich:

  • Wärme & Bewegung: Eine warme Dusche, ein Heizkissen oder ein Kräuterbad helfen Muskelverspannungen zu lösen. Auch ein gemütlicher Spaziergang nach dem Reiten lockert die tieferliegenden Faszien.
  • Dehnen & Mobilisieren: Gerade der Lendenwirbelbereich profitiert von gezielten Bewegungen. Beispiel: Katzenbuckel-Pferderücken, Beckenkreisen, Hüftöffner wie der Schneidersitz oder der tiefe Ausfallschritt.
  • Sanfte Core-Übungen: Planks, Bird-Dog oder Diagonalübungen auf dem Gymnastikball stärken Deine Aufnahmefähigkeit im Sattel. Am besten in kurzen Einheiten (5–10 Minuten), regelmäßig ausgeführt – auch im Stall machbar.
  • Reitgadgets mit Rückenfunktion: Thermoleggings mit integrierter Rückenstütze, Bandagen mit Wärmepads oder magnetische Rückenwärmer können zusätzlich für Erleichterung sorgen – besonders bei nasskaltem Wetter.

 

Wann solltest Du mit Rückenschmerzen zum Arzt oder zur Physio gehen?

Nicht alle Rückenschmerzen sind harmlos. Warnzeichen, bei denen Du professionelle Hilfe in Anspruch nehmen solltest:

  • Schmerzen, die auch in Ruhe oder nachts auftreten
  • Taubheitsgefühle in Beinen oder Gesäß
  • Verdacht auf ISG-Blockade oder Bandscheibenproblematik
  • Rückenschmerzen nach einem Sturz
  • Wenn Beschwerden nach 2–3 Wochen nicht besser werden

 

Spezialistinnen im Reitsport finden  

Immer mehr Physiotherapeutinnen und Osteopathinnen haben sich auf Reiterinnen spezialisiert. Sie analysieren nicht nur Deine Bewegungsmuster, sondern behandeln funktional – und können dir ein gezieltes Übungsprogramm mitgeben.

 

Rückenschmerzen sind kein Reiter-Schicksal – Du kannst selbst viel tun!

Dein Rücken ist Dein Fundament im Sattel – und verdient die gleiche Aufmerksamkeit wie Dein Pferd. Mit bewusster Haltung, regelmäßiger Gymnastik, passender Ausrüstung und einem Blick auf Dein Stresslevel kannst Du Rückenproblemen erfolgreich vorbeugen oder sie dauerhaft verbessern. Die gute Nachricht: Auch wenn Du aktuell Schmerzen hast, lässt sich in vielen Fällen mit kleinen, gezielten Änderungen bereits viel erreichen.

 

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Die Autorin: 

Kathi aus dem #teamridersdeal 

Ich bin Werkstudentin bei RidersDeal und lebe hier meinen Traum: Mein Hobby mit meinem Beruf zu verbinden. Seit über 15 Jahren bin ich leidenschaftliche Reiterin und teile in meinen Blogbeiträgen meine Erfahrungen aus dem Alltag mit meinen zwei eigenen Pferden, die ich seit fast 10 Jahren habe. So bringe ich spannende Einblicke aus verschiedenen Bereichen des Reitsports direkt zu Euch! 

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