Reitcamp für Kinder: Reiterferien Tipps für den Sommer

Mädchen beim Reiten im Reitcamp - Reiterferien für Kinder im SommerMädchen beim Reiten im Reitcamp - Reiterferien für Kinder im Sommer
Ein Reitcamp ist für viele Kinder die erste echte Pferdezeit - Verantwortung übernehmen, Pferde pflegen und reiten lernen in einer Woche.

Reitcamp für Kinder - kaum etwas begeistert pferdebegeisterte Mädchen und Jungen so sehr wie eine Woche Reiterferien im Sommer. Doch welches Reitcamp passt zu welchem Kind? Was kostet es, was muss es mitbringen - und wie bereitet man ein Kind gut vor? In diesem Artikel beantworte ich die häufigsten Fragen aus unserer Community rund um Kinderreitcamps und Reiterferien.

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Kathi Beißel

Reitsport-Autorin & Pferdebesitzerin · Aktualisiert: Mai 2026

Was erwartet Kinder in einem Reitcamp?

In einem Reitcamp verbringen Kinder mehrere Tage bis zwei Wochen auf einem Reiterhof oder Reitstall, wo täglich geritten, gepflegt und mit Pferden gearbeitet wird. Der Tag dreht sich fast vollständig ums Pferd - vom Satteln am Morgen bis zur Abendpflege.

Ein typischer Reitcamp-Tag beginnt mit der Stallarbeit: Misten, Füttern, Putzen. Dann folgen zwei bis drei Reitstunden in Kleingruppen, oft aufgeteilt nach Könnensstufen. Nachmittags stehen Ausritte, Geschicklichkeitsparcours oder spielerische Übungen auf dem Programm. Viele Camps bieten abends Lagerfeuer, Quiz-Runden oder Nachtwächter-Spiele an - der soziale Teil ist für viele Kinder genauso prägend wie das Reiten selbst.

Laut RidersDeal Community Studie 2026 (n=3.515) reiten 24% der befragten Reiterinnen selbst Kinder - und für viele war ein Reitferienlager in der Kindheit der Einstieg in eine lebenslange Leidenschaft. 81% der Befragten reiten seit 15 Jahren oder länger: irgendwo muss diese Leidenschaft begonnen haben.

Ab welchem Alter ist ein Reitcamp für Kinder geeignet?

Die meisten Reitcamps nehmen Kinder ab 6 oder 7 Jahren auf. Das Alter allein ist aber weniger entscheidend als die Frage: Kann mein Kind schon mehrere Nächte von zu Hause weg sein, ohne überfordert zu sein?

Für jüngere Kinder zwischen 5 und 7 Jahren gibt es sogenannte Tagescamps - Kinder kommen morgens und gehen abends wieder nach Hause. Das ist eine ideale Einstiegsvariante, bevor das erste Übernacht-Camp gebucht wird. Viele Reitvereine bieten diese Tagesform in den Sommerferien an.

Erste Reiterfahrungen sind keine Voraussetzung für die meisten Anfänger-Camps. Camps mit gemischten Gruppen haben jedoch häufig mehr Spaß, wenn Kinder schon grundlegendes Gleichgewichtsgefühl im Sattel mitbringen. Ein Schnupperkurs vor dem Camp schadet nie.

Reitcamp-Typen nach Alter und Erfahrung
Campform Altersgruppe Für wen
Tagescamp ab 5 Jahren Anfänger, jüngere Kinder
Übernachtcamp (3-5 Tage) ab 7 Jahren Einsteiger und Fortgeschrittene
Intensivcamp (1-2 Wochen) ab 9 Jahren Fortgeschrittene mit Reiterfahrung
Ausrittcamp / Trekking ab 10-12 Jahren Erfahrene Reiterinnen und Reiter

Worauf achten bei der Wahl des richtigen Reitcamps?

Das wichtigste Qualitätsmerkmal ist die Betreuungsrelation: Maximal 5 bis 6 Kinder pro Betreuungsperson und pro Pferd sind ein gutes Zeichen. Camps, die 12 Kinder in eine Reithalle schicken, erfüllen kaum einen Lerneffekt.

Weitere wichtige Kriterien bei der Auswahl:

  • Zertifizierung durch die FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung): Gibt es eine Pferdesportlizenz oder einen verbandsgebundenen Trainer? Das ist ein Qualitätssignal.
  • Einteilung nach Könnensstufe: Anfänger und Fortgeschrittene sollten getrennte Gruppen haben.
  • Pferdezustand: Fotos und Bewertungen auf Google oder Reiterforen geben ersten Eindruck. Gesunde, gut gepflegte Schulpferde sind Grundvoraussetzung.
  • Unterkunft: Schlafen Kinder auf dem Hof oder werden sie täglich gebracht? Für das volle Camp-Erlebnis ist Übernachtung vor Ort ideal.
  • Betreuungsquote nachts: Mindestens eine erwachsene Aufsichtsperson pro Schlafbereich - das sollte im Programm klar geregelt sein.
  • Helm-Pflicht: Seriöse Camps bestehen auf dem Helm für jeden Ritt - ohne Ausnahme.

Welche Ausrüstung braucht ein Kind für das Reitcamp?

Der Sicherheitshelm ist das einzige Pflichtutensil - alles andere ist hilfreich, aber kein Grund, das Camp nicht zu buchen. Viele Höfe verleihen fehlende Reitausrüstung gegen eine kleine Gebühr.

Der Helm muss dem Kind passen und einem aktuellen Sicherheitsstandard entsprechen (VG1, EN1384 oder ASTM/SEI). Ein Helm, der wackelt oder zu locker sitzt, schützt nicht. Bei RidersDeal ist der Casco Reithelm Mistrall-2 Edition unser meistverkaufter Helm - er bietet sehr gute Passform, ist in vielen Größen verfügbar und entspricht dem aktuellen Sicherheitsstandard.

  • Reithelm (Pflicht): gut sitzend, aktueller Sicherheitsstandard - Casco-Reithelme bei RidersDeal
  • Reithose oder Reitleggings: rutschfeste Innenseite für sicheren Sitz im Sattel - Kinderreithosen ansehen
  • Festes Schuhwerk mit Absatz: verhindert, dass der Fuß durch den Steigbügel rutscht - Gummistiefel mit kleinem Absatz oder Jodhpur-Reitstiefeletten
  • Handschuhe: schützen die Hände beim Zügel halten und bei der Stallarbeit
  • Schutzweste (empfohlen für Anfänger): beim ersten Camp und beim Springunterricht sinnvoll
  • Wechselkleidung: Stall macht schmutzig - genug zum Wechseln einpacken
  • Sonnenschutz und Mückenschutz: besonders für Außenritte im Hochsommer wichtig

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Was kostet ein Reitcamp für Kinder?

Ein einwöchiges Reitcamp in Deutschland kostet im Durchschnitt zwischen 350 und 700 Euro - inklusive Unterkunft, Vollpension und täglich mehreren Reitstunden.

Günstigere Camps unter 400 Euro pro Woche bieten oft einfachere Unterkünfte (Heuboden statt Zimmer), sind dafür aber oft besonders atmosphärisch. Teurere Camps ab 600 Euro liefern häufig kleinere Gruppen, bessere Pferde und professionellere Betreuung. Tagescamps ohne Übernachtung kosten in der Regel 25 bis 60 Euro pro Tag.

Zu den reinen Campkosten kommen Reisekosten und die Ausrüstung. Wer die Reitausrüstung einmal sinnvoll investiert, hat sie für mehrere Jahre - gute Kinderhelme und -reithosen sind langfristige Begleiter. Für die Ausrüstungskosten lohnt sich ein Blick auf unseren Ratgeber: Reiten für Kinder - was brauche ich wirklich.

Reitcamp in Deutschland oder im Ausland - was passt besser?

Für das erste Reitcamp ist Deutschland klar zu empfehlen: kurze Anreise, vertraute Sprache, schnelles Heimkommen im Notfall. Auslandscamps in Island, Irland, Andalusien oder den Westfjorden Norwegens sind etwas für erfahrene Kinder ab etwa 10 Jahren, die mindestens ein Camp in Deutschland gemacht haben.

Auslandscamps bieten einzigartige Erlebnisse: Islandponys auf Lavafeldern, irische Cob-Pferde am Atlantik oder Andalusier in der Dehesa. Für viele Kinder sind das prägende Reiseerlebnisse. Die Kosten sind mit 800 bis 2.000 Euro pro Woche inklusive Flug deutlich höher. Sprachbarrieren sind selten ein echtes Problem, da Reitcamps international ausgerichtet sind und Pferde keine Sprache brauchen.

Wie bereite ich mein Kind auf das erste Reitcamp vor?

Die beste Vorbereitung sind 3 bis 5 Reitstunden vor dem Camp, damit das Kind das Grundgefühl im Sattel kennt und weiß, wie Lenkung und Anhalten funktionieren. Das reduziert die Überforderung am ersten Camp-Tag erheblich.

Noch wichtiger als Reittechnik: Das Kind sollte wissen, dass Pferde Fluchttiere sind und sich deshalb manchmal erschrecken. Ruhiges Verhalten, keine lauten Geräusche direkt am Tier und keine hastigen Bewegungen - das sind die drei wichtigsten Verhaltensregeln. Viele Camps erklären das beim Ankommen, aber ein kurzes Gespräch vorher nimmt die Unsicherheit.

Für Kinder, die zum ersten Mal länger von zuhause weg sind: Vertraute Gegenstände einpacken (Kuscheltier, Lieblingssnack), aber darauf vorbereiten, dass Heimweh das erste Mal auftreten kann - und dass das normal ist. Viele Camp-Leitungen sind erfahren darin, Heimweh-Kinder zu begleiten.

Was lernen Kinder im Reitcamp - außer Reiten?

Im Reitcamp lernen Kinder weit mehr als Reittechnik: Verantwortung für ein Lebewesen, Empathie, Geduld und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten - und das oft intensiver als in einem ganzen Schuljahr.

Pferde spiegeln das Verhalten des Menschen unmittelbar zurück. Ein aufgeregtes Kind macht das Pferd nervös - ein ruhiges Kind beruhigt es. Diese direkte Rückmeldung ist für viele Kinder eine völlig neue Erfahrung und wirkt langfristig auf das Selbstbewusstsein. Hinzu kommt die Stallarbeit: Misten, Füttern, Putzen sind keine leichten Aufgaben - und der Stolz, wenn das Pferd am Abend sauber und versorgt im Stall steht, ist echt.

Soziale Kompetenz entwickelt sich ebenfalls: Kinder aus unterschiedlichen Regionen und Hintergründen treffen sich, müssen kooperieren und Rücksicht nehmen. Viele Campbekanntschaften halten jahrelang - das ist die Kraft einer gemeinsamen Leidenschaft.

Reitcamp-Einstieg: Was passt zu welchem Kind?

Reitbeginner (5-8 Jahre)

Tagescamp oder kurzes Übernachtcamp (3 Tage) als Einstieg. Wichtigste Ausrüstung: gut sitzender Helm und festes Schuhwerk. Kinderhelme bei RidersDeal ansehen.

Erfahrene Jungreiterinnen (9-14 Jahre)

Intensivcamp oder Ausrittcamp mit eigenem Pferd ist möglich. Eine gute Kinder-Reitleggings mit Vollbesatz macht beim Ausdauerritt einen spürbaren Unterschied.

Reitbeteiligung / kein eigenes Pferd

Reitcamps sind für Kinder ohne eigenes Pferd besonders wertvoll - hier können sie mehrmals täglich reiten und ein Pferd wirklich kennenlernen. Das Tagescamp am nächsten Reitverein ist oft der ideale Einstieg.

"Für mich definitiv der beste und vielfältigste Onlineshop den es gibt. Egal ob Fahrsport, Bodenarbeit oder Freizeitreiten, hier findet man fast alles!"

- Stefanie Schubernig, @steffis_haflingerguys

Häufige Fragen zum Reitcamp für Kinder

Muss mein Kind Reiterfahrung haben, um ins Reitcamp zu gehen?

Nein - die meisten Reitcamps nehmen auch absolute Anfänger auf. Wichtig ist, dass das Camp explizit Anfänger-Gruppen anbietet und die Pferde entsprechend ruhig und schulpferderfahren sind. Einige Camps verlangen mindestens eine Stunde Vorerfahrung für Übernacht-Camps; das steht in der Beschreibung.

Wie viele Reitstunden hat ein Kind pro Tag im Reitcamp?

In der Regel zwei bis drei Stunden aktives Reiten pro Tag - verteilt auf Unterrichtseinheiten, Ausritte oder Geländearbeit. Das klingt wenig, ist aber für ein ungeübtes Kind körperlich recht anstrengend. Dazu kommen Stallarbeit und Bodenarbeit, die ebenfalls zur Pferdeausbildung zählen.

Was sollte auf keinen Fall fehlen im Gepäck?

Reithelm, feste Schuhe mit Absatz (oder Reitstiefeletten), Reithose oder eng anliegende Hose ohne dicke Nähte an der Innenseite, Sonnencreme, Mückenschutz und Wechselkleidung für mehrere Tage. Ein eigenes Handtuch und ein Schlafsack (bei Campzelten) nicht vergessen.

Wann sollte ich das Reitcamp buchen?

So früh wie möglich - beliebte Sommercamp-Plätze sind oft schon im Januar oder Februar ausgebucht. Gute Camps für die Sommerferien sollten spätestens bis März gebucht sein. Viele Höfe öffnen ihre Anmeldung nach dem ersten Ferientag des Vorjahres.

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