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Der richtige Beschlag und die Frage nach den besten Alternativen

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Der richtige Beschlag und die Frage nach den besten Alternativen
Von RidersDeal Vor 28 Tagen 663 mal gelesen Keine Kommentare

Der Klassiker
Am häufigsten anzutreffen ist nach wie vor der Klassiker. Hufeisen überzeugen seit Jahrzehnten durch ihre Funktionalität und Anpassbarkeit. Ob in der normalen Hufeisenform, mit oder ohne Stollenlöchern, als Eiereisen oder mit kurzen Stegen – ein guter Hufschmied kann spezielle auf die Bedürfnisse des Pferdes angepasst den richtigen Beschlag vornehmen. Doch kritische Stimmen werden immer lauter und bei manchen Pferden ist der normale Beschlag aus verschiedensten Gründen nicht ideal.

Hufschuhe – Hufschutz nur bei Bedarf
Sehr beliebt sind Hufschuhe, wenn Pferde barhuf laufen können und nur unter bestimmten Bedingungen, wie beispielsweise Ausritte auf hartem Untergrund, zusätzlichen Hufschutz benötigen. Für beinahe jede Hufform gibt es passende Modelle – die Auswahl und Anpassung sollte durch einen erfahrenen Hufpfleger oder Hufschmied erfolgen.

Plastikeisen zum Kleben oder Nageln
Eine weitere Alternative sind Plastikeisen, mit oder ohne hartem (Eisen-) Kern, die es als Modelle zum Kleben oder Nageln gibt. Die Modelle zum Kleben sind eine gute Möglichkeit, wenn die Hufe an den Nagellöchern stark ausbrechen und die Eisen dadurch nicht halten. Ein Kunststoffbeschlag bedeutet für das Pferd weniger Gewicht und wird als gelenkschonender angesehen.

Rund um das Thema Kunststoffbeschlag haben wir hier ein kleines Interview für Euch. Unser Gesprächspartner ist Herr Michael Ginzburg von Esprit Horse Shoes.

RidersDeal Frage: „Wann sollte man einen Kunststoffbeschlag verwenden? Wann benötigt man einen orthopädischen Beschlag?“

Antwort Hr. Ginzburg: „Der Orthobeschlag eignet sich vor allem bei mechanischen Verletzungen des Hufes wie Rissen und Abbrüchen in der Hufwand, Fehlstellungen und bei entzündlichen Prozessen wie Rehe. Das Besondere an diesem Beschlag ist, dass er in sich nicht so steif ist wie ein Eisenbeschlag. Das ist eine wichtige Eigenschaft bei Stellungskorrekturen und bei der Korrektur von Gelenk und Sehnenproblemen. Ergänzt wird diese Eigenschaft durch den Kleber, der sehr elastisch ist und mit dem Beschlag und dem Hufmechanismus arbeitet. Dazu fällt das Nageln weg, was bei entzündlichen Prozessen oder Fäule ein Problem darstellt. Unser Kleber härtet bei 32 °C. Das ist einmalig auf dem Markt. Andere Kleber haben eine Bindetemperatur von 60-90 °C was bei fühligen Pferden, Rehe oder dünnen Sohlen zu Schmerzen führt. Zusätzlich lässt sich durch das Anschweißen und Modellieren des Kunststoffes und des Orthosets die benötigte Stabilität präzise und punktuell dort erbringen, wo sie benötigt wird. Dabei ist die Bearbeitungszeit für den Schmied / Huftechniker oder Tierarzt wesentlich kürzer als mit Eisenbeschlägen. Eine weitere Eigenschaft unseres patentierten Kunststoffes ist, dass er mehrfach erhitzt und verformt werden kann und beim Abkühlen die Ausgangsstabilität und Härte wieder erreicht. Das heißt ein Korrigieren ist sehr schnell und sehr einfach möglich, ohne direkt einen neuen Beschlag nutzen zu müssen.

Der Standardbeschlag ist härter als der Orthobeschlag und mit Verstärkungen im Zehen- und Schenkelbereich versehen. Er eignet sich sowohl als Übergangsbeschlag nach der Therapie mit dem Orthobeschlag, bevor wieder auf Eisen umgestellt wird, als auch als Freizeitbeschlag für Pferde, die keine großen Distanzen und Geländeritte auf Schotter (hier ist der Abrieb ist deutlich höher als bei Eisen) absolvieren. Dieser Beschlag ist die optimale Alternative zum Eisen auf dem Paddock, in der Reithalle und dem Abreitplatz. Einige Pferde vertragen es nicht Barhuf zu laufen, einige Barhufer verletzen sich auf spitzen Steinen und brauchen zum Übergang einen Hufschutz, der den Hufmechanismus nicht beeinträchtigt und nicht invasiv (Nageln) ist und dabei wesentlich günstiger ist als Hufschuhe. Außerdem haben wir immer mehr Dressurreiter im Kundenstamm, die unseren Standardbeschlag nutzen, da dieser im Viereck beste Performance liefert und durch sein geringes Gewicht weniger Belastung für Sehnenapparat und Gelenke bedeutet.

Zudem kommt der Kostenfaktor. Unsere Beschläge sind deutlich günstiger als Eisenbeschläge. Für Hufbearbeiter und Schmiede ist dieser Beschlag eine Zeitersparnis und für Schmiede ist es sogar noch ein körperliches Argument. Unsere Beschläge können von Schmieden auch im höheren Alter noch angepasst werden, ohne "auf die Gelenke zu gehen".“

RidersDeal Frage: „Benötigt man einen Hufschmied bzw. –pfleger?“

Antwort Hr. Ginzburg: „Nein, nicht zwangsläufig. Da unsere Beschläge hauptsächlich geklebt werden, unterliegt die Anwendung nicht den Regularien der Hufschmiede. Somit, kann rechtlich gesehen, jeder Hufpfleger, Tierarzt und Reiter die Beschläge selbst anwenden. Wir empfehlen aber immer ausdrücklich das Hinzuziehen von erfahrenen Schmieden und Huftechnikern bzw. Hufpflegern.
Es gibt inzwischen allerdings einige hervorragende Seminare zum Thema Klebebeschlag, in denen die Grundlagen gelehrt werden.“

RidersDeal Frage: „Sind diese Produkte direkt für den Endkunden?“

Antwort Hr. Ginzburg: „Ja, durchaus. Dadurch, dass kein Schmied zwangsläufig notwendig ist, haben wir ca. 50% Endverbraucher als Kunden, die direkt kaufen. Viele Endverbraucher kaufen selber, um die Produkte mit ihrem Schmied bzw. Hufpfleger auszuprobieren, da sie es selber ohne Vorkenntnisse nicht machen möchten und der Schmied diese Beschläge nicht auf Lager hat.“

Wir bedanken uns bei Hr. Ginzburg für das ausführliche Gespräch. Die Produkte von Esprit Horse Shoes findet Ihr jetzt bei uns in den Deals.