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Die richtige Passform für den Sattel

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Die richtige Passform für den Sattel
Von Autor Autor Vor 1 Jahren 3569 mal gelesen Keine Kommentare

Die richtige Passform für den Sattel ist das A und O für ein zufriedenes und losgelassenes Pferd beim Reiten. Je nachdem, ob der Sattel des Pferdes gut oder schlecht sitzt, tritt das Pferd entspannt an die Hilfen des Reiters ran oder widersetzt sich. Auch für die Gesundheit ist ein passender Sattel sehr wichtig: Bei falscher Druckverteilung kann die Muskulatur nicht richtig aufgebaut werden und schnell zu Rückenschmerzen führen. Wir wollen Euch hier einen Überblick geben, wie man die Passform für den Sattel ermittelt, worauf hierbei geachtet werden sollte und was man macht, wenn sich das Pferd verändert und der eigene Sattel nicht mehr richtig sitzt.

„Sattler knows best“

Generell sollte für die Anpassung des Sattels die Expertise eines gelernten Sattlers hinzu gezogen werden. Mit ihm kann vorab besprochen werden, welche Art von Sattel (Dressur-, Spring- oder Vielseitigkeitssattel) man gerne hätte, sodass er für die Anprobe eine Vorauswahl mitbringen kann. In der Regel wird der Sattel 1x pro Jahr routinemäßig durch den Sattler kontrolliert.

Die Kammerweite

Die Kammerweite ist der Abstand zwischen den beiden Enden des Kopfeisens. Sie wird meistens durch Vermessen des Pferderückens ermittelt. Einige Sattler haben teilweise auch bestimmte Vorrichtungen in ihren Sattelmobilen, mit denen durch Justieren die Kammerweite ermittelt werden kann.

Hinweise für die Anpassung

  • Zu Beginn beurteilt der Sattler das Exterieur des Pferdes beurteilt, wobei der Rücken abgetastet wird und nach Verletzungen oder Verspannungen untersucht wird.
  • Bei der Anprobe ist es wichtig, dass keine Sattelunterlage unter den Sattel liegt.
  • Der Sattel wird hierbei zuerst nur aufgelegt und dann vom Hals auf den Rücken geschoben, sodass er in der optimalen Position liegt. Hierbei sollte das Pferd auf ebenem Boden stehen und alle vier Beine gleichmäßig belasten. So kann der Sattler aus allen Blickwinkeln die Sattellage optimal beurteilen. Erst dann wird der Sattelgurt mit angelegt.
  • Anschließend kann beim Reiten ausprobiert werden, ob der Sattel auch in der Bewegung nicht verrutscht und weiterhin bestmöglich sitzt. Schließlich soll sich auch der Reiter in dem Sattel wohl fühlenJ
  • Nach dem Reiten wird der Pferderücken nochmals abgetastet, um zu überprüfen, ob sich keine Verspannungen gebildet haben.

Hinweise für die Passform

  • Es ist wichtig, dass der Sattelbaum an keiner Stelle auf dem Pferderücken drückt. Zwischen Wirbelsäule und Sattel müssen ungefähr 3 Finger Platz sein. Auch wenn der Reiter im Sattel sitzt, sollten immer 2 Finger zwischen Sattel und Wirbelkanal passen. Hier ein kleiner Tipp: Wenn ihr von vorne „durch den Tunnel“ durchgucken könnt, ist genügend Platz vorhandenJ
  • Die Sitzfläche ist der tiefste Punkt des Sattels und sollte auch immer auf dem tiefsten Punkt des Pferderückens liegen.
  • Es ist darauf zu achten, dass der Sattel sowohl mit Sattelgurt als auch ohne nicht nach vorne oder hinten rutscht.
  • Das Kopfeisen des Sattels wird nach der Breite der Pferdeschulter bestimmt und hat auch immer parallel zur Schulter zu verlaufen.

Auch Pferde verändern sich

Es gibt verschiedene Situationen, in denen der Sattel verändert und angepasst werden muss. Kauft man sich beispielsweise ein junges, unbemuskeltes Pferd, ist eine ständige Kontrolle des Sattels wichtig, da die Pferde mit mehr Training Muskeln aufbauen und der Sattel irgendwann nicht mehr passt. Gerade junge, sensible Pferde äußern schnell, wenn es irgendwo drückt und sie sich beim Reiten unwohl fühlen. Als Faustregel kann man sagen, dass Pferde bis zum 7. Lebensjahr wachsen. Es kann auch passieren, dass Pferde an Muskulatur verlieren, z.B. nach einer Trainingspause, längerer Krankheit oder mit zunehmenden Alter. Hat sich der Körper des Pferdes nur leicht verändert, kann die Passform des Sattels zur Überbrückung durch die Dicke der Schabracke oder mit Hilfe von Unterlagen wie z.B. Fell- und Gelpad ausgeglichen werden. Bei dauerhafter Veränderung sollte der Sattel allerdings von einem Sattler neu angepasst werden.

Änderungsmaßnahmen

Der Sattel kann entweder durch das Verstellen der Kammweite oder durch Auf- bzw. Umpolstern verändert werden. Das Verstellen der Kammerweite ist bei Sätteln, die kein austauschbares Kopfeisen haben, nur bis zu einem gewissen Grad möglich. Es gibt auch Sättel, bei denen das Kopfeisen ausgetauscht werden kann. Dies sollte aber nur mit Absprache vom Sattler geschehen.

Auf- bzw. Umpolstern

Bei älteren Sätteln kommt es häufig vor, dass sich die Wolle im Sattelkissen zusammendrückt und „Klumpen“ bildet, sodass die Wolle die Stöße beim Reiten nicht mehr optimal abfangen kann. Dies sollte regelmäßig kontrolliert werden und lässt sich in der Regel gut ertasten. Ein Sattel wird dann umgepolstert, wenn das Pferd stark an Muskultur zu- oder abgenommen hat. In der Regel ist dies häufig bei jungen Pferden der Fall, die sich durch das Training weiter entwickeln und an Muskelmasse aufbauen.

Ist der richtige Sattel erst gefunden, macht das Reiten gleich doppelt SpaßJ Welche Sattelmarken sind Eure Favoriten? Schon gesehen, bei uns in den Deals haben wir regelmäßig tolle Angebote rund um den Sattel: Steigbügel, Schabracken, Sattelgurt etc. Lasst Euch das nicht entgehen und schlagt zu!