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Augen auf beim Pferdekauf: Was es zu beachten gilt

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Augen auf beim Pferdekauf: Was es zu beachten gilt
Von RidersDeal Vor 1 Monat 239 mal gelesen Keine Kommentare

Eine sensible und sorgfältige Vorgehensweise lohnt sich

Du hast beharrlich Verkaufsanzeigen studiert, bei allen möglichen Händlern angefragt, immer wieder nachgehakt, und Dich gleichzeitig in alle Richtungen informiert, ob diese Händler auch vertrauenswürdig sind. Bei manchen bist du auf unerwartet gute Referenzen gestoßen. Außerdem hast Du mit verschiedenen Käufern gesprochen, die gute Pferde gefunden haben. Auf einmal steht es vor Dir - in einer unbekannten Gegend, auf einem namenlosen Hof, bei einer Familie, von der noch niemand gehört hat. Dein Traumpferd. Jetzt gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Du möchtest das Pferd kaufen? Dann empfiehlt es sich, zuerst einen Termin für ein ausgedehntes Probereiten zu vereinbaren.


Probereiten verschafft realistische Eindrücke
Für echte Objektivität kann eine Begleitperson mit entsprechender Pferdeerfahrung sorgen. Gewissenhafte Pferdehalter werden auf alle Deine Fragen eingehen. Sie werden sich vor allem die notwendige Zeit nehmen, ihre Schützlinge allumfassend zu präsentieren - inklusive ihren Stall. Um Dir einen ersten Eindruck zu verschaffen, kannst Du beim Putzen, Trensen und Satteln dabei sein, und wenn nötig, das Pferd gemeinsam mit dem Besitzer von der Koppel holen. Der Verkäufer wird Dir beim Vorreiten den aktuellen Ausbildungsstand und die Fitness des Pferdes demonstrieren.

Scharf beobachten, kritisch hinterfragen
Wie weit geht die Durchlässigkeit? Konzentriert sich das Tier auf seine Aufgaben oder lässt es sich leicht ablenken? Kommt es leicht aus dem Takt? Anschließend kannst Du Dich selbst von der Rittigkeit des Tieres überzeugen.
Tipp: Lass Dir Zeit mit außergewöhnlichen Lektionen. Wichtig ist zunächst einmal, ob Du ein Gefühl für dieses Pferd entwickeln kannst, und ob der Grundstein für eine gute Zusammenarbeit gelegt ist.

Bist Du mit diesem Proberitt soweit zufrieden, könntest Du mittels einem folgendem Probereiten herausfinden, ob Du auch alleine mit dem Pferd klar kommst. Eventuell lässt sich ein kleiner Geländeritt mit einbauen, um die Reaktionen des Pferdes auf Umweltreize kennenzulernen.

Wunsch-Pferd kaufen via Ankaufsuntersuchung (Pferde-TÜV)
Um sich selber abzusichern hat Dein Händler bereits einen kleinen TÜV durchführen lassen. Ihm ist bewusst, dass er laut allgemeinen Geschäftsbedingungen verpflichtet ist, ein mangelfreies Pferd abzuliefern. Seine ausführlich dokumentierte Verkaufsuntersuchung legt er Dir vor. Das Pferd hat keine gravierenden Mängel.

Der kleine Pferde-TÜV
Auf dieser Basisuntersuchung bauen alle weiteren Untersuchungen auf. Mit einfachen medizinischen Hilfsmitteln und seinen eigenen Sinnen untersucht der Tierarzt das Tier auf seinen Allgemeinzustand:

+ Liegen gravierenden Erkrankungen vor?
+ Infekte?
+ Akute Verletzungen?
+ Schmerzen?
+ Prüfung der Kondition nach Belastung

Deine Ankaufsuntersuchung kann weiterführende Untersuchungen einbeziehen, in denen auch das Blut (unter anderem auf Schmerzmittel) getestet wird. So kommen auch versteckte Mängel ans Licht.

Der große Pferde-TÜV
Standard ist ein Satz von zehn Röntgenbildern der Beine, insbesondere Huf, Fessel und Sprunggelenke. Die Untersuchung zielt auf das Erkennen von Spat, Hufrollen-Syndrom und Chips. Befunde werden in vier Klassen unterteilt.
Weitere Untersuchungsmöglichkeiten sind:

+Endoskopie
+Ultraschall
+Samenproben (Bei Zuchthengsten)
+Bluttest

Pferd kaufen mit schriftlichem Kaufvertrag
Der Handschlag als kaufrechtliche Grundlage hat volle Gültigkeit. Es wird jedoch geraten, den Kaufvertrag schriftlich auszuformulieren - am besten mit anwaltlichem Rat. Neben der detaillierten Beschreibung des Pferdes sollte dessen genauer Gesundheitszustand aufgeführt sein (Ankaufsuntersuchung).
Von kostenlosen Formularverträgen, die im Internet angeboten werden, ist abzuraten. Deren Ausformulierungen stellen allgemeine Geschäftsbedingungen dar - besonders bei den Klauseln, beispielsweise zur Haftungsvereinbarung. Im Schadenfall wird der Inhalt von Verträgen streng nach Vorschrift zu den allgemeinen Geschäftsbedingungen geprüft. Auf diese Weise werden besondere Vereinbarungen im Kaufvertrag unwirksam. Der schriftliche Kaufvertrag kommt dann rechtlich dem Handschlag gleich.


Bildquelle: Manfred Grebler, www.pferdebilder.info